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Digitized by Google IJie nachstehende Schrift verdankt außer dem nächsten An- lasse, nämlich der Jahresfeier der Vervollständigung unserer Alma Mater Graecensis durch die Errichtung der medicinischen Facultät (im Jahre 1863), ihr Entstehen noch diesem Umstände, dass der Verfasser gelegentlich seiner Studien über einen mittelalterlichen Exegeten an der Bibliothäque Nationale zu Paris im Jahre 1890 einiges handschriftliche und wie es scheint, noch nicht benützte Materiale fand, welches über den Verfasser und die Zeit der Ent- stehung der seit dem 13. Jahrhundert üblichen Capitel-Eintheilung in der Heiligen Schrift einiges Licht zu verbreiten imstande ist. Die eingehende Darstellung der genannten modernen Eintheilung soll den eigentlichen Gegenstand dieser Festschrift bilden; zum Theile wegen der Zusammengehörigkeit, noch mehr aber wegen der Übersicht mag auch die Eintheilung der Texte in den beiden Originalsprachen der Bibel, des hebräischen beim Alten, des grie- chischen beim Neuen Bunde, sowie die Eintheilungen des latei- nischen Textes vor dem 13. Jahrhundert eine Besprechung finden und anhangsweise bei den einzelnen Texten die Vers-Eintheilung behandelt werden. 1* Digitized by Google Erster Abschnitt. Die Eintheilung des hebräischen Textes. Schon Moses ordnete (Deut. 31, 10 — 13) an, dass in jedem siebenten Jahre am Laubhüttenfeste dem versammelten Volke die Thora vorgelesen werde; im sogenannten Königsgesetze (Deut. 17, 14—20) wird V. 18— 19 dem Könige, wenn die Israeliten jemals einen solchen über sich setzen würden, eingeschärft, dass er sich die Mischneh dieses Gesetzes, d. i. entweder das 6. Buch des Penta- teuohs allein (Deuteronomium, so die LXX, Vulg., Abarbanel) ab- schreiben lasse oder sich eine Abschrift des ganzen Gesetzes ver- schaffe (so Talmud); ja eine Tradition (Jeruschalmi Megilla 4, 76* und Tract. Sopherim 10, 1 u. 2) schreibt Moses bereits auch die Einfiihrung der Lesung des Gesetzes für Sabbath, Neumond und Feste zu. Esdras, in vielem Sinne der zweite Moses, übte die Lesung der Thora noch mehr; er soll dieselbe auch noch für den Mincha- (d. i. Abend-)Gottesdienst am Sabbath und flir Montag und Donnerstag^) angeordnet haben. Beispiele und Beschreibungen öffentlicher Vorlesungen des Gesetzes bieten 2. Paral. 34, 29 — 31 unter König Josias und 2. Esdr. 8, 1 — 8 unter Esdras. Wenn nun anders die Lesung verständlich sein sollte, so mussten doch zu- nächst bei der Lesung, dann wohl auch im Texte größere oder kleinere Abschnitte gemacht werden; gerade das Gesetz aber, worauf doch das ganze religiös-sittliche und sociale Leben des Israeliten innigst beruhte, erforderte sinngemäße Abtheilungen es musste, würden wir sagen, in Paragraphen getheilt sein. Die älteste nachweisbare und noch vorhandene Eintheilung des hebräi- schen Textes dürfte jene sein, nach der durch leere Zwischen- 1) Für Montag und Donnerstag, weü an einem Donnerstage Moses auf den Sinai zum Verkehre mit Gott aufgestiegen und an einem Montage wieder herabgestiegen sei, oder richtiger, weü Montag imd Donnerstag die Landleute in die Stadt kamen. Digitized by Google — B — räume von größerer und geringerer Ausdehnung größere und kleinere Abschnitte bezeichnet wurden; die größeren Zwischen- räume bedeuten größere (dem Sinne nach, nicht immer dem Um- fange nach zu nehmende) Abschnitte oder die sogenannten offe- nen Abschnitte oder Paraschen (im weiteren Sinne des Wortes), nin^ns P'thuchoth; die kleineren Zwischenräume bezeichnen Unter- Abtheilungen, oder die sogenannten geschlosseneu Abschnitte oder Paraschen, nlölDD, S'thumoth. Ursprünglich (vgl. Tract. So- pherim 1, 14) hatte die offene Parasche ihren Namen daher, weil sie einen kleinen, drei Buchstaben großen, leeren Raum vor sich hatte, also nach vorne offen war, daher das Schema derselben: Text, leerer Raum; die geschlossene Parasche hatte das Charak- teristische, dass sie einen leeren Zwischenraum gleichfalls von drei Buchstaben in der Mitte des Textes vor sich hatte, daher sie s'thumah, eigentlich „verstopft", geschlossen heißt; ihr Schema ist: Text, leerer Raum, Text. Nach der Vorschrift des großen Rabbi Maimuni (Maimonides, gestorben 1204 zu Fostat bei Kairo) sollten die leeren Zwischenräume den Umfang von neun Buch- staben haben, dadiu-ch geschah es nun, dass bei der geschlossenen Parasche der leere Raum öfters auch noch auf die nachfolgende Zeile zu stehen kam, wodiu-ch sich der Begriff der offenen Para- sche ändern musste; um nach diesem neuen System die offene von der geschlossenen zu unterscheiden, begann man die offene mit dem Texte und legte den leeren Raum auf die vorhergehende Zeile. Die offenen und geschlossenen Zwischenräume wurden dann durch die Anfangsbuchstaben der Worte fllrnflS, nämlich D, und niö^DD, nämlich D bezeichnet; zuerst bezeichneten diese Ausdrücke und die Abkürzungen dafür die Zwischenräume, dann aber die zu den Zwischenräumen gehörigen Textabschnitte; die Buchstaben D und D beziehen sich stets auf die den leeren Räumen nach- folgenden, nicht aber auf die vorhergehenden Stücke. Die Bezeichnung von Haupt -Abschnitten durch offene und von Unter -Abtheilungen des Textes durch geschlossene Zwischen- räume geht ins hohe Alterthum, vielleicht auf Esdras, ja nach der Tradition gar auf Moses zurück; schon im Thorath Kohanim, einem Midrasch zum Buche Leviticus, vielleicht aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts stammend^), heißt es zu c. 1, lOf wo von der zweiten Abtheilung des Ganzopfers die Rede ist: Wenn 1) Der Herausgeber des „Thorath Kohanim", R. Mal bim, Bukarest 1860, liimmt an, dass R. Chija, Schüler des berühmten R. Jehudah Hannassi, der Ver- fasser jenes Midrasch sei. Digitized by Google — 6 - schon Moses, derjenige, der vom Munde Gottes es gehört und es im heiligen Geiste gesprochen hat, dennoch überlegen musste, was für ein Unterschied zwischen Parasche und Parasche, Inj an und Inj an sei, um wie viel mehr wird dies der Idiot thun müssen, der es vom Idioten gehört hat. Aus dem Zusammenhange der ganzen Stelle geht hervor, dass unter Parasche eine (dem Sinne nach) größere Abtheilung, wie Ganz- und Speiseopfer, unter Inj an eine Unter -Abtheilung, wie Rind, Kleinvieh, Vögel beim Ganz- opfer, bezeichnet werde ; der Parasche (im Sinne dieser Stelle) ent- spricht der offene Abschnitt, die P'thucha, dem Injan die S'thuma. Dass die P'thucboth wirklich Haupt-, die S'thumoth Unter-Abthei- lungen bezeichnen, dass sie also Sinnes- und nicht rituelle Ab- theilungen, wenigstens nicht in erster Linie sind, geht aus einer Vergleichung derselben mit dem entsprechenden Inhalte hervor, z. B. Gen. 9, 18; 11, 1; 21, 22; sehr deutlich sind die Unterschiede zwischen der Bedeutung der P'thuchoth und S'thumoth in Ezechiel zu sehen, wo D gewöhnlich chronologisch verschiedene Visionen einleitet, während D Visionen derselben Zeitperiode aneinander- reiht. Im allgemeinen entsprechen die P'thuchoth der Parascha im Sinne der Stelle aus Thorath Kohanim, imd die S'thumoth dem Injan; allerdings ist zugegeben, dass häufig dort, wo man ein D erwarten würde, ein D gesetzt ist und umgekehrt; dies beruht auf subjectiver Auffassung des Lesestückes, auf rabbinischen An- sichten, die in Halacha und Haggada begründet sind.^) In den besseren Handschriften finden sich nur die leeren Zwischenräume, nicht aber die Buchstaben S und D, in manchen späteren, namentlich von christlicher Hand verfassten, sind die Q und D allerdings gesetzt. Die P'thuchoth und S'thumoth sind aber nicht bloß im Penta- teuche, wenngleich sie hier zuerst gesetzt sein mögen, sie finden sich auch in den übrigen Büchern des palästinischen Canons; aller- dings waren sie in diesen nicht so strenge controliert wie im Penta- teuche, daher man in den Handschriften der Nebijm und Kethubim eine noch größere Verschiedenheit findet als im Fünfbuche. Es ist bekannt, dass in vielen neueren Ausgaben der genaue Unterschied zwischen offener und geschlossener Parasche durch Daietellung der entsprechenden Form des leeren Zwischenraimies nicht beobachtet, sondern nur ein Zwischenraum, wie ihn die Technik 1) Vgl. hierüber M. Friedmann in der Wiener Zeitschrift: „Beth- Talmud", 1882, 1883, über die Eintheilung der Thora in Parascha und Sedarim Digitized by Google — 7 — des Druckes gestattet, gelassen ist und die Buchstaben S und D in denselben hineingesetzt sind; letzteres geschieht aber nach der jetzt fixierten Tradition, so dass, wenn auch der Zwischenraum nicht der der P'thucha oder S'thuma entsprechende ist, dennoch der Buch- stabe D und D besagt, dass hier eine offene, beziehungsweise eine geschlossene Parasche zu setzen sei. Die vielfache Verwirrung in der Setzung der P'thuchoth und S'thumoth, die zur Zeit des Maimonides vielfach in den Hand- schriften herrschte, bewog diesen, nach eingehenden Studien, namentlich, wie er selbst sagt, in: „Jad chasaka, Sepher Thorah", Abschnitt 8, Berlin 1862, nach einem Buche in Ägypten, welches vor langen Jahren in Jerusalem war und von Ben Ascher corrigiert wurde, die P'thuchoth und S'thumoth fiir die Thora zu fixieren; nach Maimonides hat also: das 1. Buch Mosis 43 P'thuchoth, 48 S'thumoth, zusammen 91 r, 2. 77 77 69 77 96 77 77 164 « 3. T7 77 52 77 46 77 77 98 r, 4. 77 77 92 77 66 77 77 168 n 5. 77 77 34 77 124 _ 77 7) 168 290 P'thuchoth, 339 S'thumoth, Totalsumme 669 Diese Zahlen finden sich seitdem in vielen Handschriften und fast allen Ausgaben; und in diesen 669 sind natürlich auch die sogenannten groBen Paraschen (Sidras) mit enthalten. Man nennt diese 669 Stücke, die den ganzen Text der Thora in sich fassen, in Einleitungswerken häufig die kleinen Paraschen, im Gegensatze zu den sogenannten großen Paraschen oder, wie sie jetzt heißen, den Sidras, die jeden Sabbath verlesen werden, ja man nimmt sogar an, dass diese 669 Stücke TheUe sind, in welche die großen Paraschen (die 64 "Wochen -Abschnitte) zerfallen; allein letzteres ist, wenigstens nach dem jetzigen Gebrauche, die Thora in einem Jahre zu lesen, nicht richtig; die 64 großen Paraschen (Sidras) werden in sieben kleinere Abschnitte, auch Paraschen genannt, zerlegt und fassen somit 378 Abschnitte. Die P'thuchoth und S'thumoth sind älter als die (jetzigen) Sidras; wo diese mit offenen und geschlossenen Abschnitten zusammenfallen, erhalten sie den Namen offene und geschlossene Paraschen und werden mit drei- fachem D und D, also DDD und ÜÜÜ bezeichnet und große Paraschen genannt, gegenüber den kleineren Abschnitten, den P'thuchoth und S'thumoth, nicht aber als ob die größeren Paraschen in diese klei- neren später zerlegt worden wären und als Vorlesestücke etwa Digitized by Google — 8 — am Sabbath Abendgottesdienst (Mincha), Montag und Donnerstag benützt würden. "Wir wollen es übrigens nicht als unmöglich hin- stellen, dass vielleicht doch diese 669 Abschnitte auf einen einst üblich gewesenen Cyklus der Voriesung derThora hinweisen könnten. Wenn nun die P'thuchoth und S'thumoth eine Theilung des Textes vorzüglich nach dem Sinne waren, so entstand eine andere Abtheilung, und zwar zunächst für die Thora, die vorzugsweise für den Gottesdienst berechnet war. Wie schon erwähnt, wurde vor allem und zuerst die Thora wegen ihrer tiefen Bedeutung dem Volke vorerst bei verschiedenen Anlässen, dann, namentlich seit Ein- führung der Synagogen, in diesen regelmäßig vorgelesen, und zwar, wie es scheint, zuerst in Abtheilungen des Textes, die nicht fixiert, sondern der Wahl des Synagogen -Vorstehers oder des Lesenden überlassen waren; bald mochte es sich empfehlen, die Thora in bestimmten, regelmäßig wiederkehrenden Abschnitten zu lesen. Auf Grund von Angaben des Talmud, sowie einzelner rabbinischer Commentare fand man, dass in Palästina, im Mutterlande, die Thora in dreieinhalb oder in drei Jahren, und demgemäß in kleineren Abschnitten, in Babylonien in fast zwei Jahren und dann in einem Jahre, daher in größeren Perikopen vorgelesen wurde; nach dem ersteren Gebrauche war die Thora beiläufig in 154 Abschnitte, nach dem letzteren in 64 getheilt, und da jeder Abschnitt wieder in sieben Theile getheilt wurde (nach den sieben Vorlesern), zerfiel die Thora entweder in 1078 oder 378 solcher kleinerer Abschnitte. Der Talmud nennt häufig einzelne Stellen der Thora, die er bespricht, Paraschen und citiert sie als solche, z. B. Mischna Thaanith 4, 3, die sieben Paraschen der Schöpfungsgeschichte; Sota 7, 1, die Parasche Sota (Eifersuchtsgesetz) u. s. w., damit sind aber nicht die jetzt auch sogenannten vollständigen Sidras ge- meint, sondern nur Stellen der Thora, in denen vom Eifersuchts- gesetze u. s. w. die Rede ist. Analog hiezu ist die bekannte Citie- rung in den Evangelien, Mark. 12, 26, wo der Herr die Stelle Exod. 3, 6 mit den Worten citiert: non legistis in libro Moysi super rubum, und Eöm. 11, 2, wo Paulus das Stück 3. Reg. 19, 10. 18 einführt mit den Worten : an nescitis, in Elia quid dicit scriptura ; etwas Ähnliches treffen wir bei Philo, De agricult. (opp. edit. Mangey, I, 316), wo Philo mit den Worten „von den Flüchen" auf Deut. c. 27 hinweist. Es finden sich aber im Talmud auch Stellen (Tract. Schabbath, f. 103**), wo die Paraschen als solche angemerkt und bezeichnet sind. Wir wollen im Nachstehenden den jetzt bei den Israeliten Digitized by Google — 9 — üblichen einjährigen Cyklus, der auch schon im 3. Jahrhundert erwähnt wird, kurz beschreiben. Die Thora hat nach diesem B4 Sidras, von denen je eine an jedem Sabbathe, der nicht mit einem Festtage zusammen triffl, gelesen wird ; da aber das heilige Jahr der Juden, bekanntlich ein Mondenjahr, ^) nicht immer B4 Sabbatlie hat, so werden zuweilen zwei Sidras am selben Sabbathe verleben. Diese Zusammenziehung zweier Sidras für denselben Sabbath bleibt auf die bestimmter Sidras beschränkt, wobei festgehalten wird, dass bestimmte Sidras aü bestunmten Sabbathen zur Verlesung gelangen müssen ; so wird z. B. an dem Sabbathe, der dem 9. Ab (dem Tage der Zerstörung Jerusalems) unmittelbar vorhergeht, stets die erste Sidra des Deutero- nomiums verlesen u. s. w. Gerade diese rituelle Bestimmung ist für die Zusammenziehung zweier Sidras maßgebend. Eine einzige, nämlich die allerletzte Sidra macht von der sabbathlichen Vorlesung eine Ausnahme; sie wird nämlich am Simchath-Thora (Gesetzesfreude), ein Nachfest zum Laubhüttenfeste, welches, nebenbei gesagt, nie- mals auf einen Sabbath fällt, verlesen, worauf sofort das erste Capitel der Genesis ebenfalls zur Verlesung gelangt; an dem diesem Feste folgenden Sabbathe wird alljährlich mit der Verlesung der ersten Sidra der Genesis begonnen. Jede sogenannte große Parasche (Sidra) ist in sieben Para- schas abgetheilt, die aber mit den obengenannten kleinen Paraschen (669) nicht zusammenfallen;*) es werden nämlich sieben religiös Mündige (über 13 Jahre alt) nacheinander „vor die Thora gerufen", und zwar sollten 1. der Aharonide, d. i. aus der Familie Aarons, 2. der Levite, 3. (jetzt) der Rabbi, 4., 6., 6. und 7. einzelne Ge- meindemitglieder zur Lesung gerufen werden.^) In alter Zeit (noch ^) Die Sabbathe variieren zwischen 48—54; alle 19 Jahre, wo sich der Mond-Cyklus mit dem Sonnen- Cyklus ausgleicht, sind sieben Schaltjahre, die ersten zwei nach je zwei Jahren, das dritte nach einem Jahre, das vierte, fünfte und sechste nach zwei Jahren, und das siebente nach einem Jahre ; vgl. : „Der jüdische Kalender", histor. u. astronora. unters, von Dr. Ad. Schwarz, Breslau 1872. *) Diese sieben Theile der Sidra werden im Texte mit D bezeichnet; charakteristisch für die Abtheilung derselben ist der Umstand, dass sie nie mit Worten des Tadels, der Strafe, des Unglückes enden. Sie werden stehend gelesen oder vielmehr gesungen aus einer Thora-RoUe, die nach genauen rabbinischen Vorschriften geschrieben ist und keine Vocal- und Tonzeichen, keine D und D, aber die Zwischenräume enthält. ^ Es kann auch ein achter (sogar religiös Unmündiger) gerufen werden ; häufig wird einer zur Thora berufen, wenn irgend eine Veranlassung ist, z. B. der Jahrestag des Todes des Vaters oder der Mutter; wenn der Knabe drei- zehn Jahre imd einen Tag alt geworden, das Alter der religiösen Mündigkeit Digitized by Google — 10 — im 12. Jahrhundert in manchen Ländern), wo den Juden noch der Bibeltext originaliter geläufig war, las jeder „vor die Thora Ge- rufene" seine Parasche selbst; jetzt wird sie ihm von dem Gemeinde- Berufenen, dem Cantor, vorgelesen; die Vorgerufenen sprechen hingegen einen Segensspruch vor und nach der Lesung. Am Sabbath beim Morgen-Gottesdienste (Schacharith) wird die ganze auf diesen Tag treflPende Sidra gelesen. Nachmittag (beim Abend-Gottesdienste, Mincha) wird die erste Parasche aus der auf den nächsten Sabbath fallenden Sidra verlesen; dieselbe kommt auch am Montag und Donnerstag (beim Morgen-Gottesdienste) zur Verlesung; sie wird für diese Tage in drei Theile getheilt und in je einem Theile den drei „Gerufenen" vorgetragen, und am nächsten Sabbathe wird dann die ganze Sidra verlesen. An Festtagen werden die auf die Feste bezüglichen Stücke aus der Thora verlesen (z. B. für das Pfingstfest die Perikope von den zehn Geboten, für das Laubhüttenfest jene von den drei Wall- fahrtsfesten u. s. w.), unabhängig von der laufenden Sidra. Da ist die Eintheilung eine andere; der Festabsohnitt wird in so viele Theile getheilt, als die Zahl der „Aufzurufenden" beträgt, und . zwar am Rosch Chodesch (Neumondstag) und den Zwischenfeier- tagen vier, an den Festtagen fünf, am Versöhnungstage sechs ; fallt einer dieser Tage auf einen Sabbath, dann werden zur Thora wie gewöhnlich sieben aufgerufen. An den Festtagen wird zum Abend- Gottesdienste nur dann die Thora verlesen, wenn sie auf einen Sabbath fallen. An Fasttagen wird das betreffende Bibelstück in drei Theile getheilt. Die Sidras') werden theils nach den Anfangsworten des be- treffenden Abschnittes, wie die erste vom ersten Worte BVeschith, die vierte vom ersten Worte vajjera, oder nach einem bald nach dem Anfange vorkommenden bedeutsamen Worte citiert, z. B. die zweite heiüt Noach; die dritte Lech-Lecha; sie sind in vielen Ausgaben am oberen Rande oberhalb des Textes vermerkt. Der erreicht hat, ein Sohn des Gesetzes H^IC^ *15 geworden ist. Es ist gestattet, an Sabbathen und Festtagen mit Ausnahme des Versöhnungstages (10. Tisri), der den Charakter sowohl eines Fest- als Fasttages hat, auch mehrere, als vor- geschrieben ist, vor die Thora zu rufen; dann wird eine oder die andere Pa- rasche oder auch mehrere in zwei Theile getheilt mit Rücksicht auf den Inhalt imd darauf, dass sie nicht mit einem Unglücksworte u. dgl. ende. 1) Alle Sidras werden mit drei Q oder D bezeichnet mit Ausnahme der zwölften (mit Gen. 47, 28 beginnend), von wo an vom Hinsiechen und Tode Jakobs erzählt wird; hiefür verschiedene rabbinische, nahe liegende Auslegungen. Digitized by Google — 11 — Zahl nach vertheilen sich die B4 Sidras auf die fünf Bücher wie folgt: Gen. 12, Exod. 11, Levit. 10, Num. 10 und Deut. 11. Außer dem Gesetze wurden und werden auch die Propheten in den Synagogen verlesen, aber nicht die ganzen Bücher, sondern nur ausgewählte Stücke; in dieser Beziehung gleichen denselben unsere Perikopen, welche auch bei weitem nicht die ganzen Evan- gelien und Episteln erschöpfen. Die Lesestücke aus den Propheten- Büchern^) heißen Haphtaren, welches Wort meist daher abgeleitet wird, weil mit der Lesung derselben der Gottesdienst geschlossen wird. Sie können auch offene oder geschlossene sein, wenn sie mit offenen oder geschlossenen Abschnitten zusammenfallen. Die Lesung derHaphtara folgt unmittelbar auf jene des letzten Theiles der Sidra. Es wird ein achter gerufen, der das Prophetenstück vorträgt und deshalb den Namen Maphtir fuhrt ; aber auch das Prophetenstück heißt Maphtir oder Haphtara. Dem, der dazu gerufen wird, wird ein Stück aus der betreffenden Sidra vorgelesen und zwar die letzten (mindestens drei) Verse des 7. Theiles der Sidra. Auch der Maphtir oder die Haphtara wird, wie die Thora-Lection, stehend verlesen. Über die Zeit der Entstehung der Haphtaren (es erwähnt derselben der Talmud häufig, z. B. Tract. Megill. 24 u. ö.) herrschen verschiedene Ansichten; jedenfalls bestanden sie längere Zeit vor Christus. Sehr verbreitet war die Meinung, ihr Ursprung falle in die Machabäische Epoche; der grausame syrische König Antiochus IV., Epiphanes, habe den Juden das Lesen der Thora strenge verboten; zum Ersätze dafür und um dieses Verbot zu umgehen, hätten die Juden Stücke aus den Propheten-Büchern zum Vorlesen gewählt, die sie auch nach Aufhören der Verfolgung zum Andenken beibehielten. Diese Ansicht trugen Rabbinen neuerer Zeit, unter anderen Elias Levita, im IB. Jahrhundert vor; allein in neuerer Zeit (bereits von Eichhorn, Einleitung in das Alte Testament, vierte Original -Ausgabe, Göttingen, 1823, I, 269) wurde sie bekämpft und es wurde richtig bemerkt, dass jenes Lehrverbot nicht bloß auf die Thora, sondern auch auf die Propheten ausgedehnt worden wäre. Nach Hamburgers Real-Encyklopädie für Bibel und Talmud, Strelitz 1882, I. Theil, unter dem Worte Haphtara, wäre der Ur- sprung derselben zwar in der Machabäerzeit zu suchen, aber nicht in einem Leseverbote, sondern in dem Bestreben von Seite der Führer des Volkes, dasselbe durch Verlesung der tröstlichen Mes- ^) Hier bekanntlich im weiteren Sinne nach der hebr. Eintheilung unter- schieden in prophetae priores, nämlich die Bücher Josue — 4 Bücher der Kön. (ausschliessl. Ruth), u. proph. posteriores, d.i die 3 grossen u. 12 kleinen Propheten. Digitized by Google — 12 — sianischen Verheißungen in den Propheten aufzurichten. Jnl. Fürst endlich in: Der Canon des Alten Testamentes, Leipzig 18B8, schreibt den Haphtaren ein noch höheres Alter zu ; nach ihm sind sie schon von den Sopherim, den Buchgelehrten, eingeführt, um gegenüber den Samaritanern und Sadducäem, welche nur die Thora gelten ließen, die Heiligkeit der Propheten zu betonen. Die Haphtaren stehen häufig in einem verwandtschaftlichen Verhältnisse zum Inhalte der entsprechenden Sidra; so ist z. B. zur Sidra Noach die Haphtare Isaias 64 gewählt, weil Vers 9 eine Erwähnung Noes und der Sündflut enthält, im Sinne: sowie Gott schwur in Noes Tagen, nicht mehr eine solche Flut über die Erde zu verhängen, so habe er geschworen, Israel nicht zu zürnen. Manchmal bietet nur ein Wort die Verbindung zwischen Sidra und Haphtara, oft lässt sich eine innere Beziehung gar nicht nachweisen.') Die Zahl derHaphtarenbeträgt zum höchsten 91 (nach anderen Berechnungen bloß 85) ; damit ist aber nicht gemeint, dass alle 91 in einem Jahre zur Verlesung kommen müssen, sondern durch die Zahl 91 ist für alle verschiedenen Fälle im Jahre vorgesorgt. An Sabbathen und Festen wird die Haphtara nur zum Morgen-, an Fasttagen nur zum Abend-Gottesdienste, am Versöhnungstage und am 9. Ab wird sie zum Morgen- und Abend - Gottesdienste gelesen; am Montag und Donnerstag und an den Halbfesten wird sie gar nicht verlesen. In vielen Ausgaben findet sich am Ende ein Verzeichnis der Haphtaren. In alter Zeit wurden dieselben auch aus den sogenannten Hagiographen gewählt, jetzt nur mehr aus den Propheten-Büchern ; indes ist ein Unterschied in der Aus- wahl der Stücke zwischen Sephardaim (portugiesisch-spanischen) und Aschkenazim (polnisch-deutschen Juden). ^) Die Masoreten theilten außerdem den hebräischen Text noch in Abschnitte, Sedarim, und zwar hat der: Pentateuch 166, Josua 14, Richter 14, 2 Bücher Samuel 34, 2 Bücher Könige 36, Isaias 26, Jeremies 31, Ezechiel 29, die 12 Propheten 21, Sprichwörter 8, 1) 61 sind für die Sabbathe bestimmt (für 8 Sabb. sind 2 angegeben, je 1 für den deutschen u. portug. Ritus), dann 1 f. Sabbath-Neumond, 1 f. Sabbath vor dem Neumond, 6 f. d. 4 Sabb. vor Ostern (worunter wieder 2 f. d. doppelten Ritus), 2 f. d, Tempelweihfest, 1 f. d. großen Sabbath (der dem Osterfest unmit- telbar vorhergeht), 2 f d. 1. Osterfesttag (nach dopp. Ritus), 1 f. d. 2. Osterfesttag, 2 f. d. Halbfesttag (nach dopp. Ritus), 1 f. d. 7. u. 1 f. d. 8. Osterfesttag, 2 f. d. 1 . u. 2. Tag vor Pfingsten, 1 f. d. 9. Ab, 2 f. Neujahr, 2 f. d. Versöhnungstag, 5 f. d. Festoctave von Laubhütten; es gibt aber noch andere Berechnvmgen. 2) Im Neuen Testamente kommen bekanntlich deutliche Spuren der Lesung aus der Thorah und den Propheten vor: Luk. 4, 16. 20; allerdings findet sich Digitized by Google — 13 - Psalmen 19, Job 8, Ecclesiastes 4, Esther 6, Daniel 7, Esdras und Nehemiah 10, 2 Bücher Paralipomena 20, zusammen 446. Diese „Seotiones Masorethicae" sind zuerst veröffentlicht von ß. Jacob ben Chaijm in der Bomberg'schen Bibel -Ausgabe zu Venedig 1627. Q-elegentlich sei auch kurz der Eintheilung des Samaritan. Pentateuchs in 964 Abschnitte pifj^ erwähnt, wovon auf die Genesis 260, auf Exodus 200, Leviticus 130, Numeri 218 und Deu- teronomium 166 fallen; vergleiche Joh.Morini, Opuscula hebraeo- samaritica, Paris 1667, p. 197—99: de Legis secundum Samaritanos distinctionibus etc., Cap. I. Schon der heil. Hieronymus zu Sap, 3, 14 und Mich. 6, 9 spricht von der Zählung der Samaritaner, die von jener der Juden abweiche. Außer den Eintheilungen des he- bräischen Textes in P'thuchoth und S'thumoth sowie in Paraschen und Haphtaren ist noch kurz die Eintheilung in Verse zu besprechen. Dass in sehr alter Zeit, ja schon ursprünglich die poetischen Stücke, in Verse abgetheilt waren, ergibt sich aus der harmonischen Glie- derung derselben, dem Parallelismus membrorum, und aus dem Um- stände, dass der große Lehrpsalm 118 (119 t. h.) eine Eintheilung von je acht Versen nach dem fortlaufenden Alphabete enthält; aus Psalm 144 (146), in welchem jeder Vers mit dem fortlaufenden Buch- staben beginnt (mit Ausnahme des Buchstabens i, woftlr die Tradi- tion Q-ründe anführt), besonders aus den Lamentationen, in welchen die Verse der ersten vier Oapitel ebenfalls das Alphabet enthalten (mit VSTeglassung des einen oder anderen Buchstabens), aus Prov. 31. Schon in der Periode der Sopherim dürfte eine Vers-Einthei- lung gebräuchlich gewesen sein. Besonders beachtenswert über die Verszählung ist die umständliche Äußerung im Tract. Kidduschin f. 30a; es heißt daselbst, daß wir nicht mehr kundig sind der Zählung der Verse, wie sie die alten Sopherim kannten, dass die Babylonier die Verse anders abtheilten als die Palästinenser; dass die Thora 6888 P'suquim (Verse), die Psalmen acht Verse mehr, und die beiden Bücher der Chronik um acht weniger als der die vom Heilande verlesene Stelle unter den heutigen Haphtaren nicht vor, allein entweder hielt sich der Herr gar nicht an die Haphtaren-Ordnung, weil er eben gerade jene Stelle lesen und von sich erklären wollte, oder es waren damals andere Haphtaren. In Act. 13, 15: post lectionem legis et prophetarum, ist unverkennbar auf die Lesung der Paraschen und Haphtaren hingewiesen. Act. 15, 21 : Moyses e. a temporibus antiquis habet in singulis civitatibus, qui eum praedicent in synagogis, ubi per omne sabbatum legitur. Es bezieht sich wohl auf dieses Lesen des Gesetzes, beziehungsweise das Anhören desselben, von Seite des Juden die Bezeichnung: oxpoaTol vö(i.oü Rom. 2, 13 und oxpoor^? X^You Jak. 1, 22. 23. 26. Digitized by Google — 14 — Pentateuch habe. Eine eigenthümliche Verszählung berichtet der Midrasoh Jalkut § 856 (Frankfurt a. d. Oder 1709). Das Leben des Menschen, heißt es daselbst, ist 70 Jahre (vgl. Ps. 89, 10), das ist 26.486 Tage (um 6 Tage zuviel), das Jahr zu 364 Tage gerechnet; nun hat die Thora 16.842 P'suquim (Verse), die Propheten 2294, die Hagiographen 6063, zusammen 23.199 P'suquim mit Ausnahme der äußeren D^31lC^nn. Vielleicht erklären sich die verschiedenen Zählungen der Verse in der Thora aus verschiedenen Eintheilungen derselben in den einzelnen Schrden; es pflegten nämlich die Eabinen die Abgrenzung und hiemit auch die Zahl der Verse ihren Schülern mitzutheilen oder es sind die verschiedenen Zahlen der Penta- teuch -Verse aus dem verschiedenen Cyklus, die Thora vorzulesen, wovon oben die Bede war, abzuleiten. Nach M. Friedmann: Die Vers-Eintheilung des Pentateuch, in der Zeitschrift : Literaturblatt der Menorah, Hamburg 1891, Nr. 3 fll, habe es eine doppelte Me- thode, die Verse zu theilen, gegeben, nämlich 1. durch einen senk- rechten Theilungsstrich , daher der Soph-Pasuqu, der als Ton- zeichen noch im Gebrauche ; 2. durch einen Punkt zu Beginn des neuen Verses. Derselbe Autor weist in den citierten Nummern nach, dass die Vers-Eintheilung in der Thora an vielen Stellen durch haggadische und halachische Erklärungen beeinflusst sei und ohne diese nicht verstanden werden könne. Bekanntlich hängt mit der masoretischen Vers-Eintheüung die Accentuierung des Textes innig zusammen und ist jene deshalb auch wichtig, weil sie bei den sogenannten protokanischen Büchern des Alten Bundes von Ro- bertus Stephanus in seiner Ausgabe der Vulgata vom Jahre 1666, worin für die ganze Bibel zuerst die jetzige Vers-Eintheilung angewendet wird, fast ganz nachgeahmt und fürs Neue Testament und die sogenannten deuterokanischen Bücher des Alten Testa- mentes zur Grundlage der Eintheilung genommen wurde. Außer den im Contexte genannten Schriften vergleiche über die Eintheilung des hebräischen Textes noch besonders Hupfelds gründliche Darstellung unter dem Titel: Beleuchtung dunkler Stellen der alttestamentlichen Textgeschichte in: Studien und Kritiken, 1837, S. 830— 877; Eeusch H., Lehrbuch der Einleitung in das A.Test., 4. Aufl., 1870, § 68; Danko, Hist. revel. d. III, § 19; Zschokke, Hist. sacra, 1872, 2. ed. 1882, § VI; Kaulen, Einleitung; Zunz, GottesdienstlicheVorträge der Juden; Herzfeld, Geschichte des Volkes Israel, XII; Schürer, Geschichte des jüd. Volkes im Zeitalter Christi. (2. Aufl. des Lehrb. d. Neutest. Zeitgeschichte. 1886, 378—381.) Digitized by Google Zweiter Abschnitt. Die Eiutheiluug des griechischen Textes. (Neues Testament.) Ähnlich wie bei den heiUgen Büchern des Alten Testaments, entstand bei denen des Neuen Testaments eine Eintheilung durch die Lesung der Heiligen Schrift, welche theils eine private, theils eine öffentliche war (Col. 4, 10; 1 Tim. 3, 16; Apoc. 1, B). Es wurden in ältester Zeit gewisse ava^vtü'^jxaTa Vorlesestücke, B7 flir 53 Sonntage und die vier höchsten Feste ausgewählt. Clemens von Alexandrien (Strom. VII, 14, § 84) spricht von einer [is^ionrj TcsptxoTn^, Tertullian (ad uxor. II, 2.) de illo capitulo . . primae ad Corinthios ; Dionysius von Alexandrien (bei Euseb. h. e. VII, 25) erzählt, dass einige Väter die Apokalypse von Hauptstück zu Hauptstück (xa^' sxaitov xsyoXatov) durchgeprüft und gezeigt hätten, dass sie unbe- kannt und unverständlich sei. Manche wollten aus dieser Stelle schließen, dass die hier genannten Capitula, keine auf eine kirch- liche Eintheilung sich beziehenden Capitel, sondern für die Exe- gese gemachte Eintheilungen gewesen seien, weil in den Gegenden, von denen Dionysius von Alexandrien spricht, die Apokalypse in der Kirche nicht vorgelesen worden sei; indes ist dieser Schluss auch nicht ganz bestimmt. Die Eintheilungen der Bücher des Neuen Testaments scheiden sich in vier Gruppen, nämlich 1. jene der Evangelien, 2. die der Apostelgeschichte und Katholischen Briefe, 3. die der Paulinischen Briefe, und endlich 4. die der Apokalypse. VSTir begegnen aber bei allen Theilen des griechischen Textes des Neuen Testamentes, sowie bei Handschriften der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes, einer Erscheinung bezüglich der Eintheilung, die wir beim hebräischen Texte nicht finden: in den ersten christlichen Zeiten wurden die Heilige Schrift des Neuen Testamentes und die griechische Übersetzung in Capitel Digitized by Google — 16 — getheilt; die zugleich entsprechenden Inhalts -Angaben titXot, auch xsydXata genannt.*) Außerdem gab es aber Eintheilungen des Textes in xsydXotia ohne solche Inhalts -Angaben. Wir behandeln nun kurz die verschiedenen Eintheilungen nach den angegebenen Theilen der Heiligen Schrift des Neuen Bundes. A. Eintheilung der Tier Eyangelien. Für die älteste bakannte Eintheilung hält Gregory in seinen ausgezeichneten Prolegomena zu Tischendorfs achter kritischer größeren Ausgabe des Neuen Testamentes, Leipzig 1884 und 1890, p. 141, nicht mit Unrecht jene, welche bloß im Codex B (Vatic. 1209) und S (Zacynthius)*) vorkommt, nach welcher Matthäus in 170, Marcus in 62, Lukas in 152 und Johannes in 18 Capitel ein- getheilt ist. Die nächst älteste ist die Eintheilung in xizkoi, xsyd- Xaia, auch größere Capitel genannt, im Q-egensatze zu den bald hienach entstandenen kleinen Capiteln des Eusebius. Die ersteren Capitel oder xizkoi, die von früher Zeit bis zum 16. Jahrhundert ihre Herrschaft in den Majuskel- und Minuskel-Handschriften be- haupten, verth eilen sich auf die vier Evangelien wie folgt: Mat- thäus 68, Marcus 48,®) Lukas 83 und Johannes 18. Gewöhnlich ist jedem der vier Evangelien ein Verzeichnis der Capitel mit griechischen Zahlbuchstaben und mit den betreffenden kurzen In- halts -Angaben vorangestellt, so zu Matthäus a irepl twv [käy^^J ß '^^?^ Td)v avatpsO-^vTÄy iratSicDV u. s. w. Schon der Codex Alex, aus dem *) Der berühmte Codex Coislin. I zu Paris (auch jetzt Ms. grec 1) aus dem 6. oder 7. Jahrhundert gibt folgende auffallende Eintheilung mehrerer Bücher des Alten Testamentes: zuerst kommt eine Eintheilung in Capitel mit Inhalts- Angaben (Titeln), dann eine zweite Eintheilung in Capitel mit den den Anfang des jeweiligen Capitels bildeuden Textworten ; so hat Genesis Capitel der ersten Art 106, der zweiten Art 99; Exod. 84, 110; Levit 54, 61; Num. 63, 41; Deut. 68, 94; Josue 22, 14; 1. Reg. 58, 15; 2. Reg. 51, 55; vgl. Montfaucon B. Hexa- plorum Origenis, Paris 1713, Praeliminaria, VIII, p. 45 — 46; besonders aber in seiner Bibliotheca Coislin., Paris 1715, p. 1 — 42. Der Codex VIII Coislin., jetzt Ms. grec 9, hat zu 1. Paral. 83, 2. Paral. 86, zu Esther 55 Capitel mit Inhalts- Angaben. Wir schließen aber die Eintheilung der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes von unserer Abhandlung gänzlich ans. ^ Diese Majuskel-Handschrifl kam von der Insel Zante (daher der Name) in den Besitz der Londoner Bibel-Gesellschaft und wurde von Tregelles im Jahre 1861 herausgegeben: Codex Zacynthius S Greek palimpsest fragments of the Gospel of Saint Luke, London. ^ Doch finden sich gerade bei Marcus kleine Differenzen in den Zahl- angaben, z. B. bei Ms. grec 47 der National-Bibliothek zu Paris, geschrieben 1364, zählt Marcus 46 Titel. Die obige Eintheilung hat genau Codex 196 Coislin. in Paria. Digitized by Google — 17 — 6. Jahrhundert enthält dieselben. Sie finden sich u. a. in: Novnm Testamentum, Graecum . . . Joann. Milii, Anstelod. etLips. MDCCX. Auffallend ist der Umstand, dass bei den Evangelien die Tituli nicht beim 1. Capitel, sondern später beginnen ; so beginnt Lukas mit: Äspl tf)<; iiroYpa^c, was sich auf den in Capitel 2 berichteten Census zur Zeit der Geburt Christi bezieht. Unter mehreren Er- klärungsversuchen dürfte die Lösung Gregorys, p. 142, sich sehr empfehlen, dass nämlich die ersten Capitel als Prooemium be- trachtet und deshalb nicht gezählt worden seien. Eine andere Eintheilung der vier Evangelien, die sich sehr häufig neben der früheren in Handschriften vorfindet, ist die in kleinere Capitel, nämlich Matthäus 355, Marcus 233, Lukas 342, Johannes 232. Diese Eintheilung wurde die längste Zeit von fast allen Einleitungswerken in das Neue Testament jenem Ammonius von Alexandrien im 3. Jahrhundert nach Christus zugeschrieben, der eine Evangelien -Harmonie verfasst haben soll; zu diesem Zwecke hätte Ammonius die vier Evangelien in die genannten Capitel zerlegt. Th. Zahn in: Tatians Diatessaron, Erlangen 1882, S. 157, weist gründlich nach, dass die Nachricht des Eusebius über Ammonius nicht auf die Abfassung einer Evangelien-Harmonie, sondern nur auf Zusammenstellen der Parallelen aus Marcus, Lukas und Johannes zu den entsprechenden Texten des Matthäus sich beziehe; das, was man Harmonia evang. Ammonii Alex, nenne, könne unmöglich eine Übersetzung eines etwaigen griechischen Originales einer solchen Evangelien-Harmonie sein, denn die älteste bekannte lateinische Evangelien-Harmonie (im Codex Fuld., heraus- gegeben durch Ranke, 1868) sei die Übersetzung des heil. Hierony- mus; wenn es eine griechische Evangelien-Harmonie je gab, so sei sie jetzt nicht bekannt oder existiere gar nicht. Lloyd in seiner Ausgabe des Neuen Testamentes, Oxford 1827, wies nach, dass die Abfassung der obgenannten kleinen Capitel nicht dem Ammonius, sondern dem Eusebius von Cäsarea zuzuschreiben sei, der zugleich auch die bekannten zehn Canones verfasst habe; dieser Meinung, welche dann durch Bourgon besonders bekräftigt wurde, pflichtet auch Gregory bei, 1. c. p. 143 u. 464. Die Zahl der genannten kleinen Capitel variiert in den Handschriften; Matthäus hat 352—360, Marcus 234—241, Lukas 342—349, Johannes 231, 232. Diese kleine- ren Capitel sammt den zehn Canones nahm auch der heil. Hie- ronymus auf; vergleiche seine Praefatio in evangelistas ad Dama- sum Papam. Sie kamen auch in die Handschriften der Vulgata und wurden diese zehn Canones oft in schön colorierten Tabellen, 2 Digitized by Google — 18 — in ganzen Bibel-Ausgaben, sowie in bloßen Evangeliarien, fast in jeder Handschrift den Evangelien vorangestellt, ja selbst noch in manchen älteren Druck -Ausgaben, so z. B. in den Bibel- Ausgaben von Ant. Koburger in Nürnberg, finden sie sich abgedruckt.') Bezüglich der Eintheilung der syrischen Übersetzung der Peschitto bei den Evangelien zeigte G. H. Gwilliam in: Studia Biblica et Ecclesiastica, Volume II, Oxford 1890, unter dem Titel: The Ammonian Sections, Eusebian Canons and Harmonizing Tables in the Syriac Tetraevangelium, p. 241 — 272, dass die Peschitto bei Matthäus 426, Marcus 290, Lukas 402 und Johannes 271 Capitel habe. B. Eintheilung der Apostelgeschichte und katholischen Briefe. Bekanntlich findet sich in den Handschriften des Neuen Testamentes vielfach die Eintheilung, dass den Evangelien nicht die Apostelgeschichte und Paulinischen Briefe, sondern die Apostel- geschichte mit den katholischen Briefen und danach erst die Pau- linen und die Apokalypse folgt; es wurde die Apostelgeschichte und die katholischen Briefe als ein zusammengehöriger, eigener Theil des Neuen Testamentes betrachtet. Die älteste bekannte Eintheilung der Apostelgeschichte ist die des Codex Vaticanus in 36 Capitel, welche unter den zwei Eintheilungen , die sich in jenem Codex finden, die ältere ist; er enthält noch eine später hinzugefügte Eintheilung in 69 Capitel. Die gewöhnlich in den Handschriften vorkommende Eintheilung der Apostelgeschichte ist in 40 Capitel mit entsprechenden Inhalts-Angaben, Ix^oet^, oder Titeln ; sie sind u. a. abgedruckt in Mills Ausgabe des Neuen Testamentes a. a. 0. Der 1. Titel lautet: nepl zifi iS avaoTiasux; 8t§a- tpÖTToo ry)<; avaXijc^ett); toö y^pifjzob xal Trspl t^c eoS^Soo Ssotspa^ a&toö Tcapooota^ u. s. w. Für den Urheber dieser Eintheilung hielt Montfaucon, in der Biblia Coisl., p. 76, auf Grund einer Notiz im Codex Coisl., n. 26, zur Apostelgeschichte, und nach ihm auch Tregelles in seiner Introduction, London 1866, p. 27, den Märtyrer Pamphilus ; allein 1) In den Handschriften finden sich die -d-Xot häufig mit großen, die x«v 00 Y'jXaooövTCDV rd ^o'3ixd. Die Titel sind nach Euthalius eigener Aussage mit großer Mühe von einem „unserer weisesten und Christus liebenden Väter" verfasst, worunter nach Zacagni, Mill und andere auch Gregory, 1. c. p. 169, den bekannten Theodor von Mopsvestia versteht. Ob dieser die Titel allein oder auch die Capitel-Eintheilung gearbeitet, lässt Gregory unentschieden ; vielleicht ist Theodor, da die Titel zur Capitel-Eintheilung gehören, der Urheber von beiden. Der Codex Vaticanus hat bei den Paulinischen Briefen eine doppelte Eintheilung: 1. er behandelt dieselben als ein einziges zusammenhängendes Buch und zählt die Capitel in denselben in fortlaufender Reihen- folge; nach dieser hat Römer 21, 1. Korinther 21, 2. Korinther 11, Galater 6, Hebräer 11, Epheser 6, Philipper 4, Kolosser 6, l. Thes- salonicher 4, 2. Thessalonicher 4 Capitel; 2. eine neuere Eintheilung in diesem Codex gibt dem Römer 8, 1, Korinther 11, 2. Korinther 8, Galater 4, Epheser 3, Philipper 2, Kolosser 3, 1. Thessalonicher 2, 2. Thessalonicher 2 Capitel.*) D. Eintheilung der Apokalypse. Zu dieser findet sich eine Eintheilung, gearbeitet von Andreas, Erzbischof von Cäsarea in Kappadokien, der wahrscheinlich gegen Ende des 6. Jahrhunderts lebte ; er verfasste einen Commentar zur 1) Der schon genannte Codex 47 der Nat.-B. enthält Rom. 45, 1. Kor. 47, 2. Kor. 31, Gal. 17, Ephes. 21 Capitel. Eine besondere Eintheilung hat der oben erwähnte Cod. Coisl 196: Rom. 26, 1. Kor. 24, 2. Kor. 16, Gal. 12, Eph. 10, Phil. 6, Kol. 10, 1. Thess. 6, 2. Thess. 9, 1. Tim. 20, 2. Tim. 9, Titus 6, Philem. 2 u. Hebr. 30 Cap. Digitized by Google — 21 — Apokalypse, den ersten zusammenhängenden, der uns erhalten ist; darin zerlegt er die Apokalypse in 24 Xöyoo<;, mit Rücksicht auf die Zahl der in Capitel 4, 4 erwähnten 24 Ältesten und in 72 X6(p<ÄXaia, mit Hinblick auf die dreifache Natur aw|i.a, ^o^^J, 7rvsö[ia der ge- nannten Presbyter (Migne, Patrol. Gr., 106, 220) ; Andreas war über- haupt auch ein Freund des nach den genannten drei Theilen drei- fach gefassten Sinnes der heiligen Schriften. Im Codex Vaticanus ist die Apokalypse nicht mehr enthalten (ebenso der Theü des hebräischen Briefes von Capitel 9, 16 bis zum Schlüsse, die Pastoral- briefe und Philemon), der Codex Sinaiticus (5<), Alexandr. (A) und S. Ephraemi rescr. (C) enthalten zu den Paulinischen und katho- lischen Briefen, sowie zur Apostelgeschichte und Apokalypse keine Eintheilung; A und C haben bloß zu den Evangelien die xs^aXaia und TttXoi. • • Anhangsweise besprechen wir kurz die Eintheilung des griechi- schen Textes des Neuen Testamentes in Verse; hiezu ist es aber nothig, über die verschiedene Auffassung des Wortes „Vers" zu handeln. Außer der vielfachen Bedeutung desselben in der Metrik der Hebräer, Griechen, Lateiner und wohl auch anderer Völker, wie Perser, Inder, Araber, beschäftigt uns hier ein anderer zwei- facher Unterschied des Wortes Vers; 1. in der jetzt gewöhnlich angenommenen Bedeutung einer Sinnzeile, d.h. eines größeren oder kleineren Absatzes, der für sich einen größeren oder gerin- geren Theil eines eigenen abgeschlossenen Sinnes gibt — Haupt- satz, untergeordnete Sätze; man nennt dies irefvioSot, xwXa, xö|i.jxata, je nachdem sie größere oder kleinere Theile umfassen. In dieser Art und Weise schrieb Origenes seine Hexapla und Hieronymus mehrere Bücher der Vulgata (Scriptio per cola et commata).') 2. Man fand theils durch Stellen bei Classikern, theils durch eingehende Untersuchungen, dass das Wort versus (-^tixo;) noch eine andere Bedeutung gehabt habe, nämlich die einer Raum- zeile. Schon Heinsius vertheidigte gegenüber Croius (Sacrarum et hist. in Nov. foed. observationum, Genevae 1646) die Ansicht, dass die in vielen Handschriften vorkommenden orr/oi nicht Verse in unserem Sinne, sondern Linien oder Zeilen des Textes sind; allein damit, obwohl in dieser Auffassung Wahres enthalten ist, waren die stichometrischen Angaben, die sich in vielen Hand- schriften am Schlüsse der meisten Bücher finden, nicht erklärt; 1) xüSXov, Glied des Körpers, eines Satzes, ist die Bezeichnung für eine größere, xöjjLjjia für eine geringere Reihe von Wörtern, die aber für sich einen Sinn geben. Digitized by Google — 22 — erst den Forschungen Ritschis (gest. 1876) in Opusc. philolog., Lips. 1866,1, 74—112, 173—186, 190— 196, ») namentlich aber der classischen Arbeit von Charles Graux (gest. 13. Jan. 1882) in Revue de Philologie, tom. IT, 1878, p. 97 — 143, gelang es, die Sache aufzuhellen; Graux berechnete, dass der Umfang der griechischen Werke, die Bücher der Heiligen Schrift, die theologischen und Profan- Schriften nach dem Homerischen Verse, nach einer Längenzeile von 16 Silben oder 36 Buchstaben ungefähr berechnet wurden ; er zählte die Zahl der Buchstaben einzelner Bücher der heiligen Schrüt, dividierte die- selbe durch die am Schlüsse der Bücher in den Handschriften angegebenen Zahlen der Stichen, die allerdings variieren,*) und gelangte zu dem Resultate, dass 32 - 36 Buchstaben die „Normal- zeile" bei den heiligen Büchern bilden. Diese stichometrichen An- gaben am Schlüsse der Bücker und Werke waren eine Art Gon- trole gegenüber dem Verleger oder Buchhändler für den Käufer, damit er beiläufig wisse, wie viele Stichen das Buch nach seinem wahren Umfange enthalte; Gregory nennt, 1. c, p. 113, diese Raum- oder Längenzeile passend: mensura spatii; darauf beziehen sich also die stichometrischen Angaben in den Handschriften. — Von diesen Versen, Stichen, ist, wie schon oben gesagt, die Eintheilung des Textes in Verse nach dem Sinne wohl zu unterscheiden. Schon der Codex Alex, hat einige kleine Zwischenräume im Texte, unseren modernen Versen ähnlich; der Codex C hat bereits bei einigen Büchern Stichen. Der schon oben genannte Euthalius fährte in seiner Ausgabe der Apostelgeschichte und katholischen Briefe sowie in jener der Paulinischen Briefe eine Schreibweise ein, die schon Origenes befolgt und auch Hieronymus in seiner Vulgata nach- geahmt hatte, nämlich in einer Linie nur so viele Worte zu schreiben, als dem Lesenden in einem Athem zu lesen leicht wäre und die für sich eine abgeschlossene größere oder kleinere Sinnesreihe geben. Beispiele für diese Schreibweise finden sich in Einleitungs- werken, wie Hug, 4. Auflage, I, 217, Gregory, 114, aus dem Codex Claromont., zu den Paulinischen Briefen, 1. Korinther 13, B — 8. Man nennt diese Schreibweise die Euthalische Stichometrie , obwohl nicht von ihm erfunden; sie ist wesentlich verschieden von der *• Schon iu: Alexandr. Bibliotheken, Breslau 1838, gegenüber Hug. 2) Die mehrfach erwähnte Handschrift 47 Nat.-B. gibt die Stichen-Anzahl so an: Matlh. 2G00, Mark. 1600, Luk. 2800, Joh. 2300, 1. Petr. 132, 1. Joh. 164, Rom. 920, 1. Kor. 870, 2. Kor. B90, Gal. 392, Eph. 312, Phil. 208, Kol. 208, 1. Thess 193, 2. Thess. 106, 1. Tim. 230, 2. Tim. 172, Titus 97, Philem. 37, Hebr. 750. Digitized by Google — 23 — früher kurz beschriebenen Stichometrie «nd ist eigentlich im Gegen- sätze zu dieser eine Kolometrie. Die Euthalischen Stichen wurden in viele Handschriften^) eingeführt, da aber diese Art, den Text zu schreiben, ungemein vielRaum beanspruchte, wurden die Stichen nicht mehr untereinander (wie man beiläufig Gedichte schreibt) geschrieben, sondern nebeneinander und der Beginn der einzelnen Stichen durch gioße Anfangsbuchstaben oder durch einen Punkt bezeichnet; man benützte hie und da das Vorhanden- oder Nichtvorhanden- sein der Stichometrie in den Handschriften zur Abtheilung der- selben in solche, die 'vor der Stichometrie des Euthalius, solche, die sticho metrisch, und jene, die nach derselben geschrieben sind. Bei den Evangelien sind in Handschriften die Stichen auch pYJfiaTa genannt. Über die Capitel- und Vers-Eintheilung des Neuen Testa- mentes vergleiche außer der citierten trefflichen Schrift von Orojus, der aber darin irrt, dass er die jetzigen Capitel für älter hält als sie es sind, und der die stichometrischen Angaben fast alle für Berechnung von Sinnzeilen hält, noch die Einleitungswerke von Hug, Reithmayr, Ad. Maier, Gabr. Güntner, Scrivener, besonders Gregory und Westcott-Hort, 2. vol., Introduction, Cambridge 1881. Eine Eintheilung des griechischen Textes des Neuen Testa- mentes in Verse unternahm der gelehrte Pariser Buchdrucker Robertus Stephanus (Estienne), die er in seiner Ausgabe des Neuen Testamentes im Jahre 1661 zum erstenmale veröffentlichte; diese Ausgabe trägt den Titel: Tf^c xatvr]<; StaO'YJxYjg^'ATcavTa in zwei Bänd- chen in 16®; wovon das erste die Evangelien und Apostelgeschichte, ^) Stichometrisch sind geschrieben: Codex D Cantabrigiensis zu den Evangelien und zur Apostelgeschichte; Codex D Claromontanus , jetzt Ms. grec. 117 in der Nat.-B. zu Paris, der alle Paulinischen Briefe enthält, heraus- gegeben von Tischendorf, u. d. T. Codex Claromontanus . . . Lips. 1862. — Codex E Sangermanensis, einst der uralten Abtei St.- Germain de Pr^s zu Paris gehörig, jetzt in »Petersburg, die Paulinen enthaltend. Codex E, Laudianus genannt, in der Bodlejana zu Oxford, enthält die Apostelgeschichte. Codex E Basileensis zu den Evangelien. Codex F Cantabrigiensis, auch Augiensis ge- nannt, zu 13 Paulinischen Briefen, herausgegeben von Scrivener 1859. — Der Codex San Gallensis 1, herausgegeben von Rettig Turici 1836 zu den Evangelien, sowie der sogenannte Codex Boernerianus (zu Dresden) G zu 13 Paulinischen Briefen ed. Matthaei 1818 sind aus solchen Codices abgeschrieben, welche die Stichometrie in ihrer genauen Form enthielten ; sie haben dieselben jetzt in fort- laufender Linie, aber durch größere Buchstaben angezeigt. Im Cod. K. (Cyprius), Ms. gr. sind die Stichen durch Punkte kenntlich gemacht. Sehr kurze Stichen enthält der Codex Laud. Die stichometrischen Zahlen am Ende der heiligen Bücher beziehen sich aber nicht auf die Euthal. Stichen. Digitized by Google — 24 — das zweite die übrigen Sokriften des Neuen Testamentes enthält. ') Über dieses Vers-System werden wir im dritten Abschnitte, bei den Eintheilungen des lateinischen Textes, am Schlüsse, im Zusammen- hange handeln. 1) Die Ausgabe ist in Genf gedruckt, obwohl der Ort nicht genannt ist ; aber aus der Lebensgeschichte des Druckers erhellt, dass er 1551 wegen seiner offenen Hinneigung zum Protestantismus Paris verlassen musste und in Genf seinen Wohnsitz errichtete; die Ausgabe trägt die Jahreszahl MDLT; in einigen Exemplaren wurde irrig MDXLI gedruckt, die Zahl X ist aber radiert, so jedoch, dass man noch dieselbe erkennt: es scheint im selben Jahre eine doppelte Ausgabe, eine bessere und mindere, veröflPentlicht worden zu sein; eine weist wenigstens feineres Papier und schöne rothe Linien auf. Vielfach sind die beiden Bändchen zusammengebunden. Nebst dem griechischen Texte bietet die Ausgabe auch die lateinische Übersetzung des Erasmus von Roterdam am äußeren, die der Vulgata am inneren Rande jeder Seite. Das erste Bändchen zählt 1—463 Blätter, das zweite 312 Blätter, dann kommt in neuer Folienzälilimg von Blatt 1—65 eine Harmonia Evangelica und von f. 66—72 ein Index dazu, endlich, ohne Zählung der Blätter, ein kleiner Index eorum, quae in Nov. Test, docentur. Die Aufgabe trägt den Wahlspruch R. Steph.: Noli altum sapere. Ex officina Roh. Steph. Digitized by Google Dritter Abschnitt. Die Eintheilung des lateinischen Textes des Alten und Neuen Bundes. Die Darstellung der Eintheilung des lateinischen Textes zer- fUUt von selbst in zwei Theile, deren erster die alte, bis zum An- fange des 13. Jahrhunderts gebräuchliche Eintheilung bespricht, der zweite, die von Stephan Langton am Anfange jenes Jahr- hunderts eingeführte neue Capitel-Eintheilung behandelt, die, einige Differenzen abgerechnet, noch in der katholischen Kirche im Ge- brauche ist und auch in Handschriften, noch mehr aber in Ausgaben des hebräischen und griechischen Textes aufgenommen wurde. Erstes Capitel. Eintheilnng des lateinischen Textes von den ältesten Zeiten bis zu Anfang des 13. Jahrhunderts. Die ältesten Handschriften des lateinischen Textes zum Alten wie zum Neuen Bunde zeigen eine größere Eintheilung des Textes in Tituli, Brevesund Capitula, außerdem eine Eintheilung in eine Art Verse. Was dieBedeutung der Tituli, Breves und Capitula betriffl, so erhellt aus manchen Handschriften, dass dieselben, ob- wohl sie sachlich nicht ganz gleich sind, dennoch vielfach promiscue für einander gebraucht werden; so heißt es z. B. in der ersten Bibel Karl des Kahlen (Ms. lat. 1, Biblioth^que nationale zu Paris) vor der Genesis: Capitula libri Genesis, und dann gleich: Tituli in Vet. Testamentum, am Schlüsse wieder: Expliciunt capitula. Solche Beispiele ließen sich aus den Handschriften nicht wenige anfuhren; vergleiche auch Martianay in der Ausgabe der Divina Bibliotheca des heil. Hieronymus, Prologomenon IV de titulis et capitulis, versibus et metris s. Bibliorum nr. 2 (Migne, P. L., 28, 106) ; insbesondere aber das Werk des ehrwürdigen Cardinais Joseph Digitized by Google — 26 — Maria Tommasi (unter dem von ihm gewählten Namen Caras auch bekannt, gestorben 1. Jänner 1713), das eine Sammlung von Tituli, Capitula, Breves aus ältesten Handschriften römischer Bibliotheken (aus Codex Vallicell., S. Pauli extra muros, auch Caroliuus genannt, anderen Handschriften der Vaticana und des Klosters der Oratorianer zu Rom) enthält und zuerst 1688 in Quart von ihm veröffentlicht wurde, nachmals, im ersten Bande der Gesammt -Ausgabe der Werke Tommasi's, welche Vezzosi veranstaltete (7 Tomi, Rom 1747 — 64), wieder herausgegeben, mit Anmerkungen versehen und mit einer Sammlung von Titeln aus einem Codex des Klosters Murbach im Elsass ergänzte. ') Die Tituli und Breves unterscheiden sich sach- lich von den Capitula im engeren Sinne des Wortes dadurch, dass die ersten Inhaltsverzeichnisse meist von größerem Umfange, Summarien sind, die nicht mit Textes-, sondern mit eigenen Worten gebildet sind und oft ein corruptes Latein zeigen, während die Capitula Eintheilungen des Textes selbst, und mit den Anfangs- worten des betreffenden Abschnittes beginnen. Zum Citieren wurden mehr die Capitula, weniger die Tituli und Breves ver- wendet. Bemerkenswert ist ferner, dass die Tituli und Breves gewöhnlich Inhalts -Angaben sind, die unter einer Nummer ziem- lich viel Text nach dem Inhalte zusammenfassen. Brevis *) (Brebis) heißt solch eine einzelne Nummer als auch das ganze Verzeichnis solcher Summarien, daher die Ausdrücke : incipiunt Breves, incipit Brevis; für das letztere steht dann auch Brev(b)iarium oder Bre- viarius. In den meisten Handschriften kommt eine doppelte Reihe 1) Das Werk in der ersten Ausgabe von 1688 führt den Titel : Sacrorum Bibliorum juxta editionem seu LXX interpretum seu b. Hieronymi veteres tituli sine capitula, sectiones et stich ometriae ex majori parte ante annos mille in Occidente usitata una cum antiquis prologis, arguraentis etc. e mss. codd. prompta nunc primum edita; Pars prior: Vetus Testamentum complectens; in der Ausgabe von Vezzosi: Venerabilis Viri Josephi, M. Thoraasii opera onmia, tom. I, p. 1—289, und dann Pars secunda: Novum Testamentum complectens, l. c. p. 291-499. 2) Brevis, ergänze notitia oder libellus oder causa (breves causae bei Wordsworth, Evangelia, 1889;. Breviarium kommtschon bei Seneca, epist. lib. IV, X (edit. C.Fickert, 1842), vor: „Vulgo breviarium dicitur, olimcum latine loqueremur, summarium dicebatur." Schon Plinius und Suetonius gebrauchen das Wort in ähn- lichem Sinne. Vgl. Du Gange Glossar, med. et inf. latin., ed. de Favre, 1883—89. Forcellini (De Vit), Lexicon, Prati 1861. Cassiodor beginnt seine Complexiones in Epistolis apostolorum (Migne, P. L., 73, 1320) folgendermaßen: „Breves aposto- lorura, quos nos proprie complexiones possumus appellare, summatim dicendo diversa complectuntur." Vgl. Brevis librorum, qui sunt in coenobio Sindleozes- Auua facta a. VIII. Hludovici imp. bei Neugart, Episc. Const., I, 686. Digitized by Google — 27 — von Capitula vor: erstens solche, die auf bestimmte Nummern ver- theilt sind, alle Summaiien enthalten und aus eigenen Worten der betreffenden Verfasser bestehen, und zweitens jene Capitula, welche mit den Anfangsworten des betreffenden biblischen Ab- schnittes beginnen, aber den vorhergehenden Summarien genau entsprechen; solche zweifache Capitula sind viele im citierten "Werke des Thomasius, so haben daselbst Codex S. Pauli extra muros zur Genesis 82 Capitel (Summarien) und ebenso viele Capitel- anfänge, nämlich: , ^ ' dazu: Capitel I. De die primo in quo Capitel I. In principiocreavitdeus lux facta est; coelum et terram. Capitel II. De die secundo, in quo Capitel II. Dixit quoque deus : fiat coelum factum est; firmamentuminmedioaquarum. CapitelXXXII. Pugnaverunt Re- Capitel XXXII. Factum est autem ges quatuor ad versus quinque in illo tempore ut Amraphel rex et aperunt Loth et omnem equi- Sennaar et Arioch rex Ponti — tatum Sodomorum ; u. s. w. Vergleiche hiezu die Capitel bei Migne, Divina Bibliotheca s. Hieronymi (28, 158). Die nämlichen Capitel hat auch die er- wähnte erste Bibel Karl des Kahlen. Ebenso zu Exodus: dazu: Capitel I. De infantibus Hebrae- Capitel I. Haec sunt nomina filio- orum, quos praecepit Pharao rum Israel qui ingressi sunt in in flumen projici; Aegyptum cum Jacob — u. s. w. Daneben gibt es auch Tituli und Breves, die nicht aus Worten der Heiligen Schrift bestehen, sondern Summarien sind, ohne dass ihnen Capitel -Anfänge entsprechen würden; sie finden sich aber in Handschriften wenngleich nicht so oft, und ist stets vor dem betreffenden Buche ihr Verzeichnis vorausgeschickt; in den hei- ligen Büchern selbst, sind sie im Texte oder am Rande bemerkt; vergleiche Hieronymus, Divina bibl, in Migne, P. L., Tom. 28, wo zu den Büchern Genesis bis Richter inclusive Tituli, Breves und Capitula angegeben sind ; die zwei Bücher Samuel und zwei Bücher Könige, haben bloß Tituli (und die modernen Capitel). Wir geben beispielshalber eine kurze Übersicht einiger solcher Tituli, Breves und Capitula, welche auf Vollständigkeit, namentlich beim Alten Testament, nicht Ansprueh erhebt. Digitized by Google — 28 — Altes Testament. Zur Genesis. Außer den erwähnten Capitula: De die primo, in quo lux facta est (82), gibt es noch vier Arten solcher Summarien : 1. Die des Codex Amiatinus, an der Zahl 63; sie zeichnen sich durch eine schöne Sprache aus ; Capitel 1 : Opus deificum sex diebus et septimo requievit. 2. Die des Codex Memianus, 38 an der Zahl, Tituli genannt ; Capitel 1: De creatione mundi et plasmatione hominis. De inter- dicfcione arboris et praevaricatione et sententia dei. 3. 46 Breves (bei Thomas., 1. c. 9 aus einem Codex Vatic), auch bei Migne, 1. c. col. 166); Capitel 1: De lucis exordio et divi- sione tenebrarum a luce et die prima; endlich 4. 164 Capitula aus einem Codex Vatic. (Farfensis); Capitel 1: übi lux primo fieri jubetur; diese kurzen Summarien beginnen meistens mit: übi. Zum Buche Exodus ist bemerkenswert, dass die zehn Plagen Ägyptens und die zehn Gebote Gottes als Unter -Abtheilungen größerer Titel eigens mit Nummern oder Buchstaben bezeichnet sind. In diesem Buche kommen 18 Tituli vor, von denen einige sehr umfangreich sind ; 21 Breves, deren 1. : De rege, qui opprime- bat filios Israel et de obstetricibus Hebraeorum et de nativitate Moysi, und dann 139 Capitel, deren 1. beginnt: De infantibus He- braeorum, quos praecepit Pharao in flumen projci, oder nach an- deren Handschriften : De nominibus filiorum Israel, qui ingressi sunt in Aegyptum et de infantibus Hebraeorum, quos praec. Ph. in flumen proj. Zu Leviticus finden sich 16 Tituli, der 1.: Ubi lex holocau- storum de immundis animalibus vel avibus domini promulgatur; dann 16 Breves (Amiat.), der 1.: De decem generibus oblationum absque fermento et melle solo admiscendis sale; 89 Capitula, das 1.: Locutus est dom. ad Moysen de tabemaculo testimonii et de sacrificiis. (Vallic. 1. Bib. Karl d. K.) Zu Numeri sind 20 Titel, 1.: Praecepit dom. Moysi, ut nume- rum totius populi a viginti annis ut supra omnium virorum ac principum familiarum describat, excepta tribu Levi et qualiter castra promoveantur vel ponantur (Amiat.); 774 Breves, 1 : Ee- cognitio 12 tribuum facta a Mose et Aaron; et duodecim prin- cipibus a viginti annis et supra, praeter Levitas D C III. et D 4 (Vallic), endlich 77 Capitula mit sehr kurzen Summarien, 1.: De levitis non numerandis. Zum Deuteronom. sind 19 Tituli, 1.: Trans Jordanem populo Digitized by Google — 29 — legem explanat, commemorat quemadmodam eos hortatus fuerit; ut prudentes eligerent viros quos judices constituerent, quomodo ad terram promissionis miserit inspectores, et quod rebellis exsti- terit cuncta populi multitudo et quod propter delictum eorum etiam ipse Moyses terrae promissionis privaretur introitu. Et ubi a do- mino praecipitur, ne de possessione filiorium Esau et Lot aliquid contingatur (Amiat.); ferners 142 Breves mit sehr kurzen Summa- rien, 1.: De judicibus u. s. w., endlich 166 Capitula, vielfach mit Worten des Textes, hie und da mit eigenen Worten gegeben (Vallic). Josue, 11 Tituli (meist sehr umfassend, Amiat.), 33 Breves (Vallic.) und 110 Capitula. Jud., 9 Tituli (sehr inhaltsreich), 18 Breves, 69 Capitula. Die zwei Bücher Samuels werden als ein Buch behandelt und haben 137 Tituli, 90 (98) Capitula (Amiat. 90 u. Vallic. 98); das erste Buch zählt Capitel 1—48, das zweite 49 — 90 (98). Der sehr alte Codex Veron. zur Itala hat eine Recapitulatio von 42 Capitula. Die zwei Bücher der Könige sind ebenfalls als ein Buch in der Zählung betrachtet; es finden sich 210 Tituli (1.: Ubi salomon ungi jubetur), dann 91 (Vallic.) oder 84 (Amiat.) Capitula, die, we- nige Differenzen abgerechnet, dieselben Summarien haben, nur etwas verschieden angebracht zeigen; endlich kommen auch die zwei Bücher Paral., das erste Buch hat 104 Capitula oder 23 Tituli, das zweite Buch 18 Capitula mit Summarien ; in manchen Handschriften sind diese beiden Bücher gar nicht in Capitel ein- getheilt (Amiat.). Verschiedene Eintheilungen finden sich zu den zwei Büchern Esdras ; in manchen Handschriften entbehren sie jeder Eintheilung in Capitel. Eigenthümliche Titel finden sich in manchen Hand- schriften, z. B. Amiat., zu den Psalmen, z. B. 1.: Psalmus David. De Joseph dicit, qui corpus Christi sepelivit, Ps. 3 : Psalmus David, cum fugeret a facie Absalon filii sui. Vox Christi ad patrem. De Judeis dicit, u. s. w. Man sieht die typisch-messianische Auffassung fast der ganzen Psalmen aus diesen Titeln herausleuchten ; hier ist keine Capitulatio. Beim Hohen Liede findet sich ebenfalls keine Capitulatio, am An- fange des Buches auch keine Eintheilung in Capitula, dafür aber in zahlreichen Handschriften eine Eintheilung des Inhaltes in der Weise, dass verschiedene Personen als sprechend eingeführt werden : Christus, die Kirche, die Synagoge u. s. w. ; selbst in viele ältere Druck -Ausgaben gieng diese anmuthige Eintheilung über. Die großen Propheten haben meistens Summarien imd Capitel- Digitized by Google — 30 — Abtheilungen, die kleinen nicht immer; bei den kleinen Propheten kommt übrigens eine doppelte Capitel-Eintheilung vor, eine mit Capiteln größeren Umfanges (Oseas 8, Joel 6) und eine zweite mit kleinen, aber desto zahlreicheren Capiteln (Oseas 29, Joel 14 u. s. w.). Bei den zwei Büchern der Machabäer findet sich häufig eine Capitulatio für das erste Buch mit 61, das zweite mit 66 Summarien und den entsprechenden Capiteln. Neues Testament. Was zuerst die Evangelien betrifft, so findet sich hier eine dreifache Eintheilung: 1. fast in allen Handschriften sind die Capitula und Canones Eusebii vorangestellt und am Rande des Evangelien-Textes die Parallelstellen nach dieser Eintheilung an- gemerkt; in vielen Handschriften ist auch der Text nach diesen kleinen Capitula abgetheilt; 2. in vielen Handschriften, namentlich in solchen, welche die ganze Heilige Schrift oder doch das ganze Neue Testament enthalten, jSndet sich eine Abtheilung der Evan- gelien in größere Capitel als die Eusebianischen sind, nämlich Matthäus 81 (80), Marcus 46, Lukas 94, Johannes 46; diese Ein- theilung entspricht beiläufig den tdXot im griechischen Texte des Neuen Testamentes, die auch Capitel größeren Umfanges enthalten; endlich 3. kommt eine Einteilung in noch größere Abschnitte, meistens Breves genannt, vor, fast in allen jenen Handschriften, welche bloß die vier Evangelien enthalten (Evangelien), die sehr zahlreich sich vorfinden und namentlich in der Karolingischen Periode als Geschenke der Kaiser dieser Zeit, Karl des Großen, Ludwig des Frommen, Karl des Kahlen, Arnulfs, an Kirchen und Klöster, oft reich geziert, geschenkt wurden;*) nach dieser Eintheilung hat Matthäus 28 (30), Marcus 13 (12), Lukas 20 und Johannes 14 Breves. Wir geben im Nachstehenden ein Schema dieser Eintheilung, weil die von Stephan Langton eingefiihrte Eintheilung der Evangelien sich sehr derselben nähert. Es sind die einzelnen Breves zusammen- gestellt mit der jetzigen Eintheilung der Vulgata. ') So bewahrt die Nat.-B. in Paris eine ganze Reihe solcher lat. Evangeliarien (N. 255—328), unter anderem das prachtvolle Evangeliar von Toulouse; in München der Codex aureus von St. Emeram in Regensburg, vgl. Sanftl, „Disser- tatio de codice 8t.Em.",Ratisb. 1786 ; |in Kremsmünster der Codex millen. ; in Wien das Evangeliar Kaiser Karl des Großen, sieh Arneth, „Über das Evangeliarium Karl des Großen in der k. k. Schatzkammer", Wien 1864; der sogenannte Codex Carolinus in St. Paul in Rom. Ein schön geschriebenes, mit hübschen Feder- zeichnungen versehenes Evangeliar aus dem 10. oder 11. Jahrhundert be- wahrt die Universitäts-Bibliothek in Graz unter Handschrift 185. Digitized by Google — 31 — Vulg. „ Matthäus. ?lem. Breves (158Gd) 1. Christi generatio sie erat 1, 18. 2. Defuncto aatem Herode 2, 19. 3. Tunc Jesus ductus est in desertum 4, 1. 4. Videns aiitem turbas ascendit in m 5, 1. 6. Et cum oratis, non eritis s. hypocr 6, 6. 6. Nolite judicare et non jud 7, 1. 7. Et factum est cum consummasset 7, 28. 8. Et ascendente Jesu in nav. secuti sunt ..... 8, 23. 9. Et ascendens Jesus in nav. transfret 9, 1. 10. Et convocans duodecim discipulos 10, 1. 11. Et factum est cum consum. Jesus praeo 11, 1. 12. In illo tempore abiit Jesus per sabb. 12, 1. 13. In illo tempore exiens Jesus de domo 13, 1. 14. In illo tempore audivit Her 14, 1. 16. Tunc accessenmt ad eum ab Hierosol 15, 1. 16. Jes. autem convocatis discip. s. dixit: misereor turbae 15, 32. 17. Et post dies sex assumpsit 17, 1. 18. In illa hora accessenmt discipuli ad Jesum .... 18, 1. 19. Ideo assimilatum est r. coel. homini regi, qui vol. . 18, 23. 20. Simile est regnum coel. homini patrifam 20, 1. 21. Et cum appropinquassent Jeros 21, 1. 22. Audite parab. h. Homo erat paterfam., qui plantav. vin. 22, 1. 23. Tunc abeuntes Pharisaei consil. inierunt 22, 15. 24. Vae autem vobis scribae et Phar. hyp., quia claud. regn. coel 23, 13. 25. Jerusalem Jerus., quae occidis prophetas 23, 37. 26. Et factum est cum consummasset Jesus sermones hos omnes , 26, 1. 27. Tunc dicit illis Jesus: omnes vos soandalum pat. 26, 31. 28. Tunc milites praesidis suscipientes 27, 27. Marcus. 1. Et erat Johannes vestitus 1, 6. 2. Et protinus egredientes de synagoga 1, 29. 3. Et factum est, cum sabbatis ambularet 2, 23. 4. Et veniunt mater ejus et fratres 3, 31. 5. Et cum transcendisset Jesus in navi rursus trans fretum 5, 21. 6. Et convenientes apostoli ad Jesum renuntiaverunt illi omnia 6, 30. 7. Et inde surgens abiit in fines Tyri 7, 24. Digitized by Google — 32 — Vnlg. Olem. Breves (1698) 8. Et inde profecti praetergrediebantur Galil 9, 29. 9. Erant autem in via ascendentes in Jerosol 10, 32. 10. Et veniunt rursus Jeros. et cum ambularet in templo 11, 27. 11. Et cum sederet in monte olivamm 13, 3. 12. Et coepit illis in parab. loqiii: vineam pastin. ... 14, 1. 13. Et exurgens sunimus sacerdos 14, 60. Lukas. 1. Fuit in diebus Herod 2. Et ecce homo erat in Jerus. cui nomen Sim. . . . 3. Anno quinto decimo 4. Jesus autem plenus spiritu s 6. Et factum est una dierum et ipse sedebat docens 6. Cum autem implesset Jesus omnia verba 7. Factum est autem, cum redisset Jesus, excepit illum turba 8. Convocatis autem duodecim apostolis 9. Factum est autem post haec verba fere d 10. Post haec autem designavit dominus 11. Et factum est, cum esset in quodam 1. orans . . . 12. Cum haec ad illos diceret, coeperunt pharis. . . . 13. Aderant autem quidam 14. Et factum est cum intraret in domum 16. Bonum est sal, si autem sal evan 16. Homo quidam erat dives et induebatur 17. Assumpsit autem Jesus duodecim 18. Et observantes miserunt insidiatores 19. Et quaerebant princ. sac 20. Adhuc eo loquente ecce Judas 21. Et recordatae sunt verborum et regressae .... 8; 9, lo! 11 11 13, 14 14 16 18 20, 22 22 24 25. 1. 1. 17. 1. 40. 1. 28. 1. 1. 62. 1. 1. 34. 19. 31. 20. 2. 47. 8. Joh annes. 1. Et hoc est testimonium 1, 19. 2. Et die tertia 2, 1. 3. Post haec venit Jesus et ejus discipuli 3, 22. 4. Ut ergo cognovit ^j ^^ 6. Hoc vero secundum signum 4, 54. 6. Post h. abiit Jesus trans mare Gal 6, 1. 7. Post h. autem ambulabat Jesus in Gal 7, 1. 8. Dixit ergo iterum eis Jesus 8, 21. Digitized by Google — 33 — Vnlg. Clem. Breves (1602) 9. Amen, amen dico vobis 10, 1. 10. Proximum autem erat Pascha et asc 11, 66. 11. Ante diem festum Paschae 13, 1. 12. Ego sum vitis vera 15, 1. 13. Haec locutus est Jes. et sublev. oculis 17, 1. 14. Adducimt ergo Jesum a Caipha in praetor 18, 28. Aus dieser Zusammenstellung erhellt, dass außer den jeweiligen ersten Capiteln bei Matthäus 16, Marcus 1, Lukas 8 und Johannes 7 Capitel vollständig mit den Anfangen der jetzigen Capitel zu- sammenfallen, abgesehen von einigen der alten Capitel, in denen die jetzige Eintheilung der alten sehr sich nähert (Matthäus 7, 28; 23, 37; Marcus 13, 3; Lukas 11, 62; 14, 34; 22, 2).») Bemerkenswert ist femer, dass diese Breves der Evangelien meist nicht beim Beginne des Evangeliums, sondern erst etwas später ihre Reihe anfangen (Matthäus erst bei 1, 18; Marcus 1, 6; Lukas 1, 6 und Johannes 1, 19); die vorhergehenden Verse werden als Prooemien nicht zu den Breves gerechnet, ähnlich wie die TttXot der Evangelien im griechischen Texte nicht bei den ersten Capiteln gesetzt sind, sondern meist erst bei den zweiten Capiteln beginnen. Wenn wir die Breves der Evangelien und ihre dazu- gehörigen Titeln oder Summarien betrachten, so sehen wir, dass dieselben meist folgende Fassung haben: Matthäus, Capitel 1: Nativitas Christi. Magi cummuneribus ve- niunt et Joseph ab Angelo per visum admonitus cum puero et matre ejus in Aegyptum fugit. Infantes interficiuntur cum matre. Dieses Summarium passt seinem Umfange nach vollkommen auf die erste Brevis (oder Capitel) Matthäus 1, 1 bis 2, 18. Capitel 2 : Regressio Jesu ex Aegypto in Nazareth. De baptis- mate Joh. in Jordane. De Christi baptismo. Dieses Summarium deckt sich vollständig mit der zweiten Brevis Matthäus 2, 19 bis 3, 17; — u. s. w. Der Sache nach wenig verschieden sind folgende zwei Sum- marien, die den eben genannten entsprechen : 1. Nativitas Christi. Magorum munera. Occultatio Jesu. Infantes interficiuntur. 2. Re- gressus Jesus ex Aegypto in Naz. a Johanne in Jordane baptizatus est. (Codex Carol. und im Codex aureus Holmiensis, ed. Joan. Belsheim, Christian. 1888, pag. 7). ^) In manchen Evangeliarien hat Matth. 80, Marc. 14, Luk. 21 und Joh. 15 solcher Breves; selten kommt in Handschriften, welche die ganze Bibel ent- halten, die Eintheilung in Breves vor, z. B. in Ms. lat. 14.283 der Nat.-B. zu Paris. 3 Digitized by Google — 84 — Auch die obgenannten kleineren Capitel der Evangelien haben ihre entsprechenden Summarien, die aber ganz anders lauten, z. B. : Matthäus, Capitel 1: Generationum quadraginta duarum ab Abraham usque ad Christum ordo narratur. Capitel 2: Nativitas Jesu Christi de Maria sponso ejus Joseph, angelo revelante prae- dicitur. (Am. u. Vallic.) Diese zwei Arten, Breves (größere Abschnitte, den titXoi ent- sprechend) und Capitula (kleinere, den griechischen xey aXata entspre- chend), kommen mit den angegeben Zahlen in wenigen Differenzen in der Mehrzahl der Handschriften vor. Die Eusebii-Capitel, von denen manche von sehr geringem Umfange sind, haben keine Summarien, auch schon im griechischen Originale nicht. Seltenere Summarien sind: 1. Die von Vezzosi, dem Herausgeber der Werke des Cardinais Thomasius im ersten Bande derselben als Appendix, p. 480 — 89, aus einer von einer Handschrift des Klosters Murbach im Elsass genommenen Abschrift des gelehrten Cardinais Passionei veröffentlichten Capitel zu Matthäus 81, Marcus 47, Lukas 79 und Johannes 36. Beispiele von diesen Summarien : Matthäus 1 : Gene- rationum Nomina et quod Abraham caput fidei sit. Nativitas Christi ex^Maria; 2: Magi offerunt munera et infantes interficiuntur. 2. Die von Bianchini in Evangeliarium quadruplex, Romae 1749, aus dem Evangeliarium ForojuliÄise edierte doppelte Reihe von Capiteln, nach welchen Matthäus 14 und 64, Marcus 12, 46, Lukas 20, 77, Johannes 14, 29 zählt. 3. Der Codex Corbejensis zu den vier Evangelien, jetzt Ms. lat. 17226 der National-Bibliothek zu Paris (vgl. Codex f * Corbejensis sive quatuor evangelia ante Hieronym. translata, Belsheim, Christianiae, 1887), enthält zu Matthäus 74, Johannes 36 (36?), Lukas 79 und Marcus 46 (47?) Capitel; diese Eintheilung erinnert an die unter Nr. 1 gebrachte, aus der Mur- bacher Handschrift stammende, nur dass Matthäus in dieser 81, im Codex Corbejensis 74 Capitel zählt; fast die gleiche Eintheilung hat der Codex Usserianus (in Dublin): Matthäus 76, Marcus 66(?), Lukas 79 und Johannes 36. 4. Joh. Martianay bringt in seiner Vulgata antiqua Latina, Paris 1696, eine Eintheilung des Matthäus in 117 Capitel, außer der bekannten in 28 oder 84 Capitel. Die Summarien bei den Evangelien, sowohl in Gesammt- Handschrifben als in bloßen Evangeliarien sind oft abgedruckt; vergleiche Thomas., 1. c. p. 297 — 348; Tischendorf, Novum Testa- mentum, Lips. 1860 und wiederum 1854 ; T. K. Abbot, Evangeliorum Versio Antehieronymiana ex Codex üsseriano, Dublini 1884, Pars prior et post. ; Joh. Wordsworth, The Gospel according to St. Matthew, Digitized by Google — 35 — Oxford 1883 (auch Nr. 1 von Old Latin Biblical Texts); ebenfalls: Wordsworths neue Ausgabe derVulgatader Evangelien, Oxford 1889. In manche der ersteren Druck -Ausgaben der Vulgata sind die alten Summarien des Alten wie Neuen Testamentes aufgenommen, aber der neuen Capitel-Eintheilung angepasst worden ; bei den Evan- gelien werden sie gerne „registrum" genannt, so z. B.: Biblia lat. (Fontibus ex Graecis, am Ende), ohne Ort 1482, und auch die Aus- gabe von 1843, oder die Ausgabe von Joh. Zainer in Ulm von 1484. Was die übrigen Bücher des Neuen Testamentes betrifft, so hat die Apostelgeschichte folgende drei Abtheilungen mit ver- schiedenen Summarien: 1. die des Codex Amiatin. in 70 Capitel, 2. die des Codex Vallicelli. in 63 Capitel und 3. eine mit 74 Capiteln. Zum Vergleiche setzen wir die je ersten Summarien hieher: 1. Post passionem suam dominus in multis argumentis apparet discipulis et die quadragesimo allocutus eos, ascendit in coelum, qui promittentibus angelis sie eum esse venturum regrediuntur in Hierusalem. 2. Ubi dicitur Theophilo primum sermonem jam factum fuisse de operibus et doctrina Christi. 3. Ubi praecepit Jesus discipulis ab Hierusalem ne discederent. Der dritten Art folgt auch Codex 68 der Grazer Universitäts- Bibliothek. Die älteste Handschrift der Vulgata (nur zum Neuen Testa- mente) bietet bekanntlich eine Evangelien-Harmonie, getheilt in 182 Capitel mit Inhalts-Angaben, z.B. 1.: In principio verbum, deus apud deum, per quem facta sunt omnia ; 2. : De sacerdotium Zachariae ; — u. s. w. ') Zur Apostelgeschichte finden sich zweierlei Eintheilungen und Summarien: 1. die des Codex Fuld. in 74 Capiteln; Capitel 1.: Ubi praecepit Jesus discipulis, ab Hierusalem ne discederent; vgl. Ranke, Codex Fuld., p. 333, auch bei Thom. 356 (aus dem Codex Vallic. und CaroL); 2. die des Amiat. mit 70 Capiteln; Capitel 1.: Ubi dicitur Theophilo primum sermonem jam factum fuisse de operibus et 1) Die Eintheilung der Evangelien-Harmonie Tatians (nach der von Ciasca 1888 herausgeg. arabischen Handschrift Codex Borg.), die der lateinischen alten und der neueren, von Gerson, Johann de Soest, Luscinian und anderen verfassten übergehen wir; die neueren Harmonien haben mit der Capitel-Eintheilung nichts zu schaffen ; der Handschrift, auf der Ciascas Ausgabe beruht, wird von vielen keine große Bedeutung zur Erkennung von Tatians Diatessaron beigelegt. 3* Digitized by Google — 36 — doctrina Christi. Eine eigenthümliche Erscheinung bietet sich be den Paulinischen Briefen in den Handschriften dar; vor denselben steht eine Art Real-Concordanz der Parallelstellen der Paulinischen Briefe; es sind nämlich gewisse Lehren, die in allen Paulinischen Briefen sich finden, herausgehoben und die beweisenden Stellen hiezu aus den einzelnen Briefen citiert; es entspricht diese Con- cordia Epistolarum b. Pauli im gewissen Sinne der Evangelien- Harmonie. Jene Concordia: De corpore epistolarum b. Pauli, wie sie in den Handschriften heißt, ist in Canones eingetheilt, und zwar findet sich in den Handschriften eine doppelte solche Con- cordanz : die 1. mit 66 Canones, abgedruckt bei Thom. p. 384 — 388, und Tischendorf, Neues Testament, p. 237—39; sie heißt auch analog den Capitel -Verzeichnissen anderer Bücher ebenso: Capi- tulatio in omnibus epistolis s. Pauli ; vielleicht ist der Verfasser derselben jener Fortunatian, Bischof von Aquileja um 343, von dem Hieronymus in De vir. iUustr. 97 (Migne, 23) Folgendes be- richtet: 4>opTOüvaTtav6c el<; td e&aYY^Xta xavova^ Staroircooa; ßpayotata 6ico{i.vi(5[i/xTa XdY(|) a7potX(j) oovdxa^s. Der erste dieser Canones lautet: De unitate ecclesiae. ad Cor. I, Capitel 11, Eph. XIV et XV, Phil. V, VI et VII, Coloss. XIV. 2. Finden sich Canones, 90 an der Zahl, die bestimmt den Bischof von Abila, Prisoillian, vom Tyrannen Maximus 386 getödtet, zum Verfasser haben. Dieselben wurden zuerst von Faber Stapul. in der Praef. seines Commentares zum Römerbrief erwähnt, dann von Angelo Mai herausgegeben im Spicileg. Rom., 1843, IX, II., I. — III., endlich von G. Schepss^) in Corpus Scriptorum Eccles. Latin., Vol. XVITE, Vindob. 1889, Priscilliani Quae supersunt, p. 110—147; ein gewisser Bischof Pere- grin schrieb ein kurzes Proömium zu den Briefen Pauli, worin er erklärt, dass Priscillian und nicht etwa Hieronymus der Verfasser jener Canones sei und dass er, Peregrin, das hie und da in den Canones vorkommende häretische dem orthodoxen Glauben gemäß verbessert habe; dieses Prooemium Peregrini episcopi findet sich meist vor jenen Canones in den Handschriften. Der erste dieser Canones lautet: Deus verax est, spiritus quoque deus et deus saeculorum possidens immortalitatem estque invisibilis lucem ha- bitans inaccessibilem, rex etiam atque dominus, cujus est imago ac primogenitus Christus, in quo non invenitur „est et non", sed 1) Wir erlauben uns, auf diese Ausgabe aus dem Grunde hinzuweisen, weil Schepss darin auf Grund einer sehr alten Würzburger Handschrift zum erstenmale die erst jüngst darin gefundenen XI tractatus Priscilliani ver- öfientlicht. Digitized by Google - 37 - ^est" tantummodo. Rom. 18; Cor. 11, 6, 18. 22; Col. 6; Tim. I, 6, 28. 29 ; Tit. 1 ; Hebr. 1, 18. 18. 19. Eigenthümliche, aber schöne Canones, 100 an der Zahl, hat Vezzosi in Opp. Thom., p. 489 — 495 veröffentlicht. Was die Summarien der einzelnen Panlinischen Briefe be- triffli, so findet man zum Römerbriefe hauptsächlich eine Einthei- Inng, die im Codex Fuld., Amiat. und Vallic. so ziemlich gleich ist und überall 61 Capitel zählt; auch die Summarien dieser drei Handschriften sind theils ganz gleich, theils sehr ähnlich; z. B. Capitel 1: De incarnat. domini J. Chr. ante omnem aevum prae- ordinata (Fuld.). De nativitate domini secundum camem (Amiat. Vallic); Capitel 36: De duritia Judaeorum {in allen drei gleich). Der 1. Corintherbrief hat eine dreifache Einth eilung. 1. in 72 Breves in Fuld. und Amiat., Capitel 1: De plenitudine divitiarum gratiae Corinthiorum, auch bei Thomas., p. 442 ff.; 2. in 60 Capitel, wie sie Thomas, nach dem Codex B, 7 des Orator. Klosters in Rom gibt, 1. c. p. 376, Capitel 1: De instructione, qua Corinthios Apostolus in Christo plenissime confirmavit u. s. w. ; 3. in 26 Capitel, eben auch bei Thomas., p. 429, 430, wo aber dieselben Capitel -Anfänge doppelt gedruckt sind. Der 2. Corintherbrief hat wieder eine dreifache Einth ei- lung: 1. in 28 Capitel (Fuld. und Amiat.), Capitel 1: De passioni- bus et consolationibus, auch bei Thomas., p. 448, aber in 29 Capitel; 2. in 36 Capitel, bei Thomas., p. 399, Capitel 1: De copia pctösionis et consolationis ; 3. ebenso auch bei Thomas, p. 431 in 20 Capitel. (Nur Capitel -Anfange.) Beim Galaterbriefe treffen wir wieder eine dreifache Eintheilung: 1. in 37 Breves (Fuld. und Amiat.), Capitel 1: De resurrectione domini, auch bei Thomas., p. 461 f.; 2. in 21 Capitel, bei Thomas., 1. c. p. 402, Capitel 1 : De maledicto eorum, qui prae- varicare ausi sunt regulam veritatis; 3. in 12 Capitel -Anfänge, Thomas, p. 432 f. Der Epheserbrief hat 1. 31 Capitel (Fuld. und Amiat), Capitel 1[: De sanctis, quod ante constit. mundi electi sunt et de omni sapientia et prudentia sacramenti et renovat. omnium in do- mino christo, quae in caelis sunt et quae in terra, auch Thomas, p. 466f.; 2. in 18 Capiteln, bei Thomas., 1. c. p. 404, Capitel 1: De electis ante constit. mundi, Capitel 2 : De charitate plebis, que sanctis exhiberi monstratur (verschieden von Fuld. und Amiat.). Der Philipperbrief weist wieder eine dreifache Einthei- lung auf: 1. in 19 Capitel (Fuld. und Amiat.), Capitel 1: De pres- byteris, quod ipsi fuerint aliquando episcopi, bei Thomas., p. 468 ; Digitized by Google — 38 — 2. in 13 Capitel, bei Thomas., p. 40B, Capitel 1 : De sanctis, qaos secum praeceptis coelesfcibus junctos ostendens, instanter commonet, ut ooeptis insistant; 3. in 8 Capitel -Anfänge bei Thomas., p. 434. Der Kolosserbrief hat ebenso drei Eintheilungen: 1. in 29 Capitel (so Amiat.) oder in 31 Capitel (so Fuld.); übrigens sind die Summarien beider Codices gleich (die zwei letzten, 30 und 31 scheinen in Amiat. zu fehlen), Capitel 1: De spe reposita sanctis in coel., ebenso Thomas., p. 460f. ; 2. in 12 Capitel, bei Thomas., p. 406, Capitel 1: De fide, quae est in Christo et dilectione in Sanctos habenda; 3. in 10 Capitel, bei Thomas., p. 435. Ebenso finden wir im 1. und 2. Thesalonicherbriefe drei Eintheilungen; der 1. Thesalonicherbrief hat 1. in Fuld. und Amiat. 26 Capitel, deren erstes: De apostolo et Silvano et Timo- theo pro Thessal. orantibus, auch bei Thomas., p. 462 f.; 2. bei Thomas., p. 408, hat er 13 Capitel, Capitel 1 : De evangelio, quod non est inani sermone cavendum, sed praeclaro opere ostendendum; 3. in 10 Capitel, Thomas., p. 436. Der 2. Thesalonicherbrief hat, 1. nach Fuld. und Amiat., 9 Capitel, Capitel 1 : De persecutione, quod exemplum sit justi iudicii dei et persecutorum supplicio sempitemo, auch bei Thomas., p. 464 f. ; 2. bei Thomas., p. 409, sind außerdem noch 6 Capitel, deren erstes: De ecclesiae caritate et suppliciis eorum, qui Christi discipulos insequuntur; 3. in 6 Ca- pitel, Thomas., p. 436. Der 1. Timotheusbrief zählt 1. nach Fuld. und Amiat., 30 Capitel, Capitel 1 : De fabulis et genealogiis et doctoribus vanis ac perversa doctrina et plenitudine sanae doctrinae, bei Thomas., p. 466 ; 2. bei Thomas., p. 409, 14 Capitel, Capitel 1 : De charitate, quae praeceptorum est finis et indoctis doctoribus coercendis; 3. 12 Capitel, bei Thomas., p. 437. Der 2. Timotheusbrief zerfällt 1. nach Fuld. und Amiat. in 25 Capitel, Capitel 1: De Eunice atque Loide matre avia Ti- mothei et quod sancti non spiritum timoris acceperint sed virtutis et timoris, bei Thomas, p. 468, sind 24 solche Capitel ; 2. bei Thomas., p. 410, ist eine Eintheilung in 10 Capitel, Capitel 1 : De lacrimis Timothei et recordatione apostoli; 3. in 7 Capitel, Thomas., p. 438, wo die 1. Reihe der Capitel unrichtig auf den 1. Timotheusbrief bezogen ist. Beim Titusbrief finden wir in den ältesten Handschriften eine dreifache Eintheilung: 1. in 10 Capitel (Fuld. und Amiat.), Capitel 1: De domino patre, quod ante aetema tempora dominum filium nobis promiserit, quem postea suis temporibus declaravit, Digitized by Google — 39 ~ Thomas., p.470; 2. bei Thomas., 1. c. p. 411 in 7 Capitel, Capitel 1: De ordinatdonibus presbyterorum ; 3. in 6 Capitel, Thomas., p. 439. Der Philemonbrief hat, 1. in Fuld. und Amiat, 4 Capitel, deren erstes: De Philemone et Appia et Archippo et domestica ecclesia ejus, auch bei Thomas., p. 371 ; 2. bei Thomtis., p. 412 in 3 Capitel, Capitel 1: De charitate Philemonis, quam in domino Jesu et in omnes sanctos exercuit; 3. in 3 Capitel, Thomas., p. 439 f. Endlich der Hebräerbrief zeigt 1. die gleiche Eintheilung in 39 Capitel in Amiat., und bei Thomas., p. 413, das Capitel 1 : De Christo quod deus sit; circa Judaeos exortatio multiformis; eine ganz andere Eintheilung findet sich 2. im Codex Fuld., näm- lich in 10 Capitel, deren erstes: Narratio deitatis Christi in gloria patris et potestatis omnium cum purificatione eorum qui super terra sunt postquam ascendit in coelestem gloriam, quoniam gloria Christi non est angelica, sed deitatis ; im Texte 126 u. 12 kommt 3. noch eine eigenthümliche Eintheilung von 13 Capitel (ohne Sum- marien) bei Thomas., 1. c. p. 440 und 441 vor. Die sieben katholischen Briefe: Der Jakobbrief zählt: 1. nach Fuld. und Amiat. 20 Capitel, Capitel 1 : De inimicorum inritationibus risui deputandis, auch bei Thom., 1. c. p. 372; 2. außerdem bei Thom.,p. 364, in 12 Capitel, deren erstes: Jacobus dispersis per orbem Judaeis scribens docet gaudendum in temptationibus, nee divitum gloriam aemulandam, quia divitiarum amor interitum, patientia vero coronam exspectet. Der 1. Petrusbrief hat 1. nach Fuld. und Amiat. 21 Capitel, Capitel 1: De ingenerationis (Fuld. regenerat.) invicta potentia; 2. nach Vallic. 13 Capitel, Capitel 1: Petrus electis scribens pro- selytis gaudere docet eos in adversis mundi, qui haereditatem etc. Der 2. Petrusbrief hat 1. nach Fuld. und Amiat. 11 Capitel, allein die Summarien sind ganz verschieden; nach Amiat. ist Capitel 1 : De gratiae vocatione per gloriam, nach Fuld. ist Capitel 1 : De sanctis, quos in hoc mundo ut interfectos alloquitur; 2. nach Vallic. 8 Capitel, Capitel 1: Simon Petrus fideles salutans hortatur finctus operum fidei veritati adjungere, ut per haec aeternum etc. Der 1. Johannesbrief hat 1. nach Fuld. und Amiat. die gleiche Zahl von Capiteln, nämlich 20, doch stimmen die Summarien des Fuld. nicht mit Amiat.; nach Fuld. Capitel 1: De verbo vitae, quod erat antequam mundi machina principium sortiretur; nach Amiat.: Johannes annuntiat viam domini et veritatem; 2. nach Vallic. und Carol. 13 Capitel, deren erstes: Quod is, qui verus ab Digitized by Google — 40 — initio deus apud patrem invisibilis exstitit, nobis in tempore visibilis per carnem homo Christus apparuerit etc. Der 2. Johannesbrief hat 1 . nach Fuld. und Amiat. 6 Capitel, doch sind die Summarien verschieden; nach Fuld. Capitel 1: De diligendis cultoiibus veritatis; nach Amiat. Capitel 1 : Sciibit seniori et filiis ejus, quos diligit etc.; 2. nach Vallic. 3 Capitel, Capitel 1: Johannes dominam cum filiis suis salutans rogat mutuae dilectionis Studium gerere. Der 3. Johannesbrief hat wieder 1. nach Fuld. und Amiat. gleiche Zahl der Capitel, fünf, doch verschiedene Summarien; nach Fuld. Capitel 1 : De filiis apostoli rigore tenentibus veritatem ; nach Amiat. Capitel 1: Scribit seniori et filiis ejus — etc.; 2. nach Vallic. und "Carolus 4 Capitel, Capitel 1: Joh. Q-ajum salutans gaudet de fama virtutum ipsius. Der Judasbrief hat 1. nach Fuld. und Amiat. 7 Capitel ; nach Fuld. Capitel l: De falsis doctoribus negatoribus scU. Christi im- pudicis; nach Amiat Capitel 1: Judas scribit his, qui in caritate Christi sunt de salute communi et de quosdam negantes dominum nostrum J. Chr.; 2. nach Vallic. und Carol. 4 Capitel, Capitel 1: Judas Apost.fideles salutans ab haereticorum se luxuria etblasphemia servare deprecatur. Die Apokalypse hat nach Fuld. 26 Capitel (bloß die An- fänge der Capitel mit Worten der Apokalypse), im Codex Amiat. sind ebenso keine Summarien und ist auch keine Capitulatio dem Texte vorangestellt, aber es sind am Rande des Textes 26 Capitel unterschieden, ebenso bei Thomasius, p. 381 f. Thomasius bringt, p. 471, eine zweifache Eintheilung der Apokalypse: 1. in 48 Capitel mit Titeln, Capitel 1: De ecclesiis Septem et salvatoris adventu — etc., nach Codex Vaticanus 4221 ; 2. eine Eintheilung in 38 Capitel, nach Codex Vallic, mit Summarien, deren erstes lautet: Praefatione Joh. indicat Dominum Chi istum sibi per angelum revelasse futura. Die Handschrift 68 ^) der Grazer Universitäts-Bibliothek folgt in ihren Titeln und in den Zahlen der Capitel, theils dem Codex Amiatin.^) (bei den Propheten im Alten Bunde und den Paulinischen 1) Diese alte Handschrift enthält aber vom Alten Bunde nur die großen und kleinen Propheten, vom Neuen Bunde fehlen die Evangchen; vielleicht ist sie der Theil einer größeren Gesammtbibel, von der die übrigen Theile ver- loren giengen. 2) Zuerst beschrieben von A. M. Bandini in : Bibl. Leop. Laurent., Flor. 1791, tom. I. : De insigni cod. Bibl. Amiat. diss , cap. XV. Dann verglichen von Tischendorf in „Novum Testamentum, Lips. 1850 (1854)" und in „Biblia S. Lat. Vetus Testamentum, ed. Heyse et Tischend., Lips. 1878." Digitized by Google — 41 — Briefen mit Ausnahme der Pastoral-Briefe), theils dem Codex Fuld. (in der Apostelgeschichte und den katholischen Briefen), theils der bei Thomasius 437 angegebenen Eintheilung (bei den Pastoral- Briefen) und endlich bei der Apokalypse jener Eintheilung in 47 Capitel sammt Summarien, die bei Thomasius 471 aus dem Codex Vaticanus 4221 entnommen ist, aber 48 Capitel zählt. Im Vorhergehenden wollten wir nur Beispiele über die Be- schafifenheit der Tituli und Capitula in den ältesten lateinischen Handschriften geben, denn eine vollständige, sj^stematische Dar- stellung dieser Tituli und Capitula nach der Mehrzahl der Hand- schriften würde eine eigene umfangreiche Schrift füllen. Soweit wir Gelegenheit hatten, Bibel-Handschriften einzusehen, erkannten wir, dass allerdings auf den ersten Anblick die einzelnen Summarien, noch mehr die Zahlen der Capitel, oft von einander bedeutend ab- zuweichen scheinen, dass indes die Behauptung keineswegs richtig ist, als ob es außer den bei Thomasius, Tischendorf und Ranke (Codex Fuld.), Martianay (Divina bibliotheca s. Hieron.) veröffent- lichten Tituli und Capitula noch viele andere in Handschriften gäbe; soviel wir aus Handschriften sahen, wagen wir die Behauptung, dass es nicht mehr als sechs verschiedene Recensionen, wenn wir uns dieses Ausdruckes hier bedienen dürfen, bezüglich der Tituli und Capitula gebe.*) Wie schon bemerkt, nennen sich die Capitel -Verzeichnisse vor den einzelnen Büchern der Heiligen Schrift, in den Hand- schriften oft Capitulationes; man versteht aber häufig auch, nament- lich in neuerer Zeit, unter Capitulatio die Zahl der Capitel und so spricht man von Capitulationen des Codex Fuld., Amiat. und anderer Codices und begreift darunter auch das gegenseitige Zahlen- verhältnis der Capitel in den Handschriften zu einander. Wir geben in der nachfolgenden Tabelle ein tibersichtliches Verzeichnis von mehreren Eintheilungen der Bücher der Heiligen Schrift in Tituli, Breves und Capitula, wie sie am meisten bis anfangs des 13. Jahrhunderts im Gebrauche waren. 1) So zählt der Amiat. bei den zwei Büchern Samuel 90, Vallic. 98; bei den zwei Büchern Römer Amiat. 84, Vallic. 98 Capitel. Sieht man die Sum- marien näher an, so findet man, dass dieselben fast ganz gleich sind ; ähnlich zeigt die citierte Grazer Handschrift bei Isaias 179 Capitel, Amiat. 158, doch sind die Summarien fast ganz identisch und es sind einige Titel des Amiat. in zwei zerlegt, daher die größere Anzahl von Tituli und Capitula erklärlich ist. Digitized by Google — 42 — Altes Testament. " it Valli. Carol. (S. Pauli extra mur.) 1. Bibel Theodnlf. Graz. Cod. Amiat. cell. Karl des Bibel. Hschr. Vatic. 1 (B. 6.) Kahlen Prtris. 68 4220 Gen. 7 .~ 63 " 82' ^ "82 ' "82^ "38 46 ' 1 ! Ex. . . . 14 139 139 138 18 — 139 j Lev. . . 1 16 89 89 _ 16 — 89 Num. . . ' 19 74 74 74 20 — 74 Deut . . 20 166 166 166 19 — 166 Josue 10 33 H3 23 11 — 33 Judic . . 1 9 18 18 18 9 — — Ruth . . Itit. 10 10 10 — — — 1.U.2SJ am. . t zus. 90 zus. 98 LS. 26 2.S.18 LS. 26 2. S. 18 zus. 137 — 98 1.U.2.R eg. . zus. 84 zus. — — zus. 220 — — 1.U.2.P aral. - — — — zus. 42 — LP.23lil. 2. P. 18111. 1.U.2.E sdr. — — — — zus. 12 — Tob. . . ' — 16 cap. — — — — — Judith . . 23 — — — — — Esther . . — — — — — — Job . . . 1 36 — — — — — Prov. . . . 80 60 60 — — — Eccles. . . 12(11) 31 31 31 — — Cant. C. — — — — — Sap. . . . . 13 48 tit u. cap. 48 tit u. cap. 47 13 — — Ecclcus . . 26 127 tit. 126 cap. 127 tit. 126 cap. 127 26 — — Isai. . . . 158 1 — 181 tit u. cap. — 179 181 Jerem. . J 163 — 189 tit u. cap. — — 189 tit 187 cap. Lam. . . 1 — — — — — Baruch — — — — — Ezech. . . — — 128 cap. — — 117 128 tit Dan. . . 31 — 31 — — 29 31 tit Ose. . . . . 8 — — — — — — Joel . . 1 6 — — — — — — Arnos . . 1 10 — — — — — — Abd. . . . 1 1 — — — — Jon. . 2 — — — — Mich. . . 7 — — — — — — Nah. 1 — — — — — 1 Abak. . . . 3 — — — Sophon . . . ' 1 — — — — — Agg. . . . 1 1 — — — — — Zach. . . . 16 — — ""■ *"" — Mal.. . . 3 — — — — -^ 1. Mach 61 61 61 — — "~" 2. Mach . . . 66 66 66 — — — Digitized by Google — 43 — Neues Testament. 1 1 ' 1 t 1 Fuld. Ami- at. Val- Uc. Theo- dulph. 9380 Grazer Hschr. 68 Grazer Hschr. 206 Evan- gelia- rien Cod. Koro- jal. zn den Evang. Cod. 1 Ev. 1 Mur- bac. zndon Evanp. Matth. . Evan- 88 88 Beil. 81 — — 28(30) 14" 64 81 Marc. . gel.. Harm. 46 46 13 (12) — — 13 (14) (15) 12 46 47 Luc. , . 182 94 94 20 — — 21(20) 20 77 79 Job. . . cap. 45 45 14 — — 14(15) 14 29 36 Act Ap. 74 70 63 74 tit. 73 — 1 Rom. . 51 42 51 18 61 — l.Cor. . 72 72 61? 25 72 — 2. Cor. . 28 29 20 15 a.R.59 26 — Gal. . . 37 37 12 7,38,8 36 — Eph. . . 31 31 ? 8,40,8 31 — Phil. . . 18 19 8 6,3i'),6 ? 19 tit. Col. . . 31 29 10 5,25,5 18 31 br. l 1. Thess. , 25 25 10 8,21,7 25 25 br. 2. Thess. 9 9 6 4,10,4 9 8br. I.Tim.. 30 30 12 8,31,8 12 30 i. Text 28 br. 2. Tim. . 25 25 7 6,26,6 25 25 br. 1 Tit. . . 10 10 6 5,15,5 6(10) 10 br. Philem. 4 4 — -5,~ 4 4br. Hebr. . 1 10 sum. 125U.12 30 23 15,27,13 39 Jac. . . i 20 20 12 kein. cap. 20a.R. 20 — 1. Petr. . 20 21 13 kein. cap. 20 20 — 2. Petr. . 11 11 8 cap. 11 a. R. 11 11 — 1 l.Joh. . 20 20 15 20 20 — 2.Joh. . 5 5 3 5 5 — 3 Joh. . 6 5 3 5 5 — Jud. . . ; 7 7 4 7 7 — Apocal. 26 25 25 46 47 Digitized by Google — 44 — Aus dieser nur beiläufigen Zusammenstellung der alten Ein- theilung erhellt, dass die sogenannten Theodulf-Bibeln ') von denen der Alcuinischen Recension auch bezüglich der Capitel-Eintheilung, zum Theile wenigstens, abweichen und mit jener des Codex Amiat. mehr übereinstimmen. Die dreifachen Nummern in der Tabelle bei den Büchern des Alten Bundes weisen darauf hin, dass sich die erste Reihe der Zahlen auf die Capitulation am Anfange der Bücher, die zweite auf die Eintheilung im Texte und die dritte auf die am Rande des Textes bemerkte Eintheilung beeieht. Wir erlauben uns nochmals die Bemerkung, dass wir durch diese bei- läufige Übersicht keineswegs ein vollständiges Bild aller Summarien und Eintheilungen der Bibel vor dem 13. Jahrhundert geben können und wollen. Wichtig und interessant ist die Frage nach dem Alter und den Verfassern dieser Tituli, Breves und Capitula. Im allge- meinen ist zu sagen, dass die Mehrzahl derselben in ein sehr hohes Alter zurückreicht. Zu mehreren Büchern des Alten Bundes ver- fasste der berühmte Senator M. Aurel Cassidorius, gestorben 570 n. Chr., wie er selbst sagt, Tituli und zwar zu den beiden Büchern Paralipomena, zu Ecclesiastes, Cant. C, Buch der Weis- heit und Ecclesiasticus; er schreibt nämlich in De instit. div. litt., capit. 2: de libro Regum (Migne, P.L., 70, 1113 sequ.) : In memoratis antem Paralipomenon libris; quoniam titulos antiquos non reperi, novos ad praecedentium (worunter er die Bücher der Römer meint similitudinem locis singulis, ut aestimo, consequenter impressi ut qualicunque obsequio sermonis devotionis nostrae qualitas potuisset agnosci; aus dieser Stelle leuchtet hervor, dass Cassiodorus zu den 1) Theodulfianische Bibeln nennt man einige unter der Leitung Theodulfs, Bischof von Orleans (788—821), verfasste Bibel- BEandschriften, in denen manche eine eigene Textes - Recension im Gegensätze zur Alcuinischen, für Gallien wenigstens, erblicken; zu diesen Theodulfianischen Bibehi gehört die in der Tabelle angeführte berühmte Handschrift 9380 der Biblioth^que nationale zu Paris und außerdem besonders die kostbare Bibel im Domschatze zu Puy in Frankreich und einige Handschriften in der Biblioth6que nationale zu Paris. Die sogenannten Theodulfianischen Bibeln haben unter anderem eine eigen- thümliche Anordnung der heiligen Bücher des Alten und Neuen Testamentes. Vergleiche über dieselben die classische Arbeit von L. Delisle: Les Bibles de Theodulfe, Paris 1879 (Abdruck aus dem Jahrgange XL der Bibliothfeque de l'dcole des chartes). Nur ist die auf Seite 42 geäußerte Meinung, die Citation Joh. Vn. im sogenannten Speculum Aug., CXXXVIIL, in Ms. lat. 9380, f. 388 sei die moderne Eintheilung, insoferne nicht richtig, als jene Eintheilung, Job» Capitel VII, auch schon in den alten Evangeliarien vorkommt, aber, wie oben, Seite 28, ausgeführt wurde, der Eintheilung Steph. Langtons sehr nahe kommt* Digitized by Google — 45 — zwei Büchern Paralipomena alte Titali nicht vorfand — wahr- scheinlich existierten zu diesen Büchern solche überhaupt nicht, deshalb sieht man auch in vielen Handschriften die zwei Bücher Paralipomena ohne eine Eintheilang — und deshalb Tituli an den passenden Stellen des Textes anfügte; ferner äußert er sich, eben- falls in Instit. div. litt., capit. 6: de Salomone (Migne, 70, 1117), bezüglich der genannten fünf sogenannten Weisheits-Bücher, wie folgt: Quibus libris juvante domino capitula insignire curavimus ne in tarn necessaria lectione confusa tironis novitas linqueretur; ob hier Tituli mit Summarien, oder bloß eine Capitel-Eintheilung gemeint sei, ist nicht klar. Zu den Büchern Tobias, Esther, Judith und den beiden Machabäern sammelte Cassiodoras Tituli ; er sagt hierüber, 1. c. Capitel 6: Quorum librorum titulos sub brevitate collegi; ob er selbst solche Tituli dazu verfasste, ist nicht aus- drücklich gesagt, könnte aber aus jenen Worten immerhin gefolgert werden. Zum Octateuch (d i. zu den fünf Büchern Mosis, Josue, Richter und Ruth) äußert sich Cassiodorus bezüglich der Tituli folgendermaßen, 1. c. Capitel 1 (Migne, 70, 1112): Ut textus memorati Octateuchi quodam nobis compendio panderetur, in principiis libro- rum de universa serie lectionis titulos eis credidimus imprimendos, a majoribus nostris ordine currente descriptos, ut lector utiliter admonitus salubriter reddatur attentus et facile unamquamque rem dum quaerit inveniat, quam sibi cognoscit breviter indicatam. Beim Octateuch hat also Cassiodorus nicht neue Tituli angebracht, sondern die von den Vorfahren in laufender Reihenfolge abge- schriebenen angemerkt. Welches sind nun die Tituli, die Cassiodorus zum Urheber haben? Manche meinen auf Cassiodorus seien die ganzen Capitula des Codex Amiat. zurückzufahren, da dieser Codex nach einer Bibel-Handschrift Cassiodorius geschrieben worden ist, ') allein es ist auffallend, dass gerade im Amiat. die Bücher der Paralipomena keine Capitel-Eintheilung haben, da doch Cassiodorus, wie er selbst sagt, zu diesen Büchern Tituli verfasste; außerdem finden sich zum Neuen Bunde die Summarien des Amiat. schon ^) Vgl. über das Verhältnis des Codex Amiat. zu Cassiodorus die Ab- handlung Corssens unter dem Titel: „Die Bibeln des Cassiodorius und der Codex Amiat" in: „Jahrbücher für Prot. Theol. 1883", Seite 619-638. Bekannt- lich fand Hort in einer nur in England gedruckten Lebensbeschreibung des Abtes Ceolfried die Verse, womit dieser Abt dem Papst Gregor 11. jene Bibel- Handschrift (jetzt Codex Amiat.) widmete; durch diesen Fund Horts wurden die Aufstellungen de Rossis über den Codex Amiat. vollkommen bestätigt; vgl. Horts Mittheilung in der Zeitschrift „Academy" vom 26. Februar 1887, Nr. 773 1 vgl. auch de Rossi : „La Bibbia offerta da Ceolfrido", Roma 1885. Digitized by Google -^ 46 — im Codex Fuld., der auf eine Vorlage um 500 n. Chr. hinweist; wir meinen, ohne unsere Meinung irgend jemandem aufdrängen zu wollen, dass vielleicht eine oder die andere Art der Tituli, wie sie Thomasius, p. 118 sqq., veröffentlicht hat, von Cassiodorus herstammen mag. Die Tituli zum Octateuch, die er von den Vor- fahren empfangen hat, wie er sagt, mag er vielleicht aus einer Itala-Handschrift in sein Exemplar der Vulgata, das er anfertigen ließ, herüber genommen haben. Nicht richtig ist, was Franz in seinem Werke: M. Aurel Cassiodor, Breslau 1872, aus den obcitierten Stellen folgert, als ob wir erst bei Cassiodorus die Anfange einer Capitel-Einth eilung hätten. Wie wir nun Cassiodorus sicher als Urheber von Tituli und Capitula zu einigen heiligen Büchern anerkennen müssen, so ist es doch sehr ungewiss, wer die übrigen Bücher in Tituli und Capitula getheilt habe, doch das ist bestimmt, dass dieselben schon bald nach ihrem Entstehen Eintheilungen erfahren haben. Bezüglich der Eintheilung des Pentateuchs in der lateinischen Übersetzung kann man annehmen, dass dieselbe auf die im hebräischen Texte schon vorhandene Eintheilung in P'thuchoth und S'thumoth, von der oben bereits die Rede war, hinweise; dies geht hervor aus einer Vergleichung der beiderseitigen Eintheilung nach dem Zahlen- verhältnisse und noch mehr aus der Beschaffenheit der Eintheilung. Hebräischer Latein. Text Eintheilung Genesis . . . 91 P'thuchoth und S'thnmoth . . 82 Exodus . . . 164 7) 7) V . 139 Leviticus . . 98 n 7) T) . 89 Numeri . . . 168 n 7) n . 74 Deuteron. . . 168 7) T) 7) . 166 Wenn auch die Zahlen divergieren, namentlich beim Buche Numeri, so ist doch eine gewisse Analogie nicht in Abrede zu stellen ; vielleicht war damals als die lateinische Übersetzung ihre Eintheilung erhielt der hebräische Text etwas anders abgetheilt als jetzt; es ist ja bekannt, dass Maimonides, der in den Hand- schriften bezüglich der P'thuchoth und S'thumoth verschiedene Angaben vorfand, dieselben in das seitdem bestehende Zahlen- verhältnis brachte, s. oben Seite 6. Mehr zeigt sich die Ähnlich- keit zwischen der lateinischen und hebräischen Abtheilung bei einer Vergleichung einzelner Abschnitte; auffallend ist die Über- einstimmung der alten lateinischen Eintheilung mit den P'thuchoth Digitized by Google — 47 - und S'thumoth des hebräischen Textes, z. B. in Capitel 21 (modemer Zählung) des Exodus. Es entspricht 21, 1—6 (alte Zählung Capitel 40) genau der 35 P'thucha des hebräischen Textes (jetzt auch 21, 1 — 6); 21, 7—11 (alte Zählung Capitel 41) deckt sich mit der 30. S'thumah; 21, 12- 13 (Capitel 42) coincidiert mit der 31. S'thuma; 21, 14 (Capitel 43) mit der 22. S'thumah; 21, 16 (Capitel 44) mit der 33. S'thumah; 21, 16 und 17 (Capitel 46 und 46) mit der 34. und 36. S'thumah; 21, 18 — 19 (Capitel 47) genau mit der 36. S'thumah; auch aus anderen Büchern des Pentateuchs ließen sich viele Beispiele von auffallender Übereinstimmung zwischen hebräischer und lateinischer Eintheilung beibringen, allerdings weicht die letztere von der ersteren auch in einer ziemlichen Anzahl von Fällen ab, doch lässt sich im ganzen nicht ableugnen, dass bei der Eintheilung des lateinischen Textes auf die P'thuchoth und S'thumoth des hebräischen Textes Rücksicht genommen wurde. Vergleicht man femers die alten lateinischen Titel mit jenen der griechischen Übersetzung, so findet man bei einigen wenigen eine Übereinstimmung; so entspricht z. B. der Titel i 8, der die Aufschrift trägt : icspl täv ypsatwv toö loaax, ini Codex Coislin. (aus dem 6. oder 7. Jahrhundert) bei Montf. Bibl. Coisl. dem lateinischen Capitel 107 (aus dem sehr alten Codex Farf. in der Vatican-Biblio- thek), welches betitelt ist: De puteis Isaach; allein davon abge- sehen finden sich wenige Berührungen. Manche Wahrscheinlichkeit hat die Annahme (so Thomasius an vielen Stellen des citierten Werkes, Martianay zu Hieron. Div. bibl. bei Migne, 28, 102 und 103), dass mehrere der alten Titel von den Verfassern der vielen (Augustins allbekannte Stelle in De doctr. ehr., 2, 11: qui scripturam ex Hebraea lingua in Graecam verterunt, numerari possunt, latini interpretes nuDo modo) alten, vorhieronymianischen Übersetzungen herzuleiten seien ; in den, ins- besondere von Belsheim, Wordsworth in: Old Latin Biblical Texts herausgegebenen Handschriften der Itala zu den Evangelien finden sich bereits die Breviarien, die wir bis zum Ende des 12. Jahr- hunderts in den Handschriften namentlich der zahlreichen Evan- geliarien finden. Von einem Presbyter Hesychius, der wahrscheinlich iden- tisch ist mit Hesychius von Jerusalem, gest. um 440, besitzen wir eine Eintheilung zu Isaias und den zwölf kleinen Propheten, )Lziyri{j6v genannt (herausgeg. in den Critici sacri, ed. Lond. 1660, VIII, 23—46, und Migne, PatroL Gr. 93, 1339 ss.), worin Isaias 88, Oseas 20, Joel 10, Digitized by Google — 48 — Am. 17, Abd.3, Jon. 4, Mich. 13, Nah.B, Habak.4, Soph.7, Agg. 5, Zach. 32 und Mal. 10 Capitel haben. Im Commentare des heil. Hilariusv. Poitiers (gestorben 366) zu Matthäus (Migne, 9, 917 ss.) findet sich ein Summarien -Ver- zeichnis, 1—33, zu diesem Evangelium, welches manche Ähnlich- keit mit den bekannten Summarien besitzt: Capitel 1: De nativi- tate Christi ; Capitel 2 : De magis cum muneribus — etc. Der Heraus- geber der Werke des Hilarius, Pet. Coutant, Paris 1693, p.602, nimmt an, dass diese Tituli zu Matthäus von Hilarius selbst herstammen, während nach der Ansicht anderer dieselben nicht von diesem Kirchenvater herrühren, sondern irgend einmal in die Handschriften seines Commentares zu Matthäus aufgenommen worden seien. Die Eintheilung der Evangelien in Tituli und Capitula im lateinischen Texte, blickt ohne Zweifel auf die frühere Eintheilung der Evangelien im griechischen Texte in titXoi und xs'fdXa'.ot. Die von Priscillian verfassten Canones setzen voraus, wenn anders die beigefügten Capitelzahlen von ihm selbst herstammen, dass die Briefe des heil. Paulus zu dieser Zeit oder zuvor bereits in diese Capitel eingetheilt gewesen. Ambrosius theilt in seinem Commentar zu Lukas (Migne, 15, 1527 SS.) dieses Evangelium zu exegetischen Zwecken in 174 Titel ein. Schwerlich hat der heil. Hieronymus mit der Abfassung von Tituli und der Organisation der Capitel etwas zu thun ; er erwähnt zwar häufig Capitula, allein dies sind nicht Capitel-Eintheilungen, sondern bestimmte von ihm zur Erklärung abgegrenzte Textes- Abschnitte. Die Tituli und Eintheilungen im Codex Fuld. (6. Jahrhundert) weisen auf das 5. Jahrhundert wenigstens hin, da die Evangelien- Harmonie, die auf Anregung Victors, Bischof von Capua, in jenem Codex Fuld. abgeschrieben wurde, gewiss schon um das Jahr 600 vorhanden war. Übrigens sind die Tituli im Codex Amiat. nicht etwa neueren Ursprungs, sondern sie sind, wie oben gezeigt wurde, vielfach identisch mit jenen des Codex Fuld., beanspruchen also ein höheres Alter. Übrigens machen Westcott-Hort, 1. c. p. 266, aufmerksam, dass die Eintheilung des Codex Amiat. zur Apostel- geschichte sich auch im Codex Vatic. B (1209) und K (Sinait.) finden. Die Eintheilung des berühmten Rhab. Maurus zum Matthäus- Evangelium in 60 Capitel (Migne, P. L., 107, 727 ss.), hatte wahr- scheinlich nur den Zweck einer übersichtlichen Eintheilung des Inhaltes ; übrigens sind die Summarien ganz passend zum Inhalte ; Digitized by Google — 49 — so z. B. Capitel 49 : De occursu Jesu contra mulieres et praeceptis per eas ad apostolos datis et de mendacio custodum in ftirto cor- poris domini (Ms. latin. 14.243 Nat - Bibl.). Seine Eintheilung scheint aber keine Verbreitung gefunden zu haben. Was die Cita- tionsweise in der Zeit bis zu Anfang des 13. Jahrhunderts be- trifft, so finden sich aus den verschiedenen Jahrhunderten dieser Epoche Citate, aus den verschiedenen Büchern des Alten und Neuen Bundes; so kommen im Ms. latin. 9380 der National-Bibliothek, in einer der sogenannten Theodulphianischen Bibeln, viele Citate aus den Evangelien nach der Eintheilung in die größeren Capitel (Tituli) vor ; so wurde auch nach den ganz kleinen Capitula Euse- biana hie und da citiert, noch mehr aber besonders in Frankreich nach jener Eintheilung in Capitula, nach der Matthäus 81 oder 83, Marcus 46 bis 48, Lukas 79, Johannes 36 hat. Besonders unter den Theologen in Paris scheint eine bestimmte Methode, die Heilige Schrift zu eitleren, in Übung gewesen zu sein, wie dies aus den meist noch in Handschriften liegenden Werken des Petrus Cantor Parisiensis (gest. 1197) hervorgeht. Hie und da wurden die Bücher der Heiligen Schrift bloß nach dem Titel des Buches citiert, so in dem angemein reichhaltigen Werke des Petrus Capuanus (gest. 1203), Bosa alphabetica oder Ars concionandi, welches fast eine Unzahl von Bibelstellen enthält und eine Real-Concordanz für Prediger bildet. Häufig werden die Theile der Capitel citiert mit: in initio, in medio, sab finem, oder wie dies bei Guilebnus Lei- cestriensis, gestorben am Ende des 12, Jahrhunderts (Codex 312 von Utrecht) der Fall ist, nach Paragraphen, von denen jeder einige Verse nach unserer Eintheilung in sich fasst. Bei den berühmten griechischen Erklärem des Mittelalters zu den Evangelien, z. B. Oecumenius und Theophylactus, blieb die Eintheüung in TttXoi vorherrschend, ja sie wird noch in ueuerer Zeit benützt, z. B. in den russischen Bibeln, in den Ausgaben ^) der alten Cyrillischen Bibelübersetzung, in die sie selbstverständlich durch den heil. Cyrillus, der von Constantinopel kam, eingeführt wurde. Zur Eintheilung der Evangelien in die alten Capitula ver- gleiche aui3er den im Texte angeführten Schriften noch Bianchini, Evangeliarium quadruplex, Romae 1749. An dieser Stelle ist noch von der Eintheilung in Verse in den alten lateinischen Bibel-Handschriften kurz zu sprechen. 1) Eine solche erschien 1884 in Wien und hat dieselbe die alte Eintheilung in Titel, die aber hier Capitel genannt werden. 4 Digitized by Google - 60 — Es wurde schon bei der Eintheilutig des griechischen Textes des Neuen Testamentes in Stichen, Verse, der zweifache Sinn dieses Wortes bemerkt. Auch bei den lateinischen Bibel-Handschriften haben wir die doppelte Bedeutung des Verses zu beachten. Schon Origenes hatte die Hexapla in gewissen Absätzen, wo- durch größere oder kleinere sinngemäße Abtheilungen ausgedrückt werden sollten, geschrieben; diese Schreibweise führte der heil. Hieronymus in seine neue lateinische Übersetzung der Heiligen Schrift ein, die später von dem allgemeinen Gebrauche „Vulgata" genannt wurde, welchen Namen einst die LXX und eine der alten lateinischen Übersetzungen vor Hieronymus getragen hatten. Die Schreibweise nach Sinn -Absätzen, per cola et commata, wird vom heil. Hieronymus in der bekannten Stelle seiner Vorrede zu Isaias erwähnt mit den Worten: Nemo cum prophetas versibus viderit esse descriptos, metro eos existimet apud Hebraeos ligari et ali- quid simile habere de Psalmis et operibus Salomonis; sed quod in Demosthene et Tullio solet fieri, ut per cola et commata, qui utique prosa et non versibus, conscripserunt nos quoqui utilitati legentium providentes interpretationem novam novo scribendi ge- nere distinximus. Diese Schreibweise war für die Übersicht und namentlich das schnellere Verständnis des Gelesenen sehr förder- lich. Sie findet sich auch im Codex Amiat.^) und warde in der ob citierten Ausgabe von Heyse und Tischendorf beim Alten Te- stamente nachgeahmt; ein Beispiel hieraus soll diese Schreibweise verdeutlichen ; der Text von Oseas, Capitel 13, 1 bis 2, ist daselbst in dieser Weise geschrieben: Loquente Ephraim horror invasit Israel, et deliquit in Baal et mortuus est. Et nunc addiderunt ad peccandam; feceruntque sibi conflatile de argento suo quasi similitudinem idolorum, factura artificum totum est: his ipsi dicunt: immolate homines vitulos adarantes. Diese ersten zwei Theile bilden je ein comma, die Sätze zu- sammen ein Colon; umfangreichere Partien heißen auch periodi; die einzelnen commata heißen wohl auch Verse. In den alten lateinischen Handschriften finden sich solche mehr oder minder logische Gedanken -Absätze ausgedrückt, hie *) Auch der bei Thomas., 416, erwähnte sehr alte Codex Reginae Suetiae, jetzt Codex Alex. 9 in der Yaticana, enthält diese stiohische Schreibweise. Digitized by Google — 51 — und da durch kleine leere Zwischenräume, durch Interpunctions- Zeichen. Cassiodorius führte aus dem Grammatiker Donatus in seine Handschrift eine dreifache Interpunction ein : magna, media, parva; ein Punkt oben beim betreffenden Worte, oder an der Mitte oder endlich an der Basis desselben, wodurch ein größerer oder untergeordneter Abschnitt angedeutet werden sollte ; so wären im obigen Beispiele diese drei Fälle: adorantes', adorantes und adorantes. In vielen Handschriften findet sich statt des Punktes eine Art Beistrich oder ein Kreuzchen. Der Beginn eines neuen Verses wird in den Handschriften außerdem angedeutet 1. durch einen größeren Anfangs-Buchstaben (beim Anfange eines Capitels fast um die Hälfte der gewöhnlichen Buchstaben größer); 2. durch einen colorierten (blau und roth abwechselnd, seltener gelb, hie und da in Gold ausgeführten) Anfangs-Buchstaben. Selbstverständlich hängt mit der Abgrenzung der Verse das Anbringen der Interpunction innerlich zusammen ; man nannte das letztere „punctare"; wie genau man die verschiedenen Punctationen kannte und unterschied, zeigen viele Randbemerkungen in Hand- schriften, namentlich in Bibel-Correctorien ; so bemerkt die Grazer Handschrift 47, welche viele Randnotizen aus einem Bibel-Correc- torium hat, zu Leviticus, Capitel 14 (Vers 1), Folgendes: Rad. (gemeint ist wohl Radulph von St. Germer in Flaix, welcher um 11B7 blühte und einen Commentar zu Leviticus in 20 Büchern schrieb) sie punctat: hie est ritus leprosi, quando mundandus est; cdii sie: hie est ritus leprosi. Quando mundandus est, adducetur ad sacrif. H. (d. i. hebraei) habent sie: hie est ritus leprosi in die mundationis sue adducetur, etc.^) Nach verschiedenen subjeotiven Auffassungen sind auch die Verse verschieden abgetheilt, aber niemals numeriert. 1) Eine auch hieher gehörige Note dieses Codex wollen wir wegen der Erwähnung der Biblia Senonis mittheilen; zu 1. Eeg. 5 heißt es daselbst: Nota, quod hanc clausulam : et ebullierunt uille et agri in medio regionis illius et nati sunt mures et facta est confusio mortis magne in ciuitate, non habent h. (d. i. hebraei) et plures antiqui libri. Mo. (d. i. Modemi) et alii an. (d. i. antiqui) habent aJio ordine quam mo. Antiqui habent primo hoc: et ebullierunt etc. et postea ülud: et percussit etc Moderni autem e contrario et sie est in biblia Senonis. Sed in noua correctione rome in biblia fratris hug. facta primo ponitur: et percussit, et postea sequitur: et ebullierunt, cum linea rubea. — Zu Josue 12 (9 sqq.) steht die Bemerkung: Alii claudunt omnes reges sub imo uersu inchoantes uersum ibi: rex iericho unus, rex hai; semper cum puncto simplici usque ibi: omnes reges (d. i. Y. 24^), ubi primo incipiunt secundum uersum et sie est in biblia Senon. in qua primo erat aliter. 4* Digitized by Google — 62 — Von diesem Vers- System ist, wie schon bei der Eintheilung des griechischen Textes erwähnt, wohl jener Vers zu miterscheiden, der als Raumzeile zur Berechnung des Umfanges eines Werkes im Altei*thum diente. Zu den oben erwähnten Arbeiten Bitschis und insbesondere Graux' ist noch die Darstellung in: Th. Birt, Das antike Buchwesen, Berlin 1882, 162 ff., 440 ff., 604 f. hinzuzufügen. Dass die stichometrischen Angaben am Ende griechischer und lateini- scher Werke den Zweck hatten, den Käufer gegenüber dem Ver- leger oder Verkäufer zu schützen, geht unter anderm auch aus diesen Worten der sogenannten Cheltenham-Liste hervor, eines Verzeichnisses der Verse der Bücher des Alten und Neuen Testa- mentes, welches der berühmte Gelehrte Th. Mommsen im Herbste 1886 in der reichen Bibliothek des Sir Philipps zu Cheltenham in England fand und in der philologischen Zeitschrift „Hermes*^, Berlin, Jahrgang 1886, S. 142—166, unter dem Titel: „Zur lateini- schen Stichometrie'^ herausgab und des näheren besprach; sieh hierüber unter anderm auch: Th. Zahn, Geschichte des neutesta- mentlischen Kanons, 2. Band, 1. Hälfte, Erlangen 1890, 143—166: Canon Mommsenianus ; ganz besonders aber in: Studia bibl. et eccles., Volume III, Oxford 1891, die Abhandlung von W. Sanday: The Cheltenham List of the Canonical Books of the old and new Test., p. 217 — 326, namentlich Nr. HE The Stichometries. In jenem vielbesprochenen Codex Nr. 12.266 der seither aufgelösten und zerstreuten Bibliothek, der aus dem 10. Jahrhundert herrührt, aber aus einer Vorlage aus dem 4. Jahrhundert stammt, wenn auch, wie Sanday nachweist, das besagte Verzeichnis sich nicht unmittel- bar an den auf das Jahr 369 hinweisenden Text der Chronik Hippolyts anschließt, wird dem Schlüsse des Verzeichnisses der Verse die Notiz hinzugefügt: Quoniam indiculum versuum in urbe Boma non ad liquidum, sed et alibi avaritiae causa non habent integrum, per singulos libros computatis syllabis posui numero XVI versum Virgilianum omnibus libris numerum adscribsi.^) Wir wollen uns nicht anmaßen, über das Verhältnis der lateinischen Stichometrie zur griechischen, nach welcher der Galenische Vers als Normzeile gilt, zu sprechen, wir geben dafür in der folgenden Tabelle eine Über- sicht der in verschiedenen Handschriften sich vorfindenden Vers- Zählungen, woraus ersichtlich wird, dass dieselben durchaus nicht mit 1) Außerdem fand Mommsen in der St. Gallner Handschrift 113 ein Ver- zeichnis der heüigen Bücher mit stichometrischen Angaben, die meist richtiger sind als die Zahlen der Cheltenham-Liste; vergleiche die citierte Zeitschrift „Hermes", 1890, 636—38. Digitized by Google - 5a - einander übereinstimmen ; man kann bemerken, dass in den beiden Bibeln Karls des Kahlen (der einen von Metz, der zweiten vonSt.-Denys bei Paris, Ms. lat. 1 u. 2), so ziemlich dieselben stichometrischen Zahlen vorkommen, wie im Codex Vallicel., der als das Archetyp der Alcuinianischen Recension mit Recht gilt; es wäre nicht schwer, eine ziemliche Anzahl von Handschriften anzuführen, in denen die Verse-Zählung des Codex Vallicell. sich findet. Es ist femer aus- gemacht, dass manche Differenzen in den Zahl -Angaben, die be- kanntlich nicht mit Worten, sondern mit Zahlbuchstaben ausge- drückt wurden, auf Übersehen der Abschreiber zurückzuführen sind ; wie leicht konnte nicht jemand um ein C oder ein X oder ein I bei den Tausendern zu viel oder zu wenig schreiben, wodurch sofort oft ein bedeutender Unterschied in den Zahl-Angaben ent- stand; allein alle Differenzen lassen sich nicht auf diese Weise erklären; manche meinen, es liege zwar bei allen den stichometrischen Angaben der Handschriften das gleiche System, nämlich die Auffas- sung der Verse als Raumzeilen zugrunde, doch seien innerhalb dieses Systemes vielleicht abweichende Berechnungen anzunehmen; andere glauben, die Differenzen seien davon zu erklären, dass manche Handschriften, namentlich die sogenannten graeco-latini Codices, eine ursprünglich griechische Stichometrie aufgenommen hätten; endlich einige neigen sich der Ansicht zu, dass vielleicht manchen Vers-Zählungen doch das andere Vers-System zugrunde liege, näm- lich, der Vers als Sinnzeile genommen, die sogenannte scriptio per cola et commata. So viel ist sicher, dass die von Martianay zur div. bibl. s.Hier. (Migne, 28, 123) gemachte Unterscheidung zwischen einer vorhieronymianischen und hieronymianischen Vers-Zählung keine Begründung hat ; der überaus gründliche und fleißige Mauriner gibt 1. c. eine vierfache Tabelle von Vers-Zählungen der heiligen Bücher des Alten und Neuen Testamentes ; die erste Tabelle, welche die älteste Zählung enthalten soll, entnahm Martianay dem Codex San Germanensis (jetzt in Petersburg), der sich als eine vielfach fehlerhafte Abschrift des Codex Ciarom. erwies; daher erklären sich die kleinen Differenzen in den Zahl- Angaben der Tabelle des Clarom., wie wir sie in unserem Verzeichnisse nach Zahn, Geschichte des neu- testam. Kanons, II, 167 — 169, geben, von der Tabelle bei Martianay. *) 1) Martianay zählt, abweichend von Ciarom. zu Lev. 2800, Col. 250, 2. Tim 289. Schließlich bemerken wir noch, dass wir die Stich en-Zählung des P. Nicephorus v. Constant. (806—816), da dieselbe in einer bloß übersichtlichen Darstellung, wie wir sie hier bezwecken, nicht eingehend behandelt werden kann, nicht in unsere Abhandlung einbeziehen. Vgl. darüber Zahn a. a. O. 295—801. Digitized by Google - u Altes Testament. 1 Mommsen 1 1 — • 1. Bibel 2. Bibel Theodulf. Chelten- ham- St. Gall. Hand- Codex Vallicell. Clarom. B. 6. Karl des Kahlen Karl des Kahlen Bibel 9380. j Liste schrift 1 Genesis .... 1 3700 8500 3700 Exodus .... Ge- [ sammt- Summe 18100 3000 3700 3000 — Leviticus . . . 2300 27C0 2300 — — Numeri .... 3000 3650 ; Deuteronom. . 2700 3300 2600 — Josue 1750 2000 1701 (?) Judicum . . . 1750 2000 1750 Ruth 201 (250) 250 250 250 250 2* Samuel ' ' 2300 j 2600 2200 2300 — 2200 zus. 2000 2200 2200 — 2;} Regum ; ; 2500 8500 2600 2500 2600 .^ — 2250 2400 2250 2260 il^^^^^-: : : 2040 2040 2040 2200 — — — 2100 2100 — ^;)Esdr. . . . Tobias .... 900 — 1600 — — — — vnD 1000 900 Judith .... 1100 1300 1100 1100 1100 Esther .... — 700 1000 (?) 700 700 700 — Job 1800 1700 1600 1700 1700 1700 Psalmi .... 6000 — 5000 5000 — Proverbia . . Ge- sammt- Summe 5500 1600 1740 1240 Ecclesiastes . . Cant. C. . . . Sap Ecclcus zu- sam- men 6500 600 300 1000 2500 800 280 1700 2800 800 1700 2800 — Z ! Isaia 3630 3600 3580 3580 — — Jeremias . . . 4450 zus. 4070 4460 8450 1 Lamentation es. zus. 15370 — Baruch .... — 1(S70 — fehlt i. den Handschr. — — — Ezech. 3800 3340 36C0 (?) (?) — — 1 Dan. . 1350 1600 1850 1850 Oseas 630 Joel . 90 — Arnos 410 .. — 1 Abd. . Ge- 870 — Jon . 70 zu- — Mich. . sammt- 310 Nah. . Summe — 140 ~~ sammen — Habak. 160 3900 Soph. . 3800 160 — — 1 Agg. . 110 — — Zach. . 660 — — 1 Mal . . . . 200 i I-ImrMt • • • 2300 2300 2300 2300 2300 __ I 2 Macij . 18 00 2300 2800 1800 1800 Digitized by Google -^ 66 Neues Testament. Matth. . Mark. . Lucas . Johann. Act . . Römer . 1. Kor. . 2. Kor. . Galater. Epheser t Philipp. ' Kolosser 1 Thess. 2. Thess. 1. Tim. . 2. Tim. . Tit. . . Philem.. Hebräer Jacobus I.Petrus 2. Petrus l.Joh. . 2.Joh. . S.Joh. . Judas . Apokal. Mommsen Chel- tenham Liste 2700 1700 3300 1800 3600 B B B es o O 800 450 St. GaU. Hand- schrift Codex Ciarom Valli- cell. 1. Bibel Karl des Kahlen 2. Bibel Karl des Kahlen Theod. Bibel Codex Carolin. TertcbieJ606 allen ZlUlB^B — 2600 2700 2700 2700 — 2700 — 1600 1700 1700 1700 — 1700 ? 2900 3800 3800 3800 — 3800 — 2000 -- 1700 1700 — 1800 — 2600 4600 3600 3600 — 3600 -- 1040 911 911 911 lOCO 911 — 1060 — 980 980 1000 — - 70(?) 8092 292 292 690(?) — — 350 — 213 213 294 — — 376 — 817 817 (0.322) 150 — — 241 — — — 98 — — — — 218 213 144 — — 208 230 280 230 — 288 140 50 220 — — -- 172 — — — — 34 — — 200 140 220 — — — — — 850 20 20 — — — - — — — 60 2200 — — — — — 1021 870 293 843 250,247 269 193 109 166 97 46 980 200 Digitized by Google - 56 — Zweites Capitel. Die durch Stephan Langton yerfasste Capitel-Eintheilnng. Es ist bekannt, dass bis in die neuere Zeit der berühmte Dominicaner und Cardinal Hugo a S. Caro, gestorben 1263, der durch zahlreiche exegetische Arbeiten zu den tüchtigeren Erklärern der Heiligen Schrift im Mittelalter zählt, für den Verfasser der noch jetzt üblichen Capitel -Eintheilung des lateinischen Textes gehalten wurde. Samuel Berger, der gewiegte Kenner der Ge- schichte der Vulgata des Mittelalters (vgl. unter seinen Arbeiten hierüber : De THistoire de la Vulgate en France, Paris 1887 ; ins- besondere seine von der Akademie der Wissenschaften in Paris 1891 preisgekrönte Arbeit über die Geschichte des Textes der Vulgata im Mittelalter, die demnächst der Öffentlichkeit übergeben werden wird), Gregory in seinen Prolegomena, p. 164 — 166, ins- besondere Denifle in seiner classischen Abhandlung: Die Hand- schriften der Bibel-Correctorien des 13. Jahrhunderts, in dessen Archiv für Literatur und Kirchengeschichte des Mittelalters, 4. Bd., 1888, p. 262—311, p. 470-601, vorzüglich p. 281, 289 f., wiesen auf dio alte Tradition, die früher sich in einzelnen Stimmen schon vernehmlich gemacht hatte, mit Erfolg hin.^) Als ältester Zeuge für Langton wird der Dominicaner Nicol. Trevet oder Trivet (gest. 1328) genannt, der in seinen Annales sex regum Angliae, ed. Thom. Hog, London 184B, von Langton berichtet : Hie super totam Bibliam postillas fecit et eam per capitula, quibus nunc utuntur moderni, distinxit. Als das nächste Zeugnis, welches Langton ebenso ausdrücklich als den Verfasser der neuen Capitel-Einthei- lung nennt, ist die von Gregory und Denifle citierte Stelle im Codex 487, fol. 110 der Bodlejanischen Bibliothek zu Oxford, welcher im Jahre 1448 geschrieben zu sein scheint, welche Fol- gendes besagt: 1228 magr. Stephano de Langueton archiepiscopus Cantuariensis obiit, qui bibliam apud parisium quotavit. Gregory hält für wahrscheinlich, dass diese Worte im Codex selbst von Heinr. v. Knyghton (c. 1395) herrühren, da sich fast dieselben bei diesem Schriftsteller in dessen Werke: De eventibus Angliae, 2, 34, 1) Im Cartular. Univers. Parisiensis, L, Paris 1889, spricht sich Denifle wieder zurückhaltend aus; p. 99, n. 1 sagt er: verisimiliter BibÜHm in capita divisit, ut nunc moris est ; ebenso p. 816, n. 1 : a Stephano Langton verisimiliter introducta. In Zschokke, Hist. s. antiqui Test., ed. 1. (1872) ist p. LXm erwähnt, daß Balaeus Langton als den Verfasser der besprochenen Eintheilung halte. Digitized by Google ~ 67 — vorfinden. Aus Nicol. Trevet scheinen Joh. Balaeus in seiner Hist. eccl. Cent., XIII, c. 7, 10, Franz Godwin in : De praesulibus Angliae comm., London 1616, und auch Joh. Pitseus: De rebus Anglicis., tom. I, Paris 1619, ihren Bericht über Stephan Langton als Ver- fasser der Capitel-Eintheilung geschöpft zu haben. Die Worte des letzteren mögen hier Platz finden, er sagt p. 302 1. c. : Omnes tum veteris tum novi test. libros primus omnium in capita, uti nunc habemus, ad eonim, qui sacris litteris stadent, utilitatem multo cum iudicio distribuit et distinxit. Quod ante illum forte vix quisquam unquam cogitavit et in iis post illum nemo mutandum aliquid iudicavit. Quo suo laudabili facto quantum Judicium ipse ostendeiit, quantum lumen attulerit, quantum sacrarum litterarura studiosis adiumentum suppeditaverit, doctorum hominum iudi- cium esto. Auf Pitseus als Gewährsmann benift sich ausdrücklich Jacob Brucker in : Historia Critica philosophiae a Christo nato, Lips. 1743, III, 782—783, indem er sagt: Hunc (nämlich Stephan Langton), ut hoc quoque obiter moneamus, primum scripturam Sacr. V. et N. T. in capita distribuisse auctor est Pitseus. Brower Archibald in seiner Historie der Römischen Päpste, aus dem Englischen übersetzt von Johann Jacob Rambach, Magdeburg und Leipzig, 8. Theil, 1770, bemerkt in der Note zu Seite 24: Stephan Langton ist den Gelehrten unter andern deswegen bekannt, weil er für den ersten gehalten wird, der die Bücher der Heiligen Schrift in Capitel abgetheilt haben soll. Es ist aber noch ungewiss, ob ihm die Erfindung dieser Abtheilung mit Recht beigelegt wird. Wenig- stens haben sie einige dem Hugo de S. Caro, andere dem Arlottus und noch andere einem älteren Urheber zugeschrieben. Aus Brower bringt Hurter, der denselben ausdrücklich citiert, in seiner Ge- schichte Papst Innocenz III. und seiner Zeitgenossen, 2. Band, 3. Auflage, Hamburg 1841, S. 63, über Stephan Langton Folgendes: ... er erwarb sich damit ein bleibendes Verdienst, dass er der erste war, welcher die Heilige Schrift in Capitel abtheilte, wie sie noch jetzt in Gebrauch sind, somit in die Kirche etwas ein- führte, wovon man wohl nirgends und zu keinen Zeiten mehr ab- gehen kann. Die zweite Quelle fär die Autorschaft Stephan Langtons be- züglich der Capitel-Eintheilung, nämlich die oberwähnte Bodlejer Handschrift 487, scheint zuerst dem eifrigen Durchfoischer der Schätze der Bibliotheken Englands Casimir Oudin bekannt ge- worden zu sein, denn er citiert die Stelle jener Handschrift in Digitized by Google — 68 - seinem: Comment. de scriptoribus eccles., Lips. 1722, vol. 2, col. 1702, ausdrücklich, nur dass er anstatt quotavit las und schrieb: locavit. Auf Oudin beruft sich die Histoire litteraire de France, tom. 18, p. 63, für die Meinuug, dass Stephan Langton alle oder wenigstens einen großen Theil der heiligen Bücher in Capitel eingetheilt habe. Nach Oudin nennen Wright in: Biographia Britaneica liter., London 1846, p. 444 s., und Hardy in : Descriptive catalogue of materials relating to the history of Great Britain and Ireland (in den Monumenta rerum Britannicarum medii aevi gedruckt), vol. 3, London 1871, p. 73, ausdrücklich auf jene Handschrift. Die BibliothÄque Nationale in Paris besitzt noch außerdem ein Zeugnis, und wahrscheinlich das älteste bis jetzt bekannte, in ihrer Handschrift Ms. lat. 14.417 für die Thatsache, dass Stephan Langton wirklich der Verfasser der modernen Capitel-Eintheilung sei. In diesem Ms., das ein Sammel-Codex ist und in fol. 1—124. eine expositio in Genesin magistri Hugonis de S. Jacobe (näm- lich des bekannten Hugo a S. Caro, der Prior des Jacobsklosters in Paris war) enthält; von fol. 127 an enthält der Band verschie- dene Schriften , zunächst vom Erzbischof von Canterbury (d. i. Stephan Langton) Glossen über die Hist. schol. (von Petrus Co- mestor), dann von Hugo a S. Vict. exceptiones, ferners Ars re- fellendi hereticos, quaestiones de ecclesiasticis ofBciis intitulatae : Quare. Zwischen der Expositio zur Genesis von Hugo a S. Caro und den Glossen des Erzbischofes von Canterbury befindet sich ein Schriftstück, das zwei Blätter nach alter Zählung, also vier Blätter nach modemer, somit eine Binio enthält von fol. 126^ — 126^, welches das ganze Verzeichnis der Capitel -Anfänge, wie nach Stephan Langtons Eintheilung die einzelnen Capitel der Heiligen Schrift begannen, zur ganzen Heiligen Schrift bringt. Die Schrift- züge dieses Stückes dürften auf die Mitte des 13. Jahrhunderts hinweisen, sie sind aber verschieden von den Schriftcharakteren der vorderen und rückwärtigen Theile des Codex. Der Titel: Ca- pitula Canthuar. archiepiscopi super bibliotec. ist mit schwarzer Tinte geschrieben, die Capitel- Anfilnge selbst ebenso ; nur die Titel der einzelnen Bücher der Heiligen Schrift, sowie die Nummern der Capitel sind mit römischen Ziffern mit Minium geschrieben; ebenso sind die Capitel-Anfänge der Bücher vom Deuteronomium bis inclusive 3. Könige mit rother Tinte durchstrichen. Wir geben im Nachstehenden das ganze Verzeichnis, und zwar mit der alten Orthographie, nur dass wir sämmtliche Eigennamen mit großen Buchstaben hervorheben, die Text- Unterschiede von der jetzigen Digitized by Google — 59 — Vulgata und die Schreibfehler in den Anmerkungen, die Unter- schiede von den Capitel -Anfangen durch Cursivdruck und durch die beigefugte entsprechende Stelle der Vulgata bezeichnen; die Capitel-Zahlen werden mit arabischen ZiflFern wiedergegeben. Ms. lat. 14*417 f. 125 r— 126 v. Capitnla CanthaarienBis arcbiepiscopi super bibliotecam. Incipit liber Genesis. 1. In principio creauit deus celum et terram. 2. Igitur perfecti sunt celi et terra. 3. Sed et serpens erat callidior. 4. Adam uero cognouit Euam uxorem suam. 6. Hie est liber generationis Adam. 6. Noe uero cum qtüngentorvm (B, 21). 7. tieU) tolles igitur fecum (6, 21). 8. Kecordatus est autem deus Noe cunctorumque animantium. 9. Benedixitque deus Noe et filiis eius et do. 10. Hee sunt generationes filiorum Noe. 11. Hee sutU familie (10, 32). 12. Dixit autem deus ad Abraham egredere de terra. 13. uel Nunc igitur ecce comunx (12, 19). 14. Factum est autem in tempore illo ut. IB. Hiis itaque transaetis factus est sermo domini. 16. Igitur Saray uxor Abraham non ge. 17. Postquam XX et IX^) annorum esse ceperat. 18. Apparuit autem ei deus in conualle m. sedenti. . 19. Veneruntque duo angeli Sodomam. 20. Profectus est inde Abraham in terram australem. 21. Visitavit autem dominus Sarram. 22. Que postquam gesta sunt, temptauit deus Abraham. 23. Vixit autem Sarra c. XXVII annis. 24. Erat autem Abram senex dierumque. 2B. Abram uero aliam duxit uxorem. 26. Orta autem fame super terram. 27. Senuit autem Isaac et caligauerunt oculi eius. 28. Vocauitque Isaac Jacob et benedixit. 29. Profectus ergo Jacob uenit ad terram. 30. Cemens autem Eachel quod infecunda esset. 31. Postquam autem audiuit uerba. 32. Fuerunt ei obuiain angeli dei (32, l'*). 33. Leuans^) autem Jacob oculos. Digitized by Google — 60 — 34. Egressa est autem Dina filia regis/) 35. Interea locntus est deus ad Jacob. 36. Hee sunt autem generatioes Esau. 37. Joseph mm XVI esset annorum (37, 2). 38. Eo tempore descendens Judas. 39. Igitur Joseph ductns est in Egiptum. 40. Hiis itaque gestis accidit ut. 41. Post duo annos uidit pharao. 42. Audiens autem Jacob. 43. Interim fames 3** omnem terram. 44. Biberimtque et itiebricUi sunt cum eo (43, 34**). 46. Non se poterat ultra cohibere. 46. Profectusque Israel cum omnibus. 47. Ingressus ergo Joseph. 48. Hiis transacüs nuntiatum est. 49. Vocauit autem Jacob filios. 60. Finitisque mandatis quibtis ßios (49, 32). Exodus. 1. Jacob*) singuli cum domibus suis. 2. Egressas est post hec uir. 3. Moyses autem pascebat oues. 4. Dixitque dominus ad Moyseii mitte (4, 6). 6, Post hec ingressi sunt 6. Dixitque deus ad Moysen nunc. 7. Dixitque deus ad Moysen ecce. 8. Dixitque deus ad Moysen ingredere. 9. Dixit autem deus ad Moysen ingredere. 10. Et dixit deus ad Moysen ingredere. 11. Et dixit deus ad Moysen adhuc. 12. Factum est autem noctis medio (12, 29). 13. Locutus est d. ad Moysen sanctifica. 14. Locutus est d. ad Moysen d. loquere fi. isr. 16. Tunc cecinit Moyses et Aaron cantemus. 16. Quinta decima die mensis (16, 1^*). 17. Igitur profeota omnis multitudo. 18. Cumque audisset Jetro sacerdos. 19. Mense tercio egressionis Israel. 20. Locutus est deus cunctos sermones hos. 21. Hec sunt iudicia que propones eis. 22. Si effringens für domum sine suf, (22, 2). Digitized by Google — 61 — 23. Non sttscipies uocem mendacii. 24. Moysi quoque dixit ascende ad do. 26. Locutus do. ad Moysen d. lo. fi. 26. Tabemaculum iiero ita fiet.®) 27. Facies altÄre de lingnis cethim.^) 28. Applica quoque ad te Aaron fratrem tuum. 29. Sed et hoc facies mihi tolle uitulum de armen to. 30. Facies quoque altare in adolendum. 31. Locutus est dominus ad Mo. ecce uocaui ex nomine Beseleel. 32. Yidens autem populus quod moram faceret. 33. Locutus est Dens ad Mo. Vade et des. 34. Ac deinceps preciditur®) toUamque manum. 36. Igitur congregata omni hec sunt que iussit deus fieri. 36. Fecit ergo Beseleel et Oolibal.») 37. Fecit autem Beseleel archam. 38. Fecit et altare holocausti. 39. De Jacincto^®) uero et purpura. 40. Locutusque deus ad Moy. mense prima.**) Leuiticus. 1. Revocauit**) autem Moy. et locutus est ei deus, 2. Anima cum obtulerit oblationem. 3. Quodsi hostia pacificorum. 4. Locutus est deus ad Moysen dicens lo. fi. 6. Si peccauerit anima et andient uo. 6. Anima qiie peccauerit et contempto do (6, 2). 7. Hec est lex hostie pacificorum (7, 11). 8. Tolle Aaron cum filiis suis. 9. Facta autem octaua die uoca. Moy. Aa. 10. Direptisque (corrig. in arreptisque) Nadab et Abiu. 11. Locutus est de. ad Moysen et Aa. d. lo. 12. Locntus est de. ad Moysen loquere fil. isra. 13. Locutus est de. ad Moysen et Aaron homo in cuius came. 14. Locutus est de. ad Moysen hie est ritus leprosi. 16. Locutus est de. ad Moysen et aaron loquere filiis isr. 16. Locutus est de. ad Moysen post mortem duorum. 17. Loqu. Aaron et filiis eins et cunctis fi. Isr. 18. Lo. est d. ad Moy. loquere fil. is, et die ad eos ego. 19. Loquere ad omnem cetum Israel . . ego sum dominus. 20. Locutus est Deus ad Moysen hec lo. fi. is. hom. de filiis Isr. 21. Dominus ad moys. loquere ad sacerdotes. Digitized by Google — 62 — 22. Locutas est deus ad mo. loquere Aaron et filiis öius. 23. Locutus est deus ad Mo. lo. fi. Isr. et dices ad eos liec sunt. 24. Et locutus est deus ad Moy. dicens precipe filiis. Isr. 25. Quando ingressi fuetitis terram quam eyo (26, 2^). 26. Non facieiis uobis idolum (26, 1^). 27. Locutus est de. ad Mo. d. lo. fil. Isr. et dies ad eos liomo qui uotum. Numeri. 1. Locutus est deus ad Moysen in des. sinai. 2. Loc. est deus ad Moy. et Aaron du. singuli p. turmas. 3. He sunt gnaones. Aaron et Moysi. 4. Locutus est deus ad Moy. et Aaron dicens tolle. 6. Locutus est deus ad Moy. dicens : precipe flliis Isr. ut eiciant. 6. Locutus est dominus ad Mo. lo. fi. Isr. et dices ad. eos uir. 7. Inuocabunt nomen ro,^^) super fi, hr, (6, 27). 8. Locutus est deus loquere Aaron et die ad eum. 9. Loc. est dns. Moys. in deserto Synay anno se. . 10. Loc. est deus ad Mo. fac tibi duas tu. arg. 11. Interea ortum est murmur populi. 12. Locuta est et^*) Aaron contra Moysen. 13. Profectus est ad**") Aseroth fixis tentoriis. 14. Igitur uociferans omnis turba. IB. Lo. est d. ad Mo. cum ingressi fu. in terram. 16. Ego dns. deus uester ais^^) accipe eis (16, 41?). 17. Lo. est do. ad Mo. dicens loquere ad fi. 18. Dixitque de. ad Aaron tu et fil. tui et do. 19. Lo. est deus ad Moy. et Aa. d. ista religio. 20. Venerun tque filii Israel et omnis multitudo. 21. Quod cum audisset cananeus rex. 22. Profectique castra methati sunt. 23. Dixitque Balahama**) ad balac edi. 24. Cumque uidisset Baalam quod placeret domino. 26. Morabatur autem eo tempore Israel in Sethim. 26. Postquam noxiorum sanngui» effusus est. 27. Accessemnt autem filii Saphaad.*'') 28. Dixit quoque de. ad Moy. preci. fi. Isr. et die äd eos. 29. Mensis autem septimi prima dies. 30. Preter uota et oblatioiies spontaneas (29, 39^). 31. Locut. est deus ad M. ulciscere prius filios Israel. 32. Filii autem Rüben et Gad habebant pecora. Digitized by Google — 63 — 33. Hee sunt mansiones filiomm Israel. 34. Precipe filiis Israel et dices ad eos quando trausierimus (33, 51). 3B. Hec quoque lo. deus ad Moy. in campestribus Moab. 36. Accesserunt autem principes familiarum. Deuteronomius. 1. Hec sunt verba, que loc. est moy. 2. Profectique inde uenimus in solit. que ducit. 3. Itaque conuersi ascendimus per iter Basan. 4. Et nunc audi Israel precepta. B. Vocauitque Moyses omnem Israel. 6. Hee sunt precepta et cerimonie. 7. Cum introduxerit te dominus deus tuus. 8. Omne mandatimi, quod ego precipio tibi. 9. Audi Israel tu transgredieris hodie. 10. In tempore illo dixit deus ad me. 11. Ama itaque dominum deum tuum. 12. Hec sunt precepta atque iudicia. 13. Si surrexit ^®) in medio tui prophetes. 14. Filii estote domini dei uestri. 15. Vn°. anno facies remissionem. 16. Obserua menses ^®) nouarum frugum. 17. Non immolabis domino deo tuo. 18. Non habebunt sacerdotes et leuite. 19. Cum disperdiderit domin. deus tuus gentes. 20. Si exieris ad bellum. 21. Quando inuentum fuerit in terra. 22. Non uidebis bouem fratris tui. 23. Noft accipiet homo uxof'em fratris sui (22, 30). 24. Si accipiet homo uxorem et habuerit eam. 25. Si fuerit causa inter aliquos. 26. Cumque intrares ^®) in terram quam d. 27. Precipit^') autem Moyses et ferneres.*^) 28. Si autem audieris uocem domini. 29. Hec sunt uerba federis, quod precepit. 30. Cum ergo uenerint super te omnes. 31. Abiit itaque Moy. et locutus est. 32. Pluat doctrina mea fluat (22, 2). 33. Hec est benedictio, quam benedixit Moy. 34. Ascendit ergo Moyses de campestribus. Digitized by Google — 64 — J 8 u e. 1. Vt posfc mortem Moys. 2. Misit ergo Josue filius Nun. 3. Egredientesque de fathayin ^2«^) (3, 1^). 4. Quibus transgressib dixit deus ad Josue. B. Postquam ergo audierunt omnes reges. 6. Jericho autem clausa erat. 7. Filii autem Israel preuaricati sunt. 8. Dixit autem deus ad Josue ne timeas 9. Quibus auditis cuncti reges. 10. Que cum audisset Adoiiisedech. 11. Que cum audisset Jabyn rex Assor. 12. Hii sunt reges, quos percusserunt filii Israel. 13. Josue senex prouecte etatis. 14. Hoc est quod possiderunt ^^ filii Israel. IB. Igitur sors filiorum Jude per cogn. 16. Cecidit quoque sors filiorum Jos. 17. Cecidit autem sors tribui Manasse. 18. Congregati sunt omnes filii Israel in Silo. 19. Et egressa est sors filiorum Simeon. 20. Et locutus est d. ad Josue die. loqu. f. Israel et d. 21. Accsseruntque principes familiarum Leui. 22. Eo tempore uocauit Josue Eubenitas. 23. Euoluto autem multo tempore. 24. Congregauitque Josue omnes tr. Israel in Sichim. Judicum. 1. Post mortem Josue consul. fi. Is. 2. Ascenditque a. d. de Galgala. 3. Hee sunt gentes quas deus dereliquit. 4. Addideruntque filii Israel facere. B. Cecinitque Delbora **) et Barak. 6. Fecerunt autem filii Israel malum. 7. Igitur Gerobaal ^^) qui et Gedeon. 8. Dixeruntque ei ad eum uiri Ephiph.^*) 9. Abiit autem Abimelech filius. 10. Post Abimelech surrexit dux. 11. Fuit illo tempore Jepte^^) Galaad. 12. Ecce autem in Effraim orta est seditio. 13. Erat autem nir quidam de Sarraa (13, 2). 14. Uidensque mulierem ibi de ßiabus (14, l*'). Digitized by Google — 66 — IB. Post aliquantum autem temporis. 16. Abiit autem in Gazam et ui. miüti. *®) 17. Fuit 60 tempore uir quidam in monte. 18. In diebus Ulis non erat rex in Israel. 19. Fuit qu. uir Leuites in latere. 20. Egressi sunt itaque omnes fi. Isr. 21. Jurauerunt itaque omnes filii Is. in Ma. Euth. 1. In diebus Ulis unius unius*®*) iudicis. 2. Erat au. uir Elimelech. 3. Postquam autem reuersa est ad socrum suam. 4. Ascendit quoque Booz ad portam. Begum I. 1. Fuit uir unus de Bamathaim. 2. Et orauü Anna et ait (1, 28^). 3. Puer autem Samuel mister.**) 4. Egresms est namque Israel obuiam (4, 1^). B. Philistini autem tulerunt arcbam. 6. Et uocauerunt Phil, sacerdotes (6, 2). 7. Venerunt ergo uiri Cariathia. 8. Factum est autem cum senuisset Samuel. 9. Erat uir de Beniamin nomine. 10. Ecce unxit te dns, super heredüatem (10, 1^). 11. Ascendit autem Naas ammonites. 12. Dixit autem Samuel ad uniuersum. 13. Filius unius anni erat Saul. 14. Et ascondit^®) quadam die ut diceret. IB. Et dixit Samuel ad Saul. 16. Dixitque deus ad Samuel usquequo tu. 17. Congregantes uero Philistini agmina. 18. Et factum est cum compleuisset loqui 19. Locutus est autem Saul ad Jonathan. 20. Fugit autem Dauid de Naioht^^) in m. 21. Venit autem Dauid in Nobe. 22. Abiit ergo inde Dauid et fugit in spe. 23. Et annuntiauerunt Dauid dioentes. 24. Ascandit*^) ergo Dauid ra.^*) et habitauit 2B. Mortuus est autem Samuel. 26. Et uenerunt Zephei«*) ad Saul. Digitized by Google — 66 — 27. Et ait Dauid in corde suo. 28. Factum est autem in diebns illis. 29. Congregati sunt Philistini. 30. Cumque uen. Dauid et uiri eins. 31. Philistini autem pugnabant. Kegum II. 1. Factum est autem postquam mortuus est 2. Igitur post hec consuluit Dauid dominum. 3. Facta est ergo longa contencio.^**). 4. Audiuit autem Isboseth filius. 5. Et uenerunt uniuerse tribus Israel 6. Congregauit autem Dauid rursus. 7. Factum est autem cum sedisset rex in domo. 8. Factum est autem post hec percussit Dauid PhiL 9. Et dixit Dauid putasne est aliquis. 10. Factum est autem post hec ut moreretur Naas. 11. Factum est autem uertente anno eo tempore. 12. Misit ergo deus Nathan ad Dauid. 13. Factum est autem post hec ut Absalom. 14. Intelligens autem Joab filius Saruiae. IB. Igitur post hec fecit Absalom sibi curr. 16. Cumque Dauid transisset paullulum. 17. Dixit ergo ArchitopheP*^) ad Absolon.®*) 18. Igitur considerato Dauid populo suo. 19. Nimtiatum est autem Joab quod rex. 20. Accidit quoque ut esset uir Belial. 21. Facta est^^) fames in diebus Dauid. 22. Dominus pära mea et rohur meum (22, 2). 23. Hec autem sunt uerba nouissima. 24. Et addidit furor domini. Eegum m. 1. Et rex Dauid senuerat et habebat. 2. Appropinquauit ^^) autem dies Dauid ut mor. 3. Confirmatum est igitur regnum. 4. Erat autem rex Salomon regnans. 5. Misit quoque Hyram rex Tyri. 6. Factum est igitur quadragesimo.*®) 7. Domum autem suam edificauit. 8. Tunc congregati simt omnes mai. Digitized by Google — 67 — 9. Factum est antem onm perfecisset Salomon. 10. Sed«») regina Saba audiuit tuno.«»») 11. Eex autem Salomon adam. 12. Yenit autem Koboam in Syohem. 13. Ecce uir dei uenit. 14. In illo tempore egrotauit Abya. 15. Igitur in octauo decimo anno regni. 16. Factum est autem sermo domini ad Jehu. 17. Et dixit helias Th. 18. Post multo***) dies factum est uerbum domini. 19. Nuntiauit autem Achaz Jezibel. 20. Porro Benadap**) rex Sirie. 21. Post uerba autem hec tempori**) illo. 22. Transierunt igitur tres anni. Begum im. 1. Preuaricatus est autem Moab in Israel. 2. Factum est autem com*') leuare uellet. 3. Joram uero filius Acab. 4. Mulier autem quedam de uxoribus. 5. Dixerunt autem filii prophetarum. 6. Dixit autem Heliseus audite üb. 7. Heliseus locutus est ad mulierem. 8. Heliseus autem propheta uocauit unum. 9. Erant^*) Acab LXX fi. in Sa. (10, 1). 10. Athalia uero mafer achazie^^) (11, 1). 11. Athalia autem occisa est gladio (11, 20^). 12. Anno XXIII. Joas ßii (13, 1). 13. In anno secundo Joas filii Joachin.**) (14, 1). 14 Anno uigesimo septimo Jeroboam ßii iram (16, 1). IB. Anno XXVII Phacee filn (16, 1). 16. Anno XX *^ Achaz regis (17,1). 17. Anno III Osee filii Heia (18, 1). 18. Ingi-essusque est domum domini (19, 1^). 19. In diebus illis egrotauit Ezechi. (20, 1). 20. Dormiuitque Ezech. cum patribus (20, 21). 21. Octo annorum erat Josias (22, 1). 22. Cum*®) renuntiauerunt regi quod dixerat (23, 1). 23. In diebus eins ascendit Nabugodonosor (24, 1). 24. Factum est anno IX (25, 1). Digitized by Google — 68 — Paralipomenon I. 1. Post hec inp-essus est ßffrotn (2, 21?). 2. In diebus autein Saul preliati sunt (6, 10.) 3. Erant autem filii Semida Abin*») (7,19). 4. Philistini autem pugnabant (10, 1). B. Iniit autem consüium Dauid (13, 1). 6. Attulerunt igitur archam dei (16, 1). 7. Cum autem habitasset Dauid in domo (17, 1). 8. Accidit autem ut moreretur Naas (19, 1). 9. Oonsurrexit autem Sathan contra Israel (21, 1). 10. Protinus ergo Dauid uidens (21, 18). 11. Igitur Dauid senex et plenus dierum (23, 1). 12. Filii autem Israel ***) numerum suum (27, 1). 13. Dedit autem Dauid Salomoni filio (28, 1). Paralipomenon IL 1. Confortatus ergo Salomon filius Dauid. 2. Incepit Sälomon edificare domum (3, 1). 3. Intulit ergo Salomon omnia que nouerat*^*) (5,1). 4. Comque complesset Salomon fundens preces (7, 1). B. ßegina quoque Saba cum audisset (9, 1). 6. Begnauit autem Salomon in Jerusalem (9, 30). 7. Anno autem V regni Jero. (12, 2). 8. Dormiuit autem Abia cum patribus (14, 1). 9. Regnauit autem Josaphat cum patri**) (17,1). 10. Post hec congregati sunt filii mo. (20, 1). 11. Constituunt*^) autem habitatores (22, 1). 12. Mater enim eins tulit eum (22,3). 13. XXV annorum erat Amasias (2B, 1). 14. Omnis autem populus Juda filium eins (26, 1). IB. XX ß*) annorum erat Achaz (27,1). 16. Igitur Ezechias regnare cepit (29, 1). 17. Misit ergo*^) Ezechias^«) omnem Js. (30,1). 18. In diebus Ulis egrotauit Ezechias (32,24). 19. Octo annorum erat Josias (34, 1). 20. Tulit igitur populus terre Joachaz (36,1). Hesdras. 1. In anno primo Ciri regis. 2. HU sunt autem prouincie filii. 3. Conffregatus est ergo populus (3, l'*). Digitized by Google — 69 — 4. Audientes autem hostes Jade. 5. In anno atäem A$9ueri (4, 6). 6. Prophetauit*^^ autem Aggens propheta. 7. Tone rex Darios precepit. 8. Fecerunt autem ßii Israel sacerdotes (6, 16). 9. Post hec autem uerba (7, 1). 10. Hü sunt*®) principes familiarum (8, 1). 11. Jeinnauimus autetn et rogauimus (8, 23). 12. Postquam autem hec completa sunt. 13. Sic ergo orante Esdra. 14. Et sederunt in die prima mensis (10, 16**). 16. Verba Neemie filii Elchie. 16. Factum est autem in anno**) nisan. 17. Et audienmt Sanaballa «<>) (Nehem. 2, 10). 18. Et surrexit Helias.«^ 19. Factum est autem cum audisset (4, 7). 20. Factum est autem cum audissent (4, 15).*') 21. Et factus est clamor populi (5, 1). 22. Fecü ergo populus sictä erat (B, 13^*). 23. Factum est autem cum audisset Saraballa*®) (6, 1). 24. Factum est ergo cum audissent «»•*) in unn (6, 16). 25. Non aperiantur porte Jerusalem (7, 8^). 26. Nathinei et omnis Israel (7, 73^;. 27. Et inuenerunt scriptum in lege (8, 14). 28. In die autem XXTTTT^ 29. Et dixit Esdras tu ipse deus solus (9, 6). 30. Signatores autem fuerunt Neemias. 31. Habitauerunt autem principes populi. 32. In diebus autem Joachim (12, 12). 33. In dedicatione autem templi muri Israel (12, 27). 34. Factum est autem cum audissent legem (13, 3). 36. In diebus illis uidi in Juda (13, 15). 36. Factum est autem cum quieuissent porte (13, 19.) Tobias. 1. Tobias ex tribu et ciuitate Neptalim.^*) 2. Contigit autem ut quodam die (2, 10). 3. Eadem itaque die contigit (3, 7). 4. In illo tempore exaudite sunt preces (3,24). 6. Tunc ingressus thobias inuenit unum^^) (6, 6). 6. Ingressi sunt autem ad Baguelem (7, 1). Digitized by Google — 70 — 7. Tunc exoficUus est Thobias uirginem (8, 11). 8. Cum uero moram*^) faceret Tobias (10, 1.) 9. Tunc uooauit ad se Tobiam««) (12, 1). 10. Aperiens autem Tobias senior (13, 1). 11. In hora autem mortis (14, 6). Judith. 1. Arphaxat itaque rex. 2. Anno Xm Nabugodonosor. 3. Tunc Holofei-nes nocauit du. (2, 7). 4. Tunc miserunt legatos suos (3, 1). 5. Tunc descendit de montibus cum (3, 7). 6. Tunc audientes filii Js. (4, 1). 7. Scitote quoniam exatidiuü deus (4, 12) 8. Nunciatumque est Holofemi (6, 1). 9. Si digneris audire domine (5, 6). 10. Et«®) factus est dum cessaret loqui (5,26). 11. Porro ßii Israel descendentes (6, 10). 12. Holofemes autem altera die (7, 1). 13. Tunc ad Oziam congregati omnes uiri (7, 12). 14. Et factum est cum audissent hec uerba (8, 1). 15. Factum est autem cimi cessasset clamare (10, 1). 16. Factum est cum descenderet montem (10, 11). 17. Videns itaque Judith olofeniem (10, 19). 18. Tunc iussit eam introire ubi repo. (12, 1). 19. Et factum est quarto die (12, 10). 20. Vt autem sero factum est (13, 1). 21. Et factum est cum audissent uiri uo, (13, 14). 22. PoiTO Achior uocatus uenit (13, 27). 23. Dixit autem Judith ad omnem populum (14, 1). 24. Mox autem ui oiius est dies (14, 7). 25. Timc cantauit canticum nouum Judith (16, 1). 26. Et factum est post hec omnis populus (16,22). Hester. 1. In diebus Assueri qui regnauit. 2. Vasti quoque regina preponens (1, 9). 3. Hüs itaque gestis postquam reges •*) (2, 1). 4. Erat uir iudeus in Susis (2, 5). 6. Cumque uenisset tempus singula ^®) (2, 12). 6. Eo igitur tempore quo Mardocheus (2, 21). Digitized by Google — 71 — 7. Post hec rex Assnems exaltauit (3, 1). 8. Qae com audisset Mardooheus (4, 1). 9. Die antem tercio induta est Hester (6,9). 10. Egressmque est itaqtie illo die Aman {b, 9). 11. Noctem illam duxit rex insompnem (6, 1). 12. Hoc honore condignus est (6, 11 ^). 13. Intrauit itaque rex et Aman (7, 1). 14. D^^o») illo dedit rex Assuerus (8, 1). 15. Mardocheus autem de pcUacio (8, 15). 16. Congregatis iudeis IIIV^) die (9, 15). 17. Eex uero Assuerus omnem terram (10, 1). 18. Dixitque Mardocheus a deo (10, 4). 19. Rex maximus Arthaxerses (13, 1). 20. Mardocheus aidein deprecatus est do, (13, 8). 21. Cuinque deposuisset vestes regias (14, 2). 22. Et mandauit ei haut dubium (15, 1). Job. 1. Vir erat in terra Hus nomine Job. 2. Factum est autem cum quodam die. 3. Post hec aperuit Job os suum. 4. Bespondens autem Heliphat temanites.^') 5. Vooa ergo si est qui te^*) respondeat. 6. Bespondens autem Job dixit. 7. Milicia est uita hominis super terram. 8. Bespondens autem Baldat^^) Suites. 9. Et respondens autem ^*) Job ait qui o. te^*) (9, 1). 10. Tedet animam meam uite mee. 11. Respondens autem Job dixit ergo tios es, soll (12, 1). 12. Ecce omnia^^ et uidit oculus meiis (13,1). 13. Breues dies hominis sunt (14, 5). 14. Bespondens autem Helyphat them. numquid respondebit (16, 1). 15. Bespondens autem Job dixit audite fere ^®) talia (16, 1). 16. Spiritus mens attenuabitur, dies mei breui. (17, 1). 17. Intelligat prim et sie loquamur (18, 2 **). 18. Ysquequo afHigitis animam meam (19, 1). 19. Idcirco cogitationes mee uane (20, 1). 20. Bespondens Job dixit audite queso sermo m. (21, 1). 21. Bespondit autem Heliphat them. numquid do. comparari. (22,1). Digitized by Google — 72 — 22. Nunc quoque in amaritudine est sermo (23, 1). 23. Ab omnipotente non sunt abscondita tempora (24, 1). 24. Potestas et tetror aptU eum est (2B, 1). 26. Cuius audüor'^^) es (26,2). 26. Addidit Job assumens (27, 1). 27. Habet argentum uenarum suarum princ. (28, 1). 28. Addidit quoque Job assumpta®®) parabola (29,1). 29. Nunc autem tendent®') me minores (30,1). 30. Pepigi fedus cum oculis meis (31, 1). 31. Miserunt ^^) autem tres uiri isti (32, 1). 32. Audi igitur Job eloquia mea (33, 1). 33. Pronuncians itaque Helyu (34, 1). 34. Igitur Heliu hec rursus looutus est (3B, 1). 3B. Addens quoque Heliu hec loqui etiam sustine me pau. (36, 1). 36. Super hoc expauit cor meum (37, 1). 37. Quis iste inuoluens sefitentias (38, 1). 38. Dinumerasti menses contemptus^^) eorum (39, 1). 39. Accinge sicut uir lutnbos tuos (40, 2). 40. Num quasi crudelis suscitabo eum (41, 1). 41. Scio quia omnia potes et nulla te (42, 2). Parabole Salomonis. 1. Parabole Salomonis filii Dauid. 2. Fili mi si susceperis sermones meos. 3. Fili mi ne obliuiscaris legem m. 4. Audite filii disciplinam patris. 5. Fili mi attende sapientiam meam. 6. Fili mi si spoponderis amico tuo. 7. Fili mi custodi sermones meos. 8. Numquid non sapientia clamitat. 9. Sapientia edificauit sibi domum. 10. Filius sapiens letificat patrem. 11. Statera dolosa abhominatio est. 12. Qui diligit scientiam,®*) diligit disciplinam. 13. Iter autem deuium ducU ad moHetn (12,28). 14. Sapiens mulier edifioat domum suam IB. Eesponsio mollis frangit iram. 16. Hominis est animam preparare et domini gubemare. 17. Melior est buccella sicca cum gaudio. 18. Ocoasiones querit qui uult recedere. 19. Melior est pauper qui ambulat in simplic. Digitized by Google — 73 — 20. Lnxoriosa res Tunum tumultnosa. 21. Sicut diuisiones aquarom ita cor i.®*) 22. Melius est nomen bonum quam diuitie. 23. Qaando sederis at comedas cum princ. 24. Non emulerls uiros malos. 26. Gloria dei est celare uerbum (26, 2). 26. Quomodo nix estate et pluuie. 27. Ne glorieris in crastinum ignorans. 28. Fugit impius nemine persequente. 29. Viro corripiente dura ceruice. 30. Visio quam loctUus est uir cum quo deus (30, 2). 31. Ne dederis mulieribus substatitiam tuam. (31, 3). Ecclesiastes. 1. Verba ecclesiastes filii Dauid. 2. Vadam et affiuam diuüik (2, V"). 3. Tempus nascendi et tempus moriendi (3, 2). 4. Yerti me ad alia ei uidi calumpn. 6. Nee temere loquaris neque cor. 6. Est et aliud malum quod uidi. 7. Igitur®*) necesse est homini maiora. 8. Sapientia hominis lucet in uultu eius. 9. Sunt jusii atque sapientes et opera (9, 1^). 10. Pretiosior est sapientia parua gloria. 11. Mitte manum tuam subter transe. 12. Memento creatoris tui in diebus. Cantica Canticorum. 1. Osculetur me osculo. 2. Ego flos campi et iilium conuallium. 3. In lectulo meo per noctes. 4. Quam pulcra es amica mea. 6. Veniat dilectus meus in ortum suum. 6. Dilectus meus descendit in ortum suum. 7. Quid uidebis in synamite. 8. Quis mihi det te fratrem meum. Liber Sapientie. 1. Diligite iustitiam. 2. Dixerunt autem®') impii cogitantes. 3. Justorum anime in manu dei sunt. Digitized by Google — 74 — 4. quam pulcra es^^) casta generatio. 6. Tuno stabunt iusti in magna constantia. 6. Melior est sapientia quam uires. 7. Sum quidem et ego mortalis homo. 8. Attingit ergo a facie®^) usque ad fa[ciem]. 9. Dens ptr. nrorum. et domine. 10. Heo illum qui primus formatus est. 11. Steterunt hosUs et (de inimicj^^) (11, 93). 12. O quam bonus et suavis domine. 13. Yani sunt omnes homines in quib. 14. Item**) alius nauigare cogitans. 16. Tu autem deus noster suauis et uerus. 16. Post***) hec et hiis similia passi sunt. 17. Magna enim sunt iudioia tua. 18. Sanctis autem tuis maxima. 19. Presciebat enim futura (19, 1*^). Ecclesiasticus. 1. Omnis sapientia a domino deo est. 2. Fili accedens ad seruitutem. 3. Fili sapientie ecclesia sanctorum.**^) 4. Fili helemosinam pauperis. 5. Noli ättendere ad possessiones. 6. Noli fieri pro amico inimicus. 7. Noli faoere mala et non te apprehendent. 8. Non litiges cum homine potente. 9. Non des mtdief-i potestatem (9, 2). 10. Judex sapiens iudioabit populo. 11. Sapientia humiliati exaltabit. 12. Si benefeceris scito cui benefeceris. 13. Qui tetigerit pioem inquinabitur. 14. Beatus uir qui non est lapsus. 15. Qui timet deum, faciet bona. 16. Ne iocunderis in filüs impiis. 17. Deus creauit de terra hominem. 18. Qui uiuit in etemum, creauit omnia. 19. Operarius ebriosus non locupletabitur. 20. Quam bonum est arguere. 21. Qui**) peccasti ne adicias. 22. In lapide luteo lapidabitur piger. 23. Domine pater et dominator uite mee. Digitized by Google — 7B — 24. Sapientia landabit animam snam. 25. In tribos plaoitnm est spiritui meo. 26. Molieris bone beatos uir. 27. Propter inopiam multi deliquerunt. 28. Qui nindicari tnuUa^^) a domino. 29. Qui facit misericordiam, feneratur proximo. 30. Qui diligit filium assiduat. 31. Yigilia honestatis tabesoit.^^) 32. Bectorem te posuerunt; noli ext. 33. Timenti dominum. 34. Yana spes et mendacium insensato. 35. Qui conseruat uerbum multiplicat. 36. Miserere nostri deus omnium. 37. Omnis amicus dicet et ego acc. 38. Honora medioum propter necessitatem. 39. Sapientiam omnium antiquorum exquiret. 40. Occupatio magna creata est. 41. Mors quam amara est. 42. Non duplices sermonem auditum. 43. Altitudinis firmamentum pulcritudo. 44. Laudemus uiros glorioses. 46. Dilectus a**^) deo et hominibus Moyses. 46. Fortis in bello Jesus Naue (47, 2*>). 47. Sic Dauid a ßliis Israel cum leonibus, 48. Et surrexit Helyas propheta. 49. Memoria Josie in con. 50. Simeon Onie filius sacerdos. 51. Confitebor tibi domine rex. Ysaias. 1. Visio Isaie filii Amos. 2. Verbum quod uidit Isa. fil. 3. Ecce enim dominator d. exercituum. 4. Apprehendent Vll mulieres. 5. Cantabo dilecto meo. 6. In anno quo mortuus est rex Ozias. 7. Et factum est in diebus Acab filii. 8. Et dixit dominus ad me sume tibi librum. 9. Primo tempore alleuiata est terra. 10. Ve, qui condunt leges iniquas. 11. Et egredietur uirga de radice Josse. Digitized by Google 76 12. Conßebor tibi domine quoniatn iratus es (12, 1^). 13. Onus Babilonis quod uidit Isaias. 14. Prope est ut ueuiat tempns eius. 15. Qni®*) nocte uastata est Ar. 16. Emitte agnum domine dominatorem terre. 17. Ecce Dam. desinet. 18. Ve terre cimbalo alarum. 19. Onus Eg. ecce deus ascendet. 20. In anno quo ingressus est Tar. 21. Onus deserti maris sicut turbines. 22. Onus uallis uisionis quidnam. 23. Onus Tyri ululate naues. 24. Ecce deus nudabit*') terram et dis. 25. Domine deus mens es tu. 26. In die illa cantabitur canticum. 27. In die illa uisitabit deus in gloria. 28. Ve corone superbie ebriis. 29. Ve Ariel Ariel ciu. 30. Ve filii desertores. 31. Ve qui descendunt in Egiptum. 32. Ecce*®) iusticia regnabit. 33. Beati qui seminatis super aquas (32, 20). 34. Accedite gentes et audite. 35. Letabitur deserta**) inuia. 36. Et factum est in XTTTT anno. 37. Et factum est cum audisset rex Ezechias. 38. In diebus illis egrotauit Ezechias. 39. In illo tempore misit Maradach***®). 40. Consol. consol. popule mee. 41. Taceant ad me insule. 42. Ecce seruus meus suscipiam eum. 43. Et nunc hec dicit dominus creans montes. 44. Et nimc audi Jacob serue. 46. Hec dicit dominus Christo meo Cyro. 46. Confractus*®^) est Beel, contritus Nabugod. 47. Descende sede in puluere. 48. Audite hec domus Jacob. 49. Audite insule et attendite. 50. Hec dicit dominus quis est iste über. 51. Audite me qui sequimini. 52. Consurge consurge induere. Digitized by Google — 77 — 63. Quis creditni*®') aaditui n. 54. Lauda sterilis que non parls. 55. Onmes sicientes uenite ad aquas. 56. Hec dicit dominus custodite iudioia.'*^') 57. Justus perit et non est qui recogitet. 58. Clama ne cesses oe. t. a.*®*). 59. Ecce non est abbreuiata manus. 60. Sorge illuminare Jerusalem. 61. Spiritus domini super me eo quod unxit. 62. Propter Syon non tacebo et propter. 63. Quis est iste qui uenit de Edom. 64. Vtinam dirumperes celos. 65. Dixi ecce ego (issum^^^) (45, 1). 66. Hec dicit dominus celum sedes mea. Jerem. 1. Verba Jeremie filii Elchie. 2. Et factum est uerbum domini ad me di. uade. 3. Vulgo dicitur si dimiserit uir. 4. Si reuerteris Israel ad me ait dominus. 5. Circuite uias Jerus. 6. Confoiiiamini filii Beniamin. 7. Verbum quod factum est ad Jeremiam. 8. In tempore illo ait dominus eicient ossa. 9. Quis dabit capiti meo aquam. 10. Audite uerbum quod locutus est deus^****) etc. 11. Verbum quod factum est ad Jeremiam a domino.*®^) 12. Justus quidem tu es domine. 13. Hec dicit dominus ad me uade et posside. 14. Et***®) factum est uerbum do. ad me. 15. Et dixit dominus ad me si steterit. 16. Et factum est uerbum domini ad me dicens non accipies. 17. Peccatum Juda scriptum est stilo. 18. Verbum quod factum est a domino ad Jeremiam dicens. 19. Vade et accipe lagunculam (19, 1^). 20. Et audiuit Fassur filius eins. 21. Verbum quod factum est ad Jeremiam quando misit. 22. Hec dicit dominus dei^ descendam^^^^) in de8ertum*^*)regi8. 23. Ve pastoribus qui dispergunt et la.**®) 24. Ostendit mihi deus*.'*) et ecce duo. 25. Verbum quod factum est ad Jeremiam de omni populo Jude. Digitized by Google — 78 — 26. In prinoipio regni Joachim. 27. Fac tibi uincula et cathenas (27, 2^). 28. Et factum est in anno illo in. 29. Et hec sunt uerba libri quem misit. 30. Hoc uerbum quod factum est ad Jeremiam. 31. In tempore illo dicit dominus ero deus. 32. Verbum quod factum est a do. in anno dec. 33. Et factum est uerbum dni. ad Jeremiam secundo cum adhnc. 34. Verbum quod factum est ad Jeremiam a dno. qu. Nabugod 35. Verbum quod factum est in diebus Joachim. 36. Et factum est in anno EU** Joachim. 37. Et regnauit rex Sedeohias. 38. Audivit autem Saphatias. 39. Anno IX. Sedechie. 40. Sermo qui factus est ad Jeremiam. 41. Et factum est in mense Vil. 42. Et accesserunt omnes principes. 43. Factum est autem cum complesset. 44. Verbum quod factum est ad*^*) Jeremiam et ad omnes. 46. Verbum quod locutus est Jeremias. 46. Quod factum est uerbum ad Jeremiam. 47. Quod factum est ubi domin. ad Jerem. proph. cir.****) 48. Hec dicit dominus exercituum deus Js. 49. Hec dicit domin. ad exercituum numquid non filii. 50. Verbum quod locutus est dominus de Babilo. 51. Hec dicit dominus ecce ego suscitabo. 52. Filius XX unius anni erat. Treni. 1. Quomodo sedet sola ciuitas. 2. Quomodo obtexit caligine. 3. Ego uir uidens paupertatem. 4. Quomodo obscuratum est aurum. 5. Recordare dne. quid acciderit. Baruch. 1. Et hec uerba etc. 2. Propter quod statuit dominus nr. 3. Et nunc domine omnipotens. 4. Hie liber mandatorum. Digitized by Google — 79 — Ezechiel. 1. Et factum est in C'»*»»^^) anno. 2. Fili hois, mitto ie ad fil, (2, 3). 3. Et dixit ad me fili hois. 4. Et tu fili hois. sume tibi. 6. Et tu fili hois. sume tibi gladium. 6. Et factus est sermo dni. ad me. 7. Et factus est sermo dni. ad me dicens et tu fili. 8. Et factum est anno VP. 9. Et ecce VW^^) uiri ueniebant (9, 2). 10. Et uidi et ecce in firmamento quod. 11. Et eleuauit me fons^^**) et introduxit. 12. Et fact. est sermo dni. ad me dicens fili hominis. 13. Et fili hominis uaticinare ad populum (13, 2). 14. Fili hominis uiri isti posuerunt (14, 3). 15. Fili hominis quid fiet de ligno uitis. 16. Fili hominis notas fac Jerusalem abhominationes. 17. Fili hominis propone enigma. 18. Quid est quod inter uos parab. 19. Et tu fili hominis attende^**) per planctum. 20. Et factum est in anno YUP in Vll^ mense. 21. Fili hominis pone faciem tuam ad Jerusalem. 22. Et tu fili hom. non"«j iudicas ci. 23. Fili ho. due mulieres matris unius. 24. Et factum est uerbum do. ad me in anno XX.^^'') 26. Fili hominis pone faciem tuam contra filios. 26. Et factum est in iX**®) anno cum. 27. Et factum est tu ergo fili h. assume super Tyrum. 28. Fili hominis die principi Tyri. 29. In anno X. in duodecimo mense. 30. Füi hominis propheta et die: hec dicit d. 31. Et factum est in XI. anno in tercio mense. 32. Et factum est in XTT. anno in XII. mense. 33. Fili Js. loquere ad filios populi tui. 34. Fili hois. propheta de pastoribus Js. 36. Fili hois. pone faciem tuam aduersum. 36. Tu autem fili hominis propheta super montes. 37. Facta est super me manus domini. 38. Fili hois. pone faciem tuam super Gog et terram. 39. Tu autem fili hois uaticinare aduersus Gog. 40. In XXV. anno transmigr. Digitized by Google — 80 — 41. Et ifUrodtixit me in otHum exterius (42, 1). 42. Et duxit me ad portam que respicit***) (43, 1). 43. Porta hec clausa erit et non aperietur (44, 2). 44. Cumque ceperis teiTam diuidere sor. (46, 1). 46. Porta atrii interioris que respicit (46, 1). 46. Et conuerti me ad por. dom. (47, 1). 47. Et hec nomina tribuum a finibus (48, 1). Daniel. "0) 1. Anno tercio regni Joachim. 2. In anno autem secimdo regni Nabuchodonosor. 3. Nabugodonosor statuam feoit auream. 4. Ego Nab. quietus eram in dom. 6. Balth. rex fecit. 6. Placuit Dario et statuit. 7. Anno primo Balthasar. 8. Anno tercio regni Balthasar. 9. In anno primo Darü 10. Anno tercio regni Cyri 11. Ego autem ab anno primo. 12. In tempore autem illo consurget. 13. Erat autem uir in Babil. 14. Erat quoque idolum aput Babil.^^^) (14, 2). Osee. 1. Verbum domini quod factum est ad Ose. 2. Dicite fratribus uestris populus. 3. Et dixit dominus ad me adhuc. 4. Audite uerbum domini filii. 6. Audite hoc sac. 6. In tribulatione sua mane consurgent. 7. Cum sanare uellem Israel. 8. In gutture tuo sit tuba. 9. Noli letari Israel noli 10. Vites ***) frondosa Israel. 11. Sicut mane transit.*^^) 12. Ephraim pascit uentum. 13. Loquente Eflfraym hör. 14. Pereat Samar. quoniam. Digitized by Google — 81 — Joel. 1. Verb tun domini quod factum est ad Joel. 2. Canite tuba in Syon. 3. Qaia ecce in diebus illis. Arnos. 1. Verba Arnos qui fuit. 2. Hec dicit dominus super tribus sceleribus. 3. Audite uerbum quod locutus est dominus. 4. Audite uerbum hoc uacce pingues. 5. Audite uerbum istud quod ego plac.^**) 6. Ve qui opulenti estis in Syon. 7. Hec ostendit mihi dominus deus et ecce fictor. 8. Hec ostendit et ecce uncinus. 9. Vidi dnum stantem super altare. Abdias.*") 1. Visio Abdie. Jonas. 1. Et factum est uerbum domini ad Jonam filium. 2. Et preparauit piscem grandem. 3. Surge et uade in Niniue.*^*) 4. Et aflfticit est Jonas afflictione. Micheas. 1. Verbum domini quod factum est ad Mich. 2. Ve qui cogitatis inutile et operamini. 3. Et dixit audite principes Jacob. 4. Et in riouissimo die non erit mors.'*') 6. Tunc **®) uastaberis filia latronis. 6. Audite que dominus loquitur surge. 7. Ve mihi quia factus sum qui colligit. Naum. 1. Onus Niniue über uisionis. 2. Ascendit qui dispergat coram te. 3. Ve ciuitas sanguinum uniuersa. Abacuch. 1. In hiis que *^*) uidit Abacuch propheta. 2. Super custodiam meam stabo. 3. Domine audiui auditun;. Digitized by Google — 82 — Sophonias. 1. Yerbum domini qnod factum est ad Sophoniam. 2. Couaenite, congregamini gentes. 3. Ve prouocatrix et redempta ciuitas. Aggeus. 1. In anno secundo Darii regis persarmn. 2. In die IX. ^®®) et quarta mensis. Zacharias. 1. In mense octauo in anno secundo Darii. 2. Et leuaui oculos meos et uidi. 3. Et ostendit mihi sacerdotem magnum. 4. Et reuersus est angelus qui 1. 5. Et conuersTis sum et 1. oculos meos. 6. Et conuersus sum et 1. oculos et uidi et ecce IIIL^^ reg. **®*) 7. Et factum est anno llil** Darii. 8. Et factum est uerbum dni exercitu. dicens. 9. OuTis uerbi dominici in terra Adrac. 10. Petite pluuiam a domino in pp.*'^) serotino. 11. Aperi libane portas tuas et co. 12. Onus uerbi domini super Israel et dixit dominus. 13. In die iUa erit fons patens. 14. Ecce dies uenient dicit dominus. Malachias. 1. Onus uerbi do. ad Israel in manu do.***) 2. Et nimc ad uos mandatum hoc. 3. Ecce ego mitto angelum meum. Machabeorum I. 1. Et factum est postquam percTissit. 2. In diebus illis surrexit Mathathias. 3. Et surrexit Judas, qui uocatur.'®^ 4. Et assmnpsit Gorgias V milia. 5. Et factum est ut audirent ^**) gentes. 6. Et rex Anthiocus perambulabat. 7. Anno centesimo quinquagesimo. 8. Et audiuit Judas nomen remm.*'*) 9. Interea ubi "«) audiuit Demetrius. 10. Et anno C. LX<> ascendit. Digitized by Google — sa- li. Et rex Egipti congreganit. 12. Et uidit Jonathas quia tempus. 13. Et audixut Simeon quod ca.*®^) 14. Anno CLXX^. secundo congrega. 16. Et misit rex Antiochus. 16. Et ascendit Johannes de Gazaris. Machabeorum U. 1. Pratribus qui sunt per Aegiptmn iudeis. 2. Inuenitnr autem in descriptionibus Jeremie. 3. Igitur cum sancta ciuitas habitaretur. 4. Simeon autem predictus petiuit. 5. Eo tempore Antiochus secundam. 6. Sed non post multum temporis misit. 7. Contigit autem et VII fratres. 8. Judas uero Macabeus et qui cum eo erant. 9. Eodem tempore Anni. 10. Machabeus autem. 11. Sed paruo post tempore Lisias. 12. Anm O XLVIIL radici^^''^) (11,38^). 13. In anno C^ XLIX. cognouit. 14. Et post triennii tempus cognouit. 16. Nicanor autem ut cognouit *'®) Judam. Matthäus. 1. Liber generationis Jesu Christi. 2. Cum ergo natus esset Jesus in Bethlehem. 3. In diebus autem Ulis uenit Jo. baptista. 4. Tunc Jesus ductus est in desertum ut. 6. Videns autem Jesus turbas in. 6. Attendite ne justitiam uestram faciatis. 7. Nolite iudicare et non iudica. 8. Et factum est cum consumma. Jesus. 9. Et ascendens Jesus in nauiculam. 10. Et conuocatis XTT discipulis. 11. Et factum est cum consummasset Jesus. 12. In illo tempore abiit Jesus sabbato. 13. In illo die exiens Jesus de domo. 14. In illo tempore autem *^*) herodes tetrarca. 16. Tunc accesserunt ad eum ab Jerosolimis. 16. Et accesserunt ad eum Pharisei. 6* Digitized by Google — 84 — 17. Et post dies VI**®) assumpsit Jesus. 18. In illa hora accesserunt discipuli. 19. Et faotum est cum consumpmasset Jesus s. 20. Simile est r. c. hoi. patrifamilias. 21. Et cum appropinquasset Jeros. et ue. 22. Et respondens Jesus dixit iterum in parabolis. 23. Tunc Jesus loc. est ad turbas et ad. 24. Egressus Jesus de templo ibat. 25. Tunc simile est r. c. X uirginibus. 26. Et faotum cum consum. Jesus sermo (suos). 27. Mane autem facto consilium inierunt omnes. 28. Verspere' autem sabbati que lucescit. Marcus. 1. Initium euuangelii. 2. Et iterum intrauit in Caphamaum. 3. Et introiuit iterum in sinagogam. 4. Et iterum oepit Jesus docere ad mare. 5. Et uenerunt trans fretum maris. 6. Et egressus inde abiit in patriam. 7. fit conueniunt ad eum quidam de.***) 8. In illis diebus***) iterum cum turba multa esset. 9. Et post dies sex assumpsit dominus. 10. Et inde exurgens uenit in fines. 11. Cum appropinquarent Jerosolime et be. 12. Et cepit illis parabolice**®) loqui. 13. Et sedens Jesus ittxta gazophila, (12, 41). 14. Erat autem pascba***) azima post biduum. 15. Maria autem Magdalene et Ma. Jacobi. Lucas. 1. Fuit in diebus Herodis regis Jude. 2. Factum est in diebus illis exiit edictum. 3. Anno autem V. decimo imperii. 4. Jesus autem plenus spiritu s. regressus. 5. Factum est autem cum turbe irruerent in eum. 6 Factum est autem cum in sabbato secundo primo. 7. Cum autem implesset omnia uerba sua. 8. Et factum est deinceps et ipse iter. 9. Conuocatis autem XII aplis. 10. Post hec autem designauit Jesus dominTis.***^) Digitized by Google — So- ll. Et factum est cum esset in loco quodam.***) 12. Attendite a fermento phariseorum.'*^) 13. Aderant quidam in ipso tempe. nunci. 14. Et factum est cum intraret in domum cuiusdam. 15. Bonum est, si sal quoque euanuerit (14, 34). 16. Impossibile est, ut non ueniant scandala (17, 1). 17. In illa hora qui fuerit in tecto (17, 31). 18. Et ingressus perambulabat Jericho (19, 1). 19. Et factum est in una dieram di ^^^) (20, 1). 20. Respiciens autera uidit eos (21, 1). 21. Appropinquabat autem dies festus iudeorum (22, 1). 22. Et surgens omnis multitudo (23, 1). 23. Vna autem sabbati ualde diluculo (24, 1). Joannes. 1. In principio erat uerbum. 2. Et die tertia nuptie facte sunt. 3. Erat autem homo ex phariseis. 4. Oportebat eum transire per. 6. Post hec erat dies festus iudeorum. 6. Post hec abiit Jesus trans mare. 7. Post hec autem ambulabat Jesus in Galilea.^**) 8. Jesus autem perrexit in montem Oliueti. 9. Et preteriens uidit hominem cecum. 10. Amen amen dico uobis, qui non intrat per. 11. Erat autem quidam languens. 12. Jesus ergo ante sex dies pasche. 13. Ante dient festum; non turbetur cor uestrum (13—14). 14. Ego sum uitis, uos pahnites (16, 1). 16. Cum autem uenerit paraclitus quem ego milto (16, 26). 16. Hec loctUus sum uob. in me. pa. (16, 33). 17. Judas cum accepisset cohortem (18, 3). 18. Timc apprehendit Pilatus Jesum (19, 1). 19. Vna autem sabbati Maria Magdalena (20, 1). 20. Postea manifestauit se iterum (21, 1). Ad Romanos. 1. Paulus seruus Jesu Christi. 2. Propter hoc inexcus. es o homo. 3. Quid ergo amplius iudeo est aut que. 4. Quid ergo dicemus inuenisse Abraham. Digitized by Google — 86 — 6. Justificati igitnr ex fide pacem. 6. Quid ergo dicemus permanebimus. 7. An ignoratis fratres, soientibus enim. 8. Nam quod impossibile erat legi in quo. 9. Veritatem dico in Christo et non mentior. 10. Fratres, uoluntas quidem corporis'*®) mei. 11. Dico ergo numquid reppulit deus popul. 12. Obsecro itaque uos fratres per misericordiam. 13. Omnis anima potestatibus seculi.'*') 14. Et hoc scientes tempus quia hora est iam. 16. Debemus autem nos firmiores. 16. Commendo autem uobis prescribere****) sororem. Ad Corinthios I. 1. Paulus uocatus apostolus Jesu per. 2. Ego cum uenissem ad uos fratres. 3. Et ego fratres non potui uobis loqui. 4. Sic nos existimet homo ut. B. Omnino auditur inter uos fornicatio. 6. Audet aliquis uestrum habens negotium. 7. De quibus autem prescripsistis ^**) mihi. 8. Scientia autein inflat, Caritas edificat (8, 1^). 9. Non sum liber non sum apostolus. 10. Nolo uos ignorare fratres. 11. Imitatores mei estote. 12. De spiritualibus autem nolo uos ignorare fratres. 13. Si linguis loquar hominum '**) et angelorum. 14. Sectamini caritatem et emulam. IB. Notum autem uobis facio fratres euangelium. 16. De coUectis autem que fiunt in sanctos. Ad Corinthios II. 1. Paulus apostolus Jesu Christi per uo. 2. Statui autem hoc ipsum ante '***) me. 3. Incipimus iterum nosmetipsos commendare. 4. Ideo habentes hanc administrationem. B. Seimus enim si terrestris domus nostra. 6. Adiungmtes^^^) autem et exortamur ne. 7. Has igitur habentes promissiones karissimi. 8. Notam autem facimus uobis fratres gratiam. Digitized by Google — 87 — 9. Scio enim promptum animum uestrum (9, 2). 10. Ipse autem ego Paulus obsecro uos. 11. Libenter offertis^^^) incipientes^^'^ (11, 19). 12. DanMSci preposüus gentis Arethee^^^) (11, 32). Ad Galathas. 1. Paulus apostolus non ab hominibus neque per. 2. Deinde post an. XUll. 3. Insensati galathe quis uos. 4. Dico autem quanto tempore heres paruulus. 6. State et nolite iterum iugo seruitutis. Ad Eph. 1. Paulus apostolus Jesu Christi. 2. Et uos cum essetis mortui in del. 3. Huius rei gratia ego Paulus uinctus. 4. Obsecro itaque uos ego uinctus in do. 5. Estote ergo imitatores dei sicut filii. 6. Filii obedite parentibus uestris in domino. Phil. 1. Paulus et Timotheus serui Jesu Christi. 2. Si ergo consolatio in Christo secundum quod solacium.****) 3. De cetero fratres mei gaudete in domino. 4. Imitatores mei estote et obseruate. Ad Coloss. 1. Paulus apostolus Christi Jesu per uoluntatem. 2. Volo enim uos scire qualem sollicitudinem. 3. Igitur si consurrexistis cum Christo que sursum. 4. Orationi instantes uigüantes in caritate (4, 2). Ad Tessal. 1. Paulus et Siluanus et Thimotheus. 2. Jam'***) ipsi scitis fratres introitum nostrum. 3. Propter quod non sustin. amplius. 4. De cetero ergo fratres rogamus uos et obsecramus. 6. De temporibas autem et momentis fratres non. Digitized by Google — 88 — Ad Tessal. 11. 1. Paulus et Sil. et Thim. ecclesie. 2. Rogamus autem uos fratres per aduentum. 3. De cetero fratres orate pro nobis ut. Ad Timotheum I. 1. Paulus apostolus Christi Jesu secundum imperium dei. 2. Obsecro igitur primum omnium fieri obsecrationes. 3. Fidelis sermo et omni acceptione plenus.'**) 4. Spiritus autem manifeste dicit quod in nouissimis. B. Si qua autem uidua filios aut nepotes (B, 4). 6. Si quis alüer docet et non adquiesc, san. (6, 3). Ad Timotheum 11. 1. Paulus apostolus Christi Jesu per uoluntatem. 2. Tu ergo fili confortare in gratia. 3. Hoc autem scito quia a***) nouissimis diebus. 4. Testificor coram deo et Christo Jesu. Ad Titum. 1. Paulus seruus dei apostolus Jesu Christi. 2. Omnia munda mundls, coinquinatis (1, IB). 3. ApparuH enim gratia dei salttatoris (2, 11). Ad Philomenem.'*^ Paulus uinctus Xristi Jesu et Timotheus. Ad Hebreos. 1. Multiphariam multisque modis. 2. Propterea habundancius oportet habundare. ***) 3. Unde fratres sancti uocationis celestis. 4. Timeamus fratres ne forte relioti.^**) B. Omnis namque pontifex ex hominibus. 6. Quapropter intermittentes inchoationis. 7. Hie est'*®) Melchisedech rex Salem. 8. Capitulum autem super ea que dicuntur talem. 9. Habuit quidem et prius iustificationes culture. 10. Post hoc autem iudicium slcut^^'') et Christus (9,27**). 11. Est autem fides sperandarum rerum substantia. 12. Ideo et nos tantam habentes ipcco ^*®) nub. 13. Itaqtie regnum imobile suscipientes (12, 28). Digitized by Google Epis. Jacobi. 1. Jacobus autem Christi seruus XII tribus.^**) 2. Etenim si introie^it in conspecfu n/eo'^^) (2,2). 3. Nolite plures magiatri fieri. 4. Nonne ex concupiscetiHis uestris (4, 1 ^). 5. Agite nunc diuites plorate. Epis. Petri I. 1. Petrus apostolus Jesu Christi. 2. Ad quem accidenfes^'^^) lapidem niuiim (2,4). 3. Silr. et mulieres subdite. 4. Christo igitur passo in came. B. Seniores ergo qui in uobis sunt. Epis. Petri II. 1. Simon Petrus apostolus et seruus. 2. Fuerunt uero et pseudoprophete. 3. Hanc ecce nobis secundam scribo. Johannis I. 1. Quod fuit ab initio quod audit.*^^) 2. Filioli mei hec scribo uobis. 3. Videte qualem caritatem dedit. 4. Karissimi nolite omni spiritui credere. B. Omnis qui credit quoniam Jesus est. Senior electe. Senior Gaio. Johannis If. Johannis III. Jude. 1. Judas Jesu Christi. 2. Ve Ulis, qui in uiam^'^^) Caym^'^^) (v. 11). Actus apostolorum. 1. Primum quidem sermonem feci etc. 2. Et cum complerentur dies pentecostes. 3. Petrus autem et Johannes ascendebant in templum. 4. Loquentibus autem illis ad populum superueniunt.*^^) 5. Vir autem quidam nomine Ananias. 6. In diebus illis crescente numero discipulorum. Digitized by Google — 90 - 7. Viri fratres et patres audite (7,2). 8. Paulus autem erat consentiens mofii eius (7,60^). 9. Sanlas adhuc spirans minarum. 10. Vir autem quidam erat in Cesarea. 11. Audierunt autem apostoli et fratres qui erant. 12. Eodem tempore misit Herodes rex manus. 13. Erant autem in ecciesia que erat Antiochie. 14. Factum est Iconii ut simul introirent. 16. Et quidem'^*) descendentes de Judea. 16. Peruenit autem in Derben et Listran.*^') 17. Cum autem perambulassent Amphipolim. 18. Post hec ingressus*'®) ab Athenis. 19. Pactum est autem cum Apollo esset Corinthi. 20. Postquam autem oessauit tumultus. 21. Cum autem factum esset ut nauigaretur.*'*) 22. Viri fratres et patres audite quam. 23. Pod quinque atUem dies descendü (24, 1). 24. Estus ergo cum uenissä in (26, 1). 26. Agrippa uero ad Paulum ait (26, 1). 26. Et ante iudicatum est nauigare (27, 1). 27. Et cum euasissemus tunc cogito (28, 1). Apocalipsis. 1. Apoc. Jesu Christi. 2. Et angelo Ephes. eccle scribe. 3. Et angelo ecclesie Sardis. 4. Post hec uidi et ecce hostium. 6. Et uidi in dextera sedentis. 6. Et uidi quod aperuisset agnus. 7. Post hec uidi lEQ angelos. 8. Et uidi VII angelos (8, 2). 9. Et quintus angelus tuba cecinit. 10. Et uidi alium angelum fortem. 11. Et datus est mihi Stimulus.^®**) 12. Et apertum est iemplum dei (11, 19). 13. Et uidi de mari bestiam. 14. Et uidi et ecce agnus stabat. 16. Et uidi aliud signum in celo. 16. Et audiui uocem magnam. 17. Et uenit unus de Vll angelis. Digitized by Google — 91 — 18. Et post hec nidi alinm angeinm. 19. Post hec audiui quasi. 20. Et uidi angel. descend. 21. Et uidi celum noaum et terram. 22. Et ostendit mihi flumen aque. Noten zu den Tabellen. 1) Vulg. uel fehlt «) v. XCEK. «) v. elevaDs. Die Leseart levans findet sich in manchen guten Handschriften und Ausgaben ; s.Vercell. : Yariae Lectiones Vulg. Lat. Bibliorum, ed. I, 188. 8*) vor omnem steht totam, aber expunctiert *) V. Liae. *) Jacob, singuli cum domibus ; öfter citiert der Verfasser oder Ab- schreiber des Capitel -Verzeichnisses die Capitel nicht nach den ersten Worten, sondern nach später folgenden, ohne dass eine Difierenss der Capitel-Eintheilung anzunehmen wäre. ^ fiet kommt auch bei vielen Handschriften und bei Kirchen- schriftstellem vor; s. VercelL zu dieser Stelle. '') setim. ^ praecide. •) Ooliab. *^ hyacintho. ^*) primo. i^) vocavit. ^^ meum.^*) Maria ist zu ergänzen, i*») de ^) Es ist unklar, worauf sich dieser Capitel -Anfang bezieh t^^Balaam. ^^ Salphaad. ^ sorrexerit. ^) mensem. ^o) intraveris. ^i) praecepit. ^ seniores ; überhaupt ist der Buchstabe „s^ einigemale wie „f^^ geschrieben. ^*) Setim ; VercelL zu Jos. 2, 1 bemerkt, dass mehrere Handschriften und Correctorien Sattim oder Satthim haben. ^8) possedenmt. ^) Debbora. *) JerobaaL *) Ephraim. ^7) Jepthe. ?») mulierem. ®*) imius steht doppelt. 2») ministrabat ^ accidit. ^) Najoth. ^) ascendit. ^ viel- leicht inde. ^) Ziphaei. 8**) concertatio. ^*) Architophel. ») Absolom. *) facta est quoque. ^) appropinquaverunt. ®) ergo qnadringentesimo. *) v. nach sed. et. »•) fehlt in V. ^) multos. ^) Benadab. ^) tempore. ^ cum. ^) autem nach erant. ^) Ochoziae. ^) Joachay. *^) duodecimo. ^> et *>) Ahin. *)) vor numerum hat V. secmidum. ") voverat. ^) patre. ^ constituerunt. ") viginte quinque. *) quoque. *) vor omnem hat V. ad. ^^ prophetaverunt. ^} nach sunt hat V. ergo. ^) mense ^ Sanaballat. ^^) gleich Eliasib. ^ vulg. audisset; oben, dem Sinne nach, richtig au^ssent. ^ Sanaballat. ^) cum audissent omnes inimici nostrL *) Nephthali. <*) vulg. invenit juvenem. ^) moras. ^ Tobias. <*) Et factum est, cum cessasset. <*»)regis. '<*) singularum. ''<>•) die. ^i) quarta decima. ^^ Eliphaz Themanites. '8) tibi. '*> Baldad. '"^) autem fehlt in V. '«) undeutlich; vielleicht ge- kürzt för quod ita sit. *") nach omnia hat V. haec ; et fehlt in V. ''^) V. frequenter. ") adiutor. *>) assumens parabolam. ^i^ irrident. ^ omiserunt ^) conceptus. ^) V. qui diligit disoiplinam, diligit scientiam. ^) cor regis in meam domini. *) V. quid. ^ V. enim. *) est *> a fine ad finem. ^ wahrscheinlich de inimicis. «) itermn. w*) propter hec. w») justorum. ^ si. «) Schreibfehler für: vult a. •*) tabefaciet. *} a fehlt in V. ^ quia.^) dissipabit et nudabit.*) V. nach ecce: in. *) V. nach desertor: et. *<*> Merodach. ^^^) Vielfach hier eine andere Leseart: conflatus. ^^ Schreibfehler für: credidit. ^^) Judicium. *<>*) wahrscheinlich für: quasi tuba ezalta oder annuntia. i^) fehlt in V. '^) dominus. ^^) V. quod factum est a domino ad Jeremiam. i<*) quod. **•) descende. *<*)domum. ^^^} dilacerant ui) dominus. ^^»^ per. i^) undeutlich. ^^^^ trigesimo. i^*) es steht VH, corrig. durch Streichung eines Striches in VL ^^^) spiritus. ^^) assumeplanctum. "^ nonne. "7) in anno nono. "^ undecimo. !*•) respiciebat. i*^ Joakim. "i)babylon. ^ vitis. ^^) tran- siit. ^ levo. 1*) in V. nicht als 1. Cap. bez. **») ist wohl gleich mit Joe. 3, 1. ^} mons. Digitized by Google ^ nunc. 1») onus, quod. ^^) vigesima. "o») quadrigae. ^) tempore. ^ Malachiae. ^ vocabatur. ^)audierunt. *») Romanorum. w«)ut w^ «^ongregavit M'*) Xanthici. 1») comperit. ^ audivit. i^) VII. 1*1 ) de scribis. *^) in diebus illis. ^^) in parabolis. 1^) V. nach pascha et. ^^) dominus fehlt 1^) quodam loco. 1*^) Der Capitel- Anfang ist nicht ganz genau gegeben; es fUngt das Capitel an: muhis autem turbis circumstantibus ita, ut se invicem conculcarent, crepit dicere ad disd- pulos suos : attendite a ferm. ph. ^^ docente. *^) Galileam. ^^) cordis. ^**) sublimio- ribus. ^*') phoeben. ^^) scripsistis. ^^ ursprünglich steht angelorum et hominum« dann durch die Zeichen „ " die rechte Stellung angezeigt. 1^) apud. ^ ad juvantes. 1^ suffertis. "*') insipientes. ^ Arethae. ^^) si qua ergo consolatio in Chr., siquod solaciom. ^^) nam. i«i) dignus. ^^ in. *®) Philemonem. 1®*) observare. *®) relicta. '•^ enim. ^ sie. i<*) impositam. ^^) tribubus. "<*) meo steht, corrigiert in vestro. "^) accedentes. "^ audistis. i*^^ via. 1^*) Cain. "^) supervenerunt. "«) quidam. 1^) listram. 1^) egressus. ^'^) navigaremus. 1*^ calamus. Aus diesem Verzeichnisse ersieht*) man, dass die Capitel- Eintheilung Stephan Langtons, im allgemeinen jene ist, welche die Clementinische Vulgata enthält, jedoch sowohl bezüglich der Zahl der Capitel einzelner heiliger Bücher, als auch bezüglich der Anfänge*) mancher Capitel mit derselben nicht übereinstimmt; am auffallendsten ist die Verschiedenheit bei den Büchern Paralip., Esdras und Nehemias, die als ein Buch gezählt sind, Judith und Esther; wo sonst noch Verschiedenheiten bezüglich der Zahl der Capitel einzelner Bücher bestehen, beträgt die Differenz meist 1) Der Sammel-Codex 14.417, in dem sich das in Rede stehende Gapitel- Verzeichnis befindet, ist dem äußeren Stande nach 862 mm hoch, dem inneren 851 und 252 mm breit; er zählt 816 Blätter und gehörte einst dem berühmten Kloster St. Victor extra muros Paris.', in dessen Bibliothek er die Signatur 0. 1 trug. Das Capitel -Verzeichnis war in diesem Codex schon im 15. Jahr- hundert ; dies beweist die am Anfange des Codex geschriebene Inhalts- Angabe, wo es u. a. heißt: initia capitulorum omnium singulorum librorum biblie, und womit das gesammte Capitel -Verzeichnis gemeint ist; geschrieben ist die In- halts -Angabe des ganzen Codex von dem Canonicus und Bibliothekar des Klosters, Claude Grandrue, der die Handschriften der Bibliothek ordnete und 1520 starb. Das Capitel -Verzeichnis mag ursprünglich von einem in Paris studierenden Cleriker oder einem Buchhändler (stationarius, librarius) daselbst geschrieben sein; es enthält manche Schreibfehler; von Stephan Langton selbst ist es wohl nicht; dass aber unter dem archiepiscopus Cantuar. nur dieser zu verstehen, geht imter anderem auch daraus hervor, dass derselbe in vielen Hand- schriften kurz als cantuariensis bezeichept wird, z. B. Codex 16.720, f. 10. ^ Bezüglich der Capitel -Anfänge im Verzeichnisse des Stephan Langen bemerken wir, dass der Verfasser desselben öfters, wie z. B. bei den Capiteln zu Ezechiel die ersten Worte mit denen das Capitel beginnt, nicht angibt, weil dieselben oft ganz gleich sind und somit der Unterschied der einzelnen Capitel nicht gekennzeichnet wäre, sondern die nächsten tmterscheidenden Worte, z. B. Ezechiel, c. 38, 84, 85. Digitized by Google — 93 — nut eines. Wir geben nachstehend eine kurze Übersicht der Ver- schiedenheit der Zahl der Capitel, wo eine solche besteht, zwischen Langtons Eintheilung und der Clem. Vulgata. Stephan Langton Clem. Vulgata 4. Könige 24 26 l.ParaUp. 13 29 2.Paralip. 20 36 Esdrasu.Nehem.l | 1. Esdras 10 zusammen ) ' ' ' ' [ 2, Esdras (Neh.) 13 Tobias 11 14 Judith 26 16 Esther 22 16 Job 41 42 Baruch 4 6 Ezechiel 47 48 Malachias 3 4 Marcus 16 16 Lukas 23 24 Johannes 20 21 Apostelgesch. 27 28 2. Corinth. 12 13 Galat. 6 . . . 6 Judas 2 1 Wir können nicht entscheiden, ob Langton verschiedene Eintheilungen der Heiligen Schrift in Capitel verfasst und heraus- gegeben, wir also in dem obigen Verzeichnisse irgend eine be- stimmte spätere Bedaction seiner Arbeit oder die einzige Form derselben vor uns haben. Bestimmter lässt sich die Frage, wann imd wo er die Eintheilung ausgearbeitet habe, beantworten. Während Trevet (vgl. oben S. 56) in seiner Nachricht es unbe- stimmt lässt, wo Langton an seiner Capitel-Eintheilung gearbeitet, nennt H. Knyghton als den Ort dieser Arbeit ausdrücklich Paris: apud Parisium quotavit. Hiemit ist auch ein Anhaltspunkt für die Bestimmimg der Zeit gegeben. Langton wurde 22. Juni 1206 von seinem Gönner Innocenz III , welcher, da er in Paris studierte, wahrscheinlich Langton zum Studien-CoUegen hatte, zum Cardinal creiert; derselbe Papst bewirkte, dass Langton im nächsten Jahre, 1207, als die Wahl eines neuen Erzbischofs in Canterbury große Streitigkeiten hervorgerufen, in Rom zu diesem Sitze gewählt wurde. Diese Daten weisen für die vielgenannte Capitel-Eintheilung auf die Zeit vor 1206 hin, als Langton noch in Paris, wo er selbst Digitized by Google — 94 — studiert hatte, lehrte. Dass übrigens die nene Eintheilnng nicht lange nach 1201, etwa um 1204 oder 1205, geschah, geht auch hervor aus einer großen theologisch-canonischen Summe des Robert de Cour^on, ebenfalls eines Engländers; dieselbe beginnt mit den Worten : Tota coelestis philosophia und fiihrt den Titel : Consilia- rium Petri Cantoris Parisiensis (Handschrift Ms. lat. Bibliot^que Nationale 3258, 3259 und auch in anderen Bibliotheken), nicht als ob sie von Petrus Cantor Parisiensis, gestorben 1197, diesem be- rühmten Lehrer der Theologie an der Schule zu Notre Dame in Paris, herrührte, sondern weil der Verfasser ganz nach den Prin- cipien des Petrus Cantor verschiedene schwierige Fälle der Moral und des Eherechtes entscheidet und ihn sehr oft als seinen Lehrer voll Bewunderung nennt. In diesem Werke kommt nun die neue Eintheilung bereits mehreremale vor ; so citiert der Verfasser auf fol. 219 eine Stelle aus Exod. 27, fol. 220 aus 1. Reg., Capitel 6, f. 223 aus 1. Cor., Capitel 11, f. 234^ aus 2. Tim., Capitel 3, auf welche Citate nur die neue Eintheilung passt; nun aber sagt der Verfasser fol. 191^ Folgendes: iste innooentius, qui presidet, hec revocauit ; es ist die Bede, dass Papst Innocenz eine Decretale des Papstes Clemens (III.) vdederrufen habe ; es braucht nicht nach- gewiesen zu werden, dass dieser Innocenz kein anderer als der berühmte Innocenz ITE sei; also ist jene Summe 1198 — 1216 ver- fasst Eine noch nähere Bestimmung gibt fol. 149 und 151, wo gesagt ist, dass der große Heresiarch Everardus auf einem Concile zu Paris, quod nuper convocatum est, verurtheilt worden sei; dies Concil ist das unter dem Vorsitze Octavians, des päpstlichen Le- gaten, 1201 zu Paris abgehaltene Concil; also schrieb Robert von Cour9on die genannte Summe nicht lange nach 1201; immerhin mochte es auch einige Zeit brauchen, bis die neue Eintheilung bekannt und angewendet wurde. Wir können aber nicht bestimmen, durch wen und auf welche Art Langtons Eintheilung, die doch zunächst nur eine Privat- Arbeit war, sozusagen officiell eingeftlhrt wurde. Denifle in: Archiv für Literatur und Kirchengeschichte, 1. c, S. 291, spricht die Ansicht aus, dass Langtons Eintheilung durch die sogenannte Pariser Bibel, das Exemplar Parisiense (von Roger Bacon so genannt), über dessen Begriff und nähere Beschaffenheit Denifles gründliche Untersuchungen neues Licht ergossen, in Frank- reich und in den übrigen Ländern verbreitet wurde ; gewiss kann man dieser Ansicht nur Beifall geben, wenn man bedenkt, dass Paris und Frankreich seit dem 11. Jahrhundert, ganz besonders aber im 12. und 13. Jahrhundert der Sitz und Mittelpimkt theolo- Digitized by Google — 96 — gischer Gelehrsamkeit war, wo sehr viele und ausgezeichnete Männer ihren Lehrstuhl aufgeschlagen und wohin man, um Theo- logie zu studieren, aus aller Herren Länder begeistert reiste. Die heimkehrenden Studierenden, die in Paris die neue Ein- theilung kennen lernten und auch gebrauchten, brachten dieselbe in ihre Heimat; besonders wurde Langtons Arbeit durch die als Normal-Bibel angenommene Pariser Bibel -Handschrift in zahl- reichen Abschriften verbreitet. Sam. Berger, welcher über den Ver- fasser der neuen Eintheilung eine Bestätigung gefunden hatte in der Handschrift 340 der Stadtbibliothek zu Lyon, in welcher die Proverbien die Bemerkimg haben : Licipiunt parabole Salomonis distincte per capitula secundum mag. Stephanum archiepis., ent- deckte femers die oft genannte Eintheilung in der vom Jahre 1231 datierten Bibel-Handschrift 29 der Biblioth^que Mazarine zu Paris ; gewiss wird dieselbe aber schon vor diesem Jahre in Bibel-Hand- schriften eingetragen worden sein. Es ist ferner nicht ersichtlich, welcher Umstand ftlr Langton die Veranlassung zu seiner Arbeit war ; vielleicht der Wunsch der Pariser Theologen, eine einfachere Citierung der Bibel zu gewinnen, oder, wie manche meinen, die oft ziemlich verschiedenen Einthei- lungen imd Zählungen der Capitel in den Handschriften, um diesen gegenüber eine Einheit zu erreichen ; vielleicht waren es die rast- losen Studien Langtons über die Heilige Schrift, — besitzen wir doch von ihm Postillen zu fast allen heiligen Büchern — welche ihm eine einfachere Eintheilung derselben als wünschenswert nahe legen mochten. Nach Denifles Ausfuhrungen in seinem Werke: Die Univer- sitäten des Mittelalters, Berlin 188B, an vielen Stellen, sowie in seinem : Chartularium Univers. Paris., tom. I, Paris. 1889, Litrod. p. Vm — X, entstand die Universität Paris aus der Vereinigung der verschiedenen Lehrer 1200—1208, also so ziemlich um die Zeit, in welcher Langton in Paris lehrte und die Eintheilung in Capitel vornahm; vielleicht hängt dieselbe auch mit diesem Um- stände zusammen, dass Langton etwa im Auftrage und im Namen der eben entstandenen Körperschaft seine Arbeit unternahm. Was die Principien und Methode seiner Eintheilung betrifft so ist dieselbe, da keine anderen Nachrichten vorliegen, aus ihr selbst, so weit als es möglich ist, zu entnehmen. Bei den Evan- gelien dürfte Langton ohne Zweifel unter den alten Eintheilungen jene vor Augen gehabt haben, nach der dieselben in größere Theile, Matthäus in 30 oder 28, Marcus in 13 oder 14, Lukas in 20, Jo- Digitized by Google — 96 — hannes in 14, zerlegt waren ; dass Langton diese Eintheilung vor- lag, geht auch aus der Übereinstimmung mehrerer Capitel-Exordien seiner Eintheilung mit jenen der alten hervor, wie schon oben bemerkt wurde. Bei der Eintheilung der Bücher des Alten Bundes fallen die alten Capitel- Anfänge vielfach mit den neuen zusammen, z. B. Gen. c. 2, 4, 6, 6, 8, 9, 11, 12, 14 u. s. w. Eigenthümlich ist die Eintheilung der Bücher Paralip., Judith und Esther, abweichend von der alten Eintheilung und auch von der jetzigen Vulgata sich bedeutend entfernend. Zur Grundlage der Eintheilung der ganzen Heiligen Schrift hatte Langton die alte Capitel-Eintheilung der Vulgata; ob er beim Alten Bunde auch etwa hebräische Hand- schriften bei seiner Arbeit zurathe zog, vermögen wir nicht zu entscheiden; allerdings besaß er Kenntnisse in der hebräischen Sprache;') beim Neuen Testamente dürfte keine Büchsich tnahme auf griechische Handschriften zu bemerken sein, da die Kenntnis der griechischen Sprache in England und Prankreich um diese Zeit seltener war als jene der hebräischen, welch letztere durch viele Juden imd manche gelehrte Babbinen wie in Bheims und anderen Orten eher bekannt wurde ; auch die christlichen Theologen jener Periode legen in ihrer Polemik gegen das Judenthum mannig- fache Kenntnisse in der hebräischen Sprache an den Tag. Langtons Arbeit ist im ganzen als gelungen zu bezeichnen; die früheren Capitel waren ihrem Umfange nach sehr verschieden, manche waren sehr lang; so entspricht Gen. c. 33 unseren jetzigen Capiteln 16 und 16 ; andere umfassten bloß ein oder ein paar Verse nach jetziger Eintheilung, z. B. Gen. 7 alter Eintheilung ist gleich Gen. 2, 1—3; Gen. 15 alter Eintheilung ist gleich Gen. 4, 26—26; besonders aber in Exodus, wo vielfach die alten Capitel nur ein- zelnen Versen nach jetziger Eintheilung entsprechen, so z. B. die Capitel 73-80, den Vei-sen 1, 2, 3, 4, 5, 6 des Capitels 23 der moder- nen Eintheilung. Allein mit Langtons Eintheilung war nicht bloß eine gewisse Gleichmäßigkeit der Capitel und hiemit eine Symmetrie, Übersichtlichkeit und eine größere Leichtigkeit des Citierens er- zielt, sondern die von ihm getroflfene Eintheilung entspricht auch meistens den Gesetzen der Logik, nach welchen logisch Zusammen - 1) Die Handschrift 16.720 (Bibl. Nat. Paris), fol. 10, bemerkt zu 1. Reg., 10, 2: In den „Postillen des Cantuariensis^, d i. unseres Stephan Langtons, steht, dass der hebräische Text für das lateinische „in meridie" ein Wort habe, Bezelza, welches der Name eines Ortes sei ; mehrere Beispiele ließen sich noch aus den exegetischen Werken Langtons beibringen; um die Zeit Langtons wird ein Engländer Michael Scottus genannt, der Hebräisch und Arabisch verstand. Digitized by Google — 97 — gehöriges verbunden und logisch Verschiedenes getrennt werden muss; hie und da ist es oft nicht klar, wohin diese oder jene Worte zu beziehen sind; so findet sich in Handschriften und Ausgaben der schöne Ausruf: Ego Dominus Deus vester (jetzt Lev. 26, 1) sowohl zum letzten Verse des c. 25 als Abschluss der Vorschrift bezüglich der Behandlung der Sclaven, als auch zum Anfang des c. 26 als Warnung vor dem Götzendienste, passend gezogen. Nicht passend scheint die Capitel-Eintheilung gemacht zu sein bei Gen. 7, 13, 32, 44; Num. 7, 80; Jud. 14, 1; Reg. 4, 2; Petr. 2; übrigens ist bekannt, dass bei einer derartigen Arbeit auch die subjective Auffassung des Einzelnen, bezüglich der Zusammengehörigkeit und Verschiedenheit größerer und kleinerer Theile sehr verschieden ist ; immerhin bleibt Langtons ^) Arbeit eine sehr anerkennenswerte Leistung. Wer immer nur einigermaßen lateinische Bibel-Handschriften, insbesondere vom 13. Jahrhundert an, eingesehen, bemerkt, dass noch auf vielfach andere Art, als in der von Langton festgesetzten Weise, manche Capitel beginnen, ja dass zwischen den einzelnen Handschriften oft eine bedeutende Verschiedenheit, nicht so sehr in der Zahl der Capitel, als vielmehr in der Begrenzung derselben Hand- schrift besteht. Die neue Capitel-Eintheilung wurde auf zweifache Weise verbreitet: 1. in die schon bestehenden Bibel-Handschriften wurde sie wo es angieng im Texte selbst durch Streichung oder Ausradierung der alten Capitelzahlen angebracht, oder am Rande vermerkt; Bibel-Handschriften correct und schön zu schreiben, war keine leichte Sache und wollte man doch die bisherigen Bibeln 1) Es fallt nicht in den Rahmen unserer Aufgabe, eine Darstellung der vielfach sehr bewegten Lebensschicksale Langtons zu geben; die Nachrichten über die erstere Periode seines Lebens sind spärlich; er soll circa 1160 geboren sein und einer adeligen Familie, die in Langton Lincolnshire ihren Sitz hatte, entstammen. Sicher ist, dass er in Paris studierte und lehrte; aber es scheint nicht richtig zu sein, dass er Kanzler der Universität gewesen, sondern es liegt eine Verwechslung mit Stephanus Remensis vor. Langtons Gelehrsamkeit findet eine glänzende Anerkennung in den Worten P. Honor. HI. (bei Denifle Chartul. p. 105), wo er Langton also anspricht: qui inter ceteros per orbem scientia praeditos eminenti litteratura et profundioris prerogativa doctrine coruscas. Albericus, monach. monast. trium fontium, gest. 1241, sagt in seinem Chronicon ad an. 1228: In Anglia mortuus est archiepiscopus Cantuariensis mag. Steph. de Languenton, super omnes sui temporis nominatus theologus. (Chron. Alber. ed. P. Scheffer-Boichorst in Pertz Monum. Germ, hist Scriptorum, tom. XXIII, G30 — 1027, p. 1)22.) Langtons widrige Schicksale unter König Johann ohne Land, seine Bedeutung als Staatsmann sind bekannt; er starb 9. Juli 1228 zu Slindon, einem Gute des Erzbisthums Canterbury. Digitized by Google — 98 — wegen der neuen Eintheilang nicht außer Gebrauch setzen; des- halb findet man in den meisten, sogar sehr alten Handschriften, z. B. im Codex Amiat., die neue Eintheilung am Rande notiert; 2. in neue Handschriften, die vom 13. Jahrhundert an gearbeitet wurden, setzte man die neue Eintheilung nach den verschiedenen Handschriften, die man bekam, gleich im Texte an; aber auch da sieht man häufig am Eande Bemerkungen über abweichende Ca- pitel -Anfänge, z. B. hie non notatur oder Signatur capitolum; hie non ineipit cap. oder secundum libros bene correctos hie debet incipere cap ; endlich sieht man hie und da Handschriften (Grazer Handschrift, c. 186), die sozusagen das Übergangs-Stadium der Capitel - Eintheilung repräsentieren ; das Schreiben einer Bibel- Handschrift, besonders wenn sie die ganze Heilige Schrift umfasste, nahm oft ein bis zwei Jahre in Anspruch, wurde auch manchmal unterbrochen; es war nun eine Bibel-Handschrift, die noch bevor die neue Eintheilung verbreitet wurde, nach dem alten Systeme mit den Capitulationem am Anfange der Bücher, mit den sticho- metrischen Angaben am Ende derselben und nach der alten Ein- theilung begonnen worden; plötzlich sieht man an Stelle derselben nur mehr das neue System, nach welchem die alten Capitula, Ti- tuli, Breves, die Verse-Zählungen am Ende ausgelassen wurden. Stephan Langton hatte also die Bahn einer besseren Zählung und Eintheilung der Capitel gebrochen; allein manchen gefiel seine Eintheilung hie und da nicht und deshalb versuchten sie, nach ihrer Aufi'assung dieselbe zu verbessern; auf diese Weise ist die so große Mannigfaltigkeit in den Handschriften in dieser Beziehung zu erklären. Manche meinen, es hätten unbekannte Theologen der Universität Paris vor den sogenannten Bibel - Correctionen an Langtons Eintheilungen geändert, andere bringen diese in Ver- bindung mit den Bibel-Correctorien, andere endlich schreiben dem berühmten Cardinal Hugo a S. Caro, da er noch etwa Prior des St.- Jakob-Klosters in Paris war, diese Veränderungen zu ; die zweite Ansicht hat jedenfalls vieles für sich. Sachlich ist bemerkenswert, dass an der Eintheilung Langtons bei den Paralipomenon, bei den Büchern Esdras, die jetzt als zwei behandelt wurden, bei Esther und Judith eine Änderung vorgenommen wurde, so dass die beiden Paralip. kürzere und deshalb zahlreichere Capitel, die übrigen ob- genannten Bücher größere und daher weniger Capitel erhielten; diese Gestalt hat auch die Eintheilung dieser Bücher in der Vul- gata. Außer diesen Änderungen, welche die bedeutenderen sind, wurde bei mehreren Büchern noch manches geändert, bezüglich Digitized by Google — 99 — der Zahl und Abgrenzung der Capitel, was aber nur geringere Verschiedenheiten betrifft. "Wir geben im Nachstehenden eine Übersicht der in den Handschriften vorkommenden Capitel -Anfänge, die von der Ein- theilung Langtons abweichen und fügen hinzu die entsprechende Stelle der Vulgata. Stephan Langton Vulgata Gen. 3. Erat autem uterque nudus 2, 26. 6. Cumque coepissent hom 6, 1. 7. Dixitque dom. ad eum, ingredere .... 7, 1. 11. Erat autem terra labii unius 11, 1. 13. Ascendit ergo Abram 13, 1. 32. Jacob quoque abiit itinere 32, 1. 37. Habitavit autem Jacob 37, 1. 40. His auditis dominus et nimium 39, 19. 44. Praecepit autem Joseph dispensatori ... 44, 1. 47. Post haec introduxit Joseph 47, 7. 60. Quod cernens Joseph ruit 60, 1. oder es kommt auch vor : Praecepitque servis suis 60, 2. Exod. 4. Respondens Moyses ait non credent ... 4, 1. oder: Dixit ergo ad eum, quid est, quod tenes 4, 2. 6. Locutusque est dom. ad Moys 6, 2. 7. Et loc. est dom. ad Moys. die 6, 29. 12. Dixit quoque domin. ad M 12, 1. 16. Tunc cecinit M. et fil. Isr 16, 1. 16. Profectique sunt de Helim 16, 1. oder: Venerunt autem in Elim 16, 27. 22. Si quis furatus fuerit 22, 1. 23, 1. Non sequeris turbam 23, 2. oder: Viri sancti eritis mihi 22, 31. 26. Inspice et fac 26, 40. 29. Tolle vitulum de armento 29, 1^. Levit. 6. Locutusque est dom 6, 1. häufig kommt vor: Loc. est dom. ad Moys. die. Praecipe 6, 8. 7. Haec quoque lex hostiae pro delictis ... 7, 1. 20. Vir sive mulier 6, 27. 26. Locutusque est dom. ad Moys 26, 1. 26. Ego dominus vester 26, 1. 7* Digitized by Google — 100 — Zu Levit. ist zu bemerken, dass dieses Buch in manchen Hand- schriften in 28 Capiteln getheilt ist, es beginnt nämlich das 12. Ca- pitel mit 11, 23 Vulg., das 13. mit 12, 1, und so wird das 27. Capitel Vulg. zum 28. Diese Eintheilung in 28 Capiteln findet sich in den ersten deutschen gedruckten Bibeln.^) Stephan Langton Vulgata Num. 7. Factum est autem in die 7, 1. oder: Locutusque est dominus ad Moys. dicens; loquere 6, 22. 16. Ecce autem Core 16, 1. 17. Praecipe Eleazaro 16, 37. 22. Videns autem Balac 22, 2. 23. Mane autem facto 22, 41. oder : Dixitque Bai. ad Balac 23, 3. 30. Narravitque Moyses 30, 1. 34. Locutusque est dominus 34, 1. Deut. 3. Egressusque est Og 3, 1**. 11. In septuaginta animabus 10, 22. 13. Quod praecipio tibi 12, 32. 17. Cum reperti fuerint 17, 2. 23. Non intrabit eunuchus 23, 1. 29. Vocavitque Moyses 29, 2. 32. Audite coeli quae loquor 32, 1. Josue. 3. Igitur Josue de nocte consurgens .... 3, 1. Jud. 13. Rursumque filii Israel fecerunt 13, 1. 14. Descendit ergo Samson 14, 1. 1. Reg. 2. Exultavit cor meum 2, 1. 6. Fuit ergo archa 6, 1. 10. Tulit autem Samuel 10, 1. 26. Consurgensque David 26, 1^. 27. Abiit autem David in viam suam .... 26,26^. 2. Reg. 9. Erat autem de domo Saul 9, 2. 22. Locutus est autem David 22, 1. 3. Reg. 7. Anno quarto fundata est domus 6, 37. 4. Reg. 10. Scripsit ergo Jehu 10, 1 ^. 11. Athalia vero mater Ochoziae 11, 1. 12. Anno septimo Jehu regnavit 12, 1. 18. Anno tertio Osee 18, 1. 20. In diebus illis aegrotavit Ezech 20, 1. 1) Auch die von Erasmus Stratter zu Salzburg 1469 goschriebeno deutsche Bibel iu der Grazer TJniversitäts-Bibliothek, n. 48, hat dieselbe. Digitized by Google — 101 — Stephan Langton Vulgata 1. Paral. 9. Translatique sunt in Babyl 9, 1**. 22. Protinus ergo David videns 21, 28. 2. Paral. 6. Post quae congregavit B, 2. 7. Mactavit igitur rex Sal 7, B. 10. Regnavit autem Salomon 9, 30. 12. Anno autem quinto regni 12, 2. 2&. Regnavit autem Amasias 24,17^. 33. Dormivitque Ezechias 32, 33. 34. Fecitque quod erat rectum 34, 2. 1. Esdr. 3. Congregatus est autem populus 3, 1**. 4. Audierunt autem hostes 4, 1. Das Buch Judith findet sich in vielen lateinischen Hand- schriften, sowie in den nach Erfindung der Buchdruckerkunst ge- druckten deutschen Bibeln in 17 Capiteln eingetheilt; es beginnt nämlich bei Cap. 12, 10 (Vulg.) das 13. Cap., das 13. (Vulg.) ist = 14., 14. = IB., IB. = 16. und 16. = 17. B. Esther ist in der Handschrift 121 der Grazer Universitäts- Bibliothek in 7 Cap. getheilt; diese Eintheilung dürfte selten sein. Stephan Langton Vulgata Job. 14. Homo natus de muliere 14, 1. oder: Lignum habet spem 14, 7. 26. Quod si non est ita 24, 26. 30. Cumque sederem quasi rex 29,26^. 34. Attende Job et audi me 33, 31. 37. In manibus abscondit lucem 36, 32. 39. Numquid capies leaenae 38, 39. Diese Eintheilung kommt in den meisten alten lutherischen deutschen Bibel-Ausgaben vor. Stephan Langton Vulgata Prov. 8. Nunc ergo fili mi 7, 24. 13. Filius sapiens doctrina patris 13, 1. 16. Timor domini disciplina 16, 33. 26. Sicut urbs patens 26, 28. 31. Visio Lamuelis regis 31, 1. Eccles. 9. Sunt justi atque sapientes 9, 1^. 10. Pretiosior. est sapientia 10, 1^. 12. Aufer iram 11, 10. Sap. 6. Audite ergo reges et intelligite 6, 2. 8. Sapientiam autem non vincit 7,30^ 9. Adii dominum et deprecatus sum .... 8,21^. Digitized by Google — 102 — Stephan Langton Vulgata Sap. 11. Iter fecerunt per deserta 11, 2. oder: direxit opera lorum 11, 1. 19. Impiis autem usque in novissimum ... 19, 1. Ecclcus. 9. Non Zeles mulierem sinus toi 9j 1- 13. Pondus super se tollet 13, 2. 36. Speciosa misericordia dei 35, 26. 47. Post haec surrexit Nathan 47, 1. Isai. 29. Additus est annus 29, 1^. 63. Vae qui praedaris 33, 1. 66. Quaesierunt me 66, 1. Jerem. 22. Et dices: audi verbum domini 22, 2. 27. Haec dicit dominus ad me 27, 2. Baruch. 5. Exue te Jerusalem 6, 1. oder: Ecce enim veniunt filii 4, 37. oder : Circumspice Jerusalem ; das letztere in den ersten deutschen Bibel -Ausgaben. Ezech. 2. Haec visio similitudinis 2, 1. In vielen Handschriften sind diese Worte zu c. 1 zur Schilderung der ersten Vision gezogen und c. 2 beginnt mit : Et vidi et cecidi. Stephan Langton Vulgata Dan. 14, 1. Erat autem Daniel conviva 14, 1. Matth. 6. Et cum oratis non eritis 6, 6. Marc. 9. Et dicebat illis Amen dico vobis .... 8, 39^ Luk. 16. Erant autem appropinquantes 16, 1. Act. 7. Dixit autem princeps sacerd 7, 1. 8. Facta est autem in illa die 8, 1. 16. Et ecce discipulus erat quidam 16, P. 1. Cor. 8. De his autem, quae idolis 8, 1. 2. Cor. 9. Nara de ministerio, quod fit in sanctos . . 9, 1. 13. Ecce tertio hoc venio ad vos 13, 1. oder: Ecce tertio hoc paratus sum ... 12, 14. Gal. 6. Pratres, etsi praeoccupatus 6, 1. oder: Si spiritu vivimus 6, 26. Phil. 4. Imitatores mei estote 3, 17. Col. 4. Domini quod iustum est 4, 1. oder: Orationi instate 4, 2. 1. Tim. 3. Fidelis sermo si quis episcopatum .... 3, 1. 5. Viduas honora quae vere viduae .... 6, 3. oder: Seniorem ne increpaveris 6, 1. 6. Quicumque sunt sub iugo servi 6, 1. Digitized by Google — 103 — Stephan Langton Vulgata Tit. 2. Tu autem loqnere quae decent 2, 1. 3. Admone illos 3, 1. oder: Haec loquere et exhortare .... 3, 2. Hebr. 10. Umbram enim 10, 1. 13. Caritas fratemitatis 13, 1. Jac. 2. Fratres mei nolite in person 2, 1. 4. Unde bella et lites 4, 1. 1. Petr. 2. Deponentes igitur omnem 2, 1. Apocal. 8. Et cum aperuisset sigillum sept .... 8, 1. 12. Et Signum magnum apparuit 12, 1. Ans dieser Übersicht geht hervor, dass die Unterschiede in den Capitel -Anfängen zwischen den Handschriften und der Clem. Vulgata meistens sich nur auf einen Vers beziehen ; am längsten erhielten sich die Unterschiede bei Gen. 37, Marc. 9, Gal. 6 und Apok. 12. In der Ausgabe der Heiligen Schrift durch Papst Sixtus V. 1690 blieb noch Gal. 6. Si spiritu vivimus. Stephan Langton ist also der Urheber der modernen Capitel- Eintheilung, doch haben viele andere daran verbessernde Ände- rungen getroffen. Besonders sieht man an der sogenannten Sanct- Jakobs- oder Dominicaner -Bibel in der National - Bibliothek zu Paris (in vier Bänden, Ms. lat. 16.719—22), welche von einem oder mehreren Dominicanern geschrieben ist, eine Capitel-Eintheilung, die sich bedeutend der jetzigen Vulgata nähert und in welcher die frühere Eintheilung an verschiedenen Stellen corrigiert ist ; das vierte Buch der Könige, die beiden Paralip., Esdras und Nehem., Tob., Judith, Esther, Job; Marcus, Lukas, Johann., Apgesch., 2. Kor., Gal., Judasbr., haben dieselbe Zahl der Capitel, wie sie die jetzige Vulgata bietet, außerdem sind auch die Anfänge der Capitel in vielem gleich; jene Dominicaner-Bibel dürfte aber zwischen 1240 bis 1260 corrigiert*) sein, daraus geht hervor, dass schon bald nach Langton andere die Capitel-Eintheilung verbesserten. Die Handschrift 17 der National-Bibliothek, in welcher manche nicht mit Unrecht eine nach der Biblia Senonensis corrigierte Hand- ^) Diese große Bibel ist noch vor der neuen Capitel-Eintheilung ge- schrieben und sind die neuen Capitel später angebracht; sie gehört zu den sogenannten Bibel-Correctoren; zu Dan. 7, 1 hat sie die Note: hie debet inci- pere cap., quia materia visionis mutatur; ein Wink, nach welchen Grundsätzen man bei der Correctur der Capitel verfuhr. Auch die Handschrift 15.606, welche Hugo a S. Caro zugeschrieben wird, enthält eine Eintheilung, welche jener der Vulgata nahe kommt. Digitized by Google — 104 — Schrift sehen, ^) hat mehr Langtons Eintheilung. Es ist unbestimmt, wann diese Eintheilungen zu einem Abschlüsse gelangten, doch dürften dieselben vielleicht gegen das Ende der verschiedenen Correctionen zu Paris geschlossen worden sein. Auf diese Weise erklären sich, wie schon erwähnt, die so vielen Differenzen in den Bibel-Handschriften bezüglich der Capitel- Anfänge theils im Texie, theils am Rande des Textes. Auch die ersten Dmck - Ausgaben der Vulgata zeigen ziemliche Verschiedenheiten in den Capitel- Anfangen, und zwar lassen sich fast alle alten Ausgaben auf zwei Eecensionen zurückführen: 1. Die in Deutschland erschienenen, ersten Drucke der Vulgata haben die meisten der in der obigen Tabelle aufgeführten Differenzen; hieher gehören die ältesten un- datierten 2) Mainzer Bibeln, die erste datierte vom Jahre 1462 (Mainz bei Schöffer), 1468 (Strassburg bei Eggestein), 1472 (wieder Schöffer in Mainz), die Nürnberger Ausgaben, und zwar jene von Ant. Koburger aus den Jahren 1476, 1477, 1478, 1479, 1480, 1482, 1483, 1484, sowie die von Frisner und Sensenschmid 1476, die von Joh. Zainer in Ulm 1480 und 1484. 2. Die in Italien ältesten ge- druckten Ausgaben haben Capitel -Anfänge, welche nur in einigen Capiteln von der jetzigen Vulgata verschieden sind. Hieher sind zu rechnen: die zu Rom erschienene Ausgabe vom Jahre 1471 bei Pannartz und Schweinheim, die von mehreren Buchdruckern in Venedig veröffentlichten Ausgaben, so die bei Nicol. Jenson 1476, 1479 ; bei Franz Eenner von Hailbronn und Nicol. von Frankfui-t 1) In dieser Bibel, die einst dem Kanzler des röm. Königs Albrecht I., Johann von Dirbheim, Bischof von Eichstädt, dann von Straßburg, gehörte, sind die neuen Capitel im Texte selbst angebracht; sie ist sicher in der Mitte des 13. Jahrhunderts geschrieben. Dieselbe hat auch Interesse wegen einiger Anmerkungen von eigener Hand des genannten Kanzlers Johannes, der damals Propst von Zürich war ; so zu Jerem. 61, 12 Super muros Babyl. levate signum: thema Clem. V., quando post coronationem suam multos cardinales fecit una die apud Lugdun. 1306 die sabb. post Lucie; zu 2. Mach. 1, 22 Tempus affuit, quo sol refulsit: thema d. Bonifacii p. quando approbavit dominum Albertum regem Rom. apud s. Joh. in Lat. a. 1303, in vig. Phil, et Jac. 2) Es ist sicher, dass es schon vor 1462 einige gedruckte Ausgaben der Vulgata gab; so birgt die Wiener k. u. k. Hof-Bibliothek unter ihren Schätzen mehrere sehr kostbare undatierte Bibeln, die alle vor 1462 zu setzen sind ; wie die Gutenberg -Bibel aus den Jahren 1450—55, die der bei Hain, Repertor. Bibliograph., Voll., P. L, 1826, unter Nr. 3031 angeführten Bibel entspricht; dann eine von Alb. Pfister in Bamberg gedruckt undatierte Bibel bei Hain 3032; eine zu Strassburg bei J. Mentel gedruckte, bei Hain 3033. Ebenso besitzt das Stift St. Paul in Kärnten (überkommen aus der früheren Niederlassung zu St. Blasien) eine sog, Gutenberg-Bibel. Ebenso in Paris die sog. Mazarin-Bibel. Digitized by Google — 105 — 1476, 1482, 1483; bei Octavian Scotus 1480, 1489; bei Herbort von Seligenstat 1484; Georg de Rivabenis; bei Hieron. Paganinus de Paganinis 1492, 1405, 1497, endlich die unter dem Namen: Fontibus ex graecis bekannten Ausgaben von 1482, 1487 u. s. w. Die neue Capitel-Eintheilung kam auch in die hebräischen Handschriften des Alten Testamentes, wurden aber fast nur von Christenhänden am Rande derselben bemerkt. Erst E. Isaak Nathan nahm, da er, wie er selbst sagt in der Vorrede, keine andere Einthei- lung in Capitel hatte, die neue in seine Concordanz*) zum Alten Testament mit hebräischen Zahlzeichen auf; diese Concordanz wurde 1448 von Nathan vollendet, aber erst 1623 (nicht 1534 oder 1624) zu Venedig durch Dom. Bomberg gedruckt. Als erste gedruckte Ausgabe des hebräischen Textes des Alten Testamentes mit den neuen Capiteln wird gewöhnlich die zweite Bombergsche Bibel von 1529 angenommen. In griechische Handschriften des Neuen Testamentes kam die neue Capitel-Eintheilung ebenfalls erst im 16. Jahrhundert; besonders nach dem Falle Constantinopels, als viele Griechen mit ihren Handschriften in den Occident flüchteten.^ "Wir können hier nicht gänzlich übergehen jene Eintheilung der neuen Capitel, welche der schon genannte Hugo a S. Caro, wohl als er noch Prior des St.-Jakob-Klosters zu Paris, vornahm. Es ist bekannt, dass dieser höchst gelehrte Mann der erste Ver- fasser einer biblischen Verbal-Concordanz ist; zu diesem Zwecke theilte er sämmtliche Capitel der Heiligen Schrift, mochten sie kurz oder lang sein, nach sieben Buchstaben a— g, und citierte die Stellen der Heiligen Schrift auf diese Weise in seinem Werke; in den Bibel-Handschriften findet sich aber diese Eintheilung der Capitel in kleinere Theile, die durch die ersten laufenden sieben Buchstaben des Alphabetes bezeichnet sind, sehr selten, sondern in Bibel-Ci taten, die in verschiedenen theologischen Werken vor- kommen, so z. B. in der Schrift: de tribus diaetis von Robert von Sorbonne, gest. 1274 (Hschr. lat. 16.695), und in zahlreichen Hand- 1) Wir kommen auf diese Concordanz bei der Vers-Eintheilung noch zu sprechen. 2) Eine der älteren griechischen Handschriften mit der neuen Capitel- Eintheilung dürfte Codex 22 der National-Bibliothek sein. Diese Capitel heißen auch, weil sie zuerst in den lateinischen Bibel -Ausgaben eingeführt waren, capitula latina, im Gegensatze zu den Capiteln der Eintheilung des griechischen Textes. Die erste griechische Druck -Ausgabe beim griechischen Texte des Neuen Bundes, die Polyglotte von Ximenes von 1514, entbält bereits die neuen Capitel, und zwar mehr in der Form, wie sie jetzt die Vulgat» bietet ; andere spätere griechische Ausgaben enthalten wieder bloß die griechische Eintheilung. Digitized by Google — 106 — Schriften der Bibel-Concordanzen. Die Eintheilung Hugos änderte ein Dominicaner, Conrad von Halberstadt, am Ende des 13. Jahr- hunderts dahin ab, dass er nur die längeren Capitel nach sieben Buchstaben, die kürzeren aber bloß nach vier abtheilte. Diese Buchstaben, man möchte sie Concordanz- Buchstaben*) nennen, wurden besonders seit Beginn des 16. Jahrhunderts fast immer in den Bibel -Ausgaben der Vulgata am Rande bemerkt, sind aber in den Ausgaben der Vulgata und den deutschen Übersetzungen die katholischerseits erschienen, an anderen Textesstellen ange- bracht, als in den Ausgaben und besonders den deutschen Über- setzimgen, welche die Protestanten veröffentlichen, weil eine ver- schiedene Concordanz und verschiedene Harmonie (bei den Evan- gelien) zugrunde gelegt war. Durch diese Zerlegung des Textes nach Buchstaben, war die Citierung noch mehr erleichtert.*) Zum Schlüsse unserer ganzen Abhandlung ist noch die Vers- E in th eilung, die seit der neuen Capitel-Eintheilung in Gebrauch kam, kurz zu besprechen. Zunächst blieb noch in den Hand- schriften die alte Vers-Eintheilung in ihrem Rechte. R. Isaak Nathan in seiner Concordanz zum Alten Testament war der erste, der die Verse des Alten Testaments nach der Eintheilung der Maso- rethen zählte und mit hebräischen Zahl-Buchstaben bezeichnete; so citiert er das Wort D>?X in >^ ü Dlör, d. i. Exodus c. 9, V. 31; in Lev. 2, 14; das Wort 1?X in Job c. 3, 3; das Wort HD« citiert er zu 1. Paral. 19, 19; es scheint, dass die Verse-Zählung bei Isaak Nathan so ziemlich dieselbe ist, wie sie sich in den jetzigen Aus- gaben des hebräischen Textes findet.^) Der Dominicaner Sanctes (Xantes) Pagninus von Lucca, daher Lucensis genannt, gestorben 1541 (sieh über ihn Quetif und Echard, Scriptores ord. Praedic, Paris. 1719, II, 114 — 118) theilte in seiner Übersetzung der Heiligen Schrift des Neuen und Alten Testa- mentes,*) die er aus dem hebräischen und griechischen Texte an- 1) Vgl. über die Concordanzen die gründliche Schrift von Bindseil: Concordantiarura Homericarum specimen cum prolegomenis. Halis. 1867. 2) In manchen Bibel -Ausgaben finden sich auch Buchstaben A, B, C am liande, aber in ganz anderer Bedeutung, so z. B. in der ersten Ausgabe der Clem. Vulg. vom Jahre 1592; ebenso sind griecliiche Buchstaben in der Sixtini- scheii Ausgabe der LXX vom Jahre 1587 ; diese Buchstaben sind nicht zu einer Concordanz zu beziehen, sondern ziihlen bloß die Zeilen, gewöhnlich nach je zehn steht ein Buchstabe. ^ Der Titel dieser Concordanz ist : Liber illuminans viam, aber in hebr. Sprache. S. über dieselbe die Ausgabe der Concordiae hebr. von Buxtorf. *) Der Titel derselben lautete: Veteris ac Novi Testamenti nova trans- Digitized by Google — 107 — fertigte, den Text des Alten Bundes in Verse ein, und zwar folgt er bei den sogenannten protokanischen Büchern der Masoretischen Einth eilung, bei den deuterokanischen Büchern des Alten Bundes, sowie bei den Büchern des Neuen Bundes brachte er die Ein- theilung der Verse nach seinem Urtheile mit Rücksicht auf grie- chische und lateinische Handschriften an ; seine Verszähluug nähert sich daher bei den protokanischen Büchern des Alten Bundes sehr der jetzigen Vulgata; während sie bei den deuterokanischen Büchern und beim Neuen Testamente von der jetzigen Vulgata oft bedeutend abweicht; er ist auch der erste, der die Verse der ganzen Heiligen Schrift im Texte numerierte. Die Verte nach der von Pagninus getroffenen Eintheilung beim Neuen Testamente sind bedeutend umfangreicher als die Verse der jetzigen Vulgata; daher zählen die meisten Capitel mit Ausnahme des ersten Capitels bei Matthäus bei Pagninus viel weniger Verse als sie in der jetzigen Vulgata enthalten ; eine kleine Übersicht wird dies Verhältnis zwischen der Eintheilung des Pagninus und der jetzigen Vulgata klarstellen: Pagn. Clem. Vulg. Matth. c. 1 zählt 49 Verse 26 C.2 , 12 „ 23 C.3 „ 9 , 17 C.4 „ 14 , 24 Luc. c. 3 „ 9 „ 38; der Vers 9 bei Pagninus enthält die ganze Genealogie Christi, ent- spricht also den Versen 23 — 38 der jetzigen Vulgata. Eömerbrief c. 1 zählt 9 Verse, Vulgata 31 ; der 9. Vers bei Pagninus entspricht den Versen 38 — 32 der Vulgata. Die moderne Eintheilung in Verse, sowohl des griechischen Textes des N. B. als des ganzen lateinischen Textes der Vulgata, verdanken wir bekanntlich dem sehr gelehrten Pariser Bachdrucker*) latio per Rev. S. Theol. Doct. Sanct. Pagninum Lucensem nuper edita; impressa est Lugduni per Antonium de Ry chalcographum Anno D. 1627. Auf dem Titel- blatte ist 1528 angegeben. 1) R. Stephanus war geb. 1503 zu Paris und starb zu Genf 1559. Er hatte zwei Söhne, deren einer, Heinrich, die väterliche Buchdruckerei in Paris weiter- fahrte, und einen zweiten Sohn Robert, der, zum Unterschiede vom Vater, Robertus n. genannt wird. Die Schicksale dieser Familie sind in eigenen Mono- graphien dargestellt, so in Maittaire, Stephanorum Historia Vitas ipsorum ac Libros complectens, London 1709; darin ist von p. 13—159 allein von unserem R. Stephanus die Rede ; er hatte große Kenntnisse in den alten Sprachen ; unter seinen Ausgaben des Neuen Testamentes wird die vom Jahre 1550, unter den Ausgaben der Vulgata besonders jene vom Jahre 1540 als eine sehr gute gelobt; Digitized by Google -- 108 — und Herausgeber mehrerer Bibel- und Classiker- Ausgaben, der, wie schon oben erwähnt, zuerst das Neue Testament in Verse abgetheilt, die auch fortlaufend numerirt waren, 1651 herausgab. In der Vorrede dieser Ausgabe sagt er: Quod autem per quosdam ut vocant versiculos opus distinximus, id vetustissima Graeca Latinaque exemplaria secuti fecimus, eo autem libentius sumus imitati, quod hac ratione utraque translatio (R. Stephanus setzte nämlich in dieser Ausgabe dem griechischen Texte die Vulgata und die lateinische Übersetzung des Neuen Testamentes von Erasmus zur Seite) posset omnino e regione graeco contextui respondere. Es war also mehr ein prak- tisches Bedürfnis, was ihn bewog, den Text in Verse zu theilen, nämlich damit man desto leichter die sich entsprechenden Worte und Sätze des griechischen Textes und der Vulgata auffinde. Zweierlei ist in dieser Arbeit des R. Stephanus zu unterscheiden: a) die Vers -Abtheilung, b) die Numerierung. Verse gab es auch vor ihm im griechischen und lateinischen Texte und zwar nicht bloß die oben genannten Eaum- sondern auch Sinneszeilen; auch im neutestamentlichen Texte waren Abtheilungen zwischen größeren und kleineren Sinnesabschnitten gemacht; die Euthalischen Stichen fußten zum großen Theile auf der Zusammengehörigkeit oder Ver- schiedenheit der Worte nach dem Sinne; allein R. Stephanus hat doch vielfach die Verse nach seiner Weise selbständig abgetheilt; die Numerierung der Verse hatten vor ihm schon andere auch versucht. Sein Sohn Heinrich Stephanus berichtet in der Vorrede der Ausgabe seiner griechischen Concordanz vom Jahre 1694, über die berührte Vers-Einth eilung Folgendes : Id, cujus honorificam men- tionem facio, beneficium illud est, quod quum Testamenti N. libri in Tmemata, quae capita vulgo vocantur, divisi essent, ipse horum Tmematum unumquodque in Tmematia divisit vel potius subdivisit, quae appellatione ab aliis magis quam ab ipso probata versiculi vocata fuerunt. Nam ipsi vel graeca illa voce Tmematia vel Latina, quae illi respondes, sectiunculas nominare magis placebat. Illam erim veterera commatum in oratione appellationem (Ciceroni Inci- sorum, das sind die obgenannten %ö[X|xaTa) ad alium restringi usum videbat. Verum ut his paucis de nomine contentus sim at de re ipsa plura dicam: initium a duobus sumam, quorum utrum magis mirari debeas, dubitabis. Unum est, quod Lutetia Lugdunum petens hanc, qua de agitur, capitis cujusque catacopen confecit et quidem magnam ejus inter equitandum partem; alterum, quod A. Renouai-d, Annales de rimprimerie des Estienne, 2. ed., Paris 1843, p. 283-347 ; endUch auch die Nouv^lle Biographie, ed. Hoefer, Paris 1856, IG.tom., col.485sqq. Digitized by Google — 109 ^ illum panlo ante de hac cogitantem plerique omnes incogitantem esse ajebant, perinde ac si in re prorsus inutili fatura ideoque non tantum nuUam laudem conseqnutura, sed in derisum etiam Ventura, ponere tempus atque operam vellet. At ecce contra eoriim damna- tricem instituti patris mei opinionem, inventum illud simul in lucem, simul in omnium gratiam venit; simulque in tan tarn auctoritatem, ut quasi exauctorarentur aliae Testament! novi siue Graecae siue Latinae siue Gallicae siue Germanicae siue in alia uemacula lingua editiones, quae inventum id sequutae non essent. Daraus geht hervor, dass das Unternehmen R. Stephanus anfangs keinen Beifall fand, ja als unnütz verachtet wurde, später aber in allgemeine Aufnahme kam, wenn auch die Worte Heinrich Stephanus über die schnelle Verbreitung, namentlich was die deutschen Bibel-Übersetzungen betrifft, nicht so ganz richtig sind; femers berichtet uns der Sohn des R. Stephanus, dass sein Vater auf einer Reise von Paris nach Lyon, meist zu Pferde reitend, diese Vers-Eintheilung, es ist offenbar die erste Eintheilung, nämlich die in der Ausgabe von 1551 gemachte, gemeint, gearbeitet habe. R. Stephanus vollendete die Eintheilung der ganzen Bibel etwa im Jahre 1552; die erste Bibel-Ausgabe, in der die ganze Heilige Schrift in Verse eingetheilt ist, ist die franzö- sische Übersetzung derselben vom Jahre 1553; am Ende dieser Ausgabe steht: Bible inprime par Rob. Estienne, L'An. MDLIII. Le IX. Juin (9. Juni). Die nächste Bibel-Ausgabe, in der die ganze Heilige Schrift in Verse getheilt sich findet, ist die von R. Stephanus veranstaltete Vulgata- Aus gäbe vom Jahre 1565; dieselbe hat den Titel: Biblia. En tibi ßibliorum vulgata editio, in qua juxta Hebraicorum versuum rationem singula capita versibus distincta sunt, numeris praefixis, qui versuum numeris quos in Concordantiis nostris nouis et integris, post literas marginales A B C D E F G addidimus, respondent: ut quaerendi molestia leueris», quum tibi tanquam digito, quod quaeris demonstrabunt. Oliva Rob. Stephani (der Ölbaum als Emblem desselben mit dem Wahlspruche: Noli altum sapere) MDLV. (ohne Ort, aber sicher zu Genf gedruckt) in 8®. Am Schlüsse: excudebat Rob. Stephane Conr. Badius, VIII. Id. April. Kurz vorher, im Jänner 1555, hatte R. Stephanus eine große la- teinische Concordanz^) herausgegeben und aus den citierten Worten ^) Sie trägt den Titel: Concordantiae Bibliorum utriusque Testamenti novae et integrae, quas revera majores appellare possis. Oliva Roberti Stephani. MDLV. VII. Cal. Febr. fol. Digitized by Google — 110 — des Titelblattes der Vulgata-Ausgabe vom Jahre 1555 geht hervor, dass die Vers-Eintheilung zur genannten Concordanz in inniger Beziehung steht. Die Vers-Eintheilung war aber schon, und zwar zum erstenmale für die ganze Bibel bei der genannten französischen Übersetzung angewendet, gieng dann in die gioße lateinische Concordanz über und wurde endlich mit mannigfachen Änderungen*) in die Vulgata- Ausgabe von 1B56 aufgenommen. Die Verbreitung der neuen Vers-Eintheilung geschah natur- gemäß so, dass sie zuerst in Ausgaben und Übersetzungen des Neuen Testamentes tibergieng, und zwar zunächst meist in solche, die aus der Druckerei des Erfinders in Genf hervorgiengen ; so zählt Gregory in seiner Abhandlung: De versibus, welche auf den genauen Studien des seither verstorbenen Ezra Abbot beruht, 1. c, 167 — 182, auf Seite 169 folgende Übersetzungen mit der neuen Vers-Eintheilung auf: 1652 eine französische Bibel -Übersetzung mit der lateinischen des Erasmus, nur Neues Testament in 8®; die italienische von Joh. Lud. Paschale angefertigt und veröflfentlicht 1552; ein niederländisches Neues Testament zu Emden 1556 in 8^; die englische von Wilhelm Whittingham, Genf 1557. Wir fägen dieser Aufzählung hinzu die lateinische Ausgabe des Neuen Testa- mentes zu Antwerpen vom Jahre 1569 bei Christ. Plantinus in 16®. Die erste lateinische Ausgabe der ganzen Bibel mit der Vers- Eintheilung erschien hierauf zu Lyon 1565 und 1556 unter dem Titel: Biblia utriusque Testamenti, Lugduni in aedibus Antonii Vincentii, in Octav, dann zu Orleans bei Philibert Hamelin, 1559 zu Antwerpen bei dem oben erwähnten Christ. Plantinus (die erste der so gerühmten Plantinischen Ausgaben), und im selben Jahre, ebenfalls in Antwerpen bei Joh. Steels, 1566 zu Paris durch Ren6 Benoist, wieder eine Ausgabe zu Frankfurt von 1570, die Ant- werpener Polyglotte von 1668 — 1570; hingegen fand sie in die *) Das Exemplar dieser jetzt ziemlich seltenen Bibel-Übersetzung, welches wir in der Nat.-B. einsahen, hat kein Titelblatt. Die Vulgata- Ausgabe von 1555 hat viele ganz kleine Differenzen in der Vers-Eintheilung von der französischen Übersetzung vom Jahre 1553; so hat in ersterer Genesis, Capitel 1, 25, in letzterer 25; c. 80 hat in der ersteren 43, in der letzteren 42 Verse; ebenso finden sich solche Unterschiede bei Lev. 26, Num. 6, Deut. c. 6, 11, Ruth 4 (um 4 Verse) u. s. w. ; anch wo die Gesammtzahl der Verse in beiden Ausgaben zusammentrifft, ist oft die Vers-Abtheilung innerhalb des Textes nicht gleich : z.B. 2. Kön. c. 2 hat in beiden Ausgaben 32 Verse, doch sind die Worte: tuleruntque Asael — Bethlehem in der französischen Übersetzung zu V. 31, in der Vulgata- Ausgabe von 1556 zu V. 32 gezogen ; außerdem ist das Buch Esther in der französischen Ausgabe bloß in 10 Capitel abgetheilt. Digitized by Google — 111 ^ sogenannten Joh. Benedict -Ausgaben keine Aufnahme; war ja Joh. Benedict*) Mitglied der Sorbonne und erklärter Gegner des Ur- hebers der Vers-Eintheilung. In die deutschen Übersetzungen und zwar zunächst in die protestantischen, wurde die Vers -Abtheilung erst später eingeführt; eine der ersteren scheint folgende Ausgabe zu sein: Biblia das ist die gantze heil. Schrifft des Alten und Newen Testaments durch D.Martinum Lutlierum verteutschet. Jetzt orden- lich in gewisse versickel abgetheilet u. s. w. Anno MDLXVIIII. Getruckt in der Churf. Stadt Heydelberg u. s. w. Noch später kam die Vers-Eintheilung in die katholischen deutschen Übersetzungen, z. B. die von Dietenberger, zuerst 1634 in Mainz heraus'^egeben und nach seinem Tode (1537) sehr häufig aufgelegt, enthält erst die Ausgabe zu Köln von 1692 die Verse; indes ist zu bemerken, dass auch von den protestantischen deutschen Bibel-Übersetzungen manche spätere im 16. Jahrhundert die Vers-Eintheilung wieder nicht haben, erst seit dem Beginne des 17. Jahrhunderts sind alle mit derselben versehen. Die Übersetzung der Heiligen Schrift in die böhmische Sprache durch die sogenannten böhmisch-mährischen Brüder, welche von dem Druckorte (der aber in der Ausgabe nicht genannt ist) auch die Kralicka-Bibel heißt und die in 6 Bänden 1579 — 1693 erschien, enthält die Vers-Eintheilung. In den latei- nischen Ausgaben, welche dieselbe haben, sind häufig auf dem Titelblatte die Worte zu lesen : praeterea . . . capita singula ita ver- sibus distincta sunt, ut numeri praefixi lectorem non remorentur (d. h. : dass sie den Leser nicht aufhalten, ihm nicht Zeit rauben im Suchen der Stellen der Heiligen Schrift) et loca quaesita tan- quam digito demonstrent (so schon in der Ausgabe des lateinischen Neuen Testamentes von Plantinus 1559, von Lyon bei Kovillius 1573 u. s. w.). Da die hebräische Bibel, d. i. die protokanischen Bücher des Alten Testamentes, ohnehin schon längst in die sogenannten Maso- retischen Verse getheilt war, R. Isaak Nathan in seiner Concordanz dieselben auch numeriert citierte und R. Stephanus seine Einthei- lung, wie er selbst in der Ausgabe von 1655 sagt, juxta Hebrai- corum versuum rationem gemacht hatte, so entspricht es nicht der Sache, wenn man liest, dass die Abtheilung des R. Stephanus in die hebräischen Druck -Ausgaben aufgenommen worden sei; nur dies ist richtig, dass J. Athias der erste war, der die Numerierung ^) Die erste Ausgabe der Heiligen Schrift von Joh. Benedict erschien zu Paris 1541, dann 1549, 1563, 1565; auch das Neue Testament einzeln 1543, 1551 u. s. w. Joh, Benedict starb 1573 im hohen Alter. Digitized by Google — 112 — der einzelnen Verse in seiner (ersten) Druck -Ausgabe des Alten Testamentes vom Jahre 1661 in die Bibel eintrug. Von der Eintheilung des griechischen Textes des Neuen Testamentes, wie sie R. Stephanus verfasste, wich Theodor Beza in seinen Ausgaben des griechischen Neuen Testamentes, vorerst in jener von 1666, dann 1682, 1688 u. s. w., ziemlich ab ; es ist dies deshalb auch bemerkenswert, weil der sogenannte Textus re- ceptus (Leyden 1624 und 1633, bei den Brüdern Elzevir), der be- sonders die erste Beza'sche Ausgabe zur Grundlage hatte, der Vers -Eintheilung nach Theodor Beza folgte. Im einzelnen sind außerdem viele minutiöse Verschiedenheiten zwischen der ersten Stephanischen Vers -Eintheilung vom Jahre 1661, der zweiten von 1666, der Antwerpener Polyglotte, vielen anderen griechischen und lateinischen Ausgaben zu bemerken. Eine sehr eingehende Übersicht dieser kleinen Differenzen, wie sie sich in etwa 50 verschiedenen Ausgaben bei der Vers -Eintheilung finden, gibt Gregory, 1. c, S. 171 — 182. Unter diesen Ausgaben sind besonders erwähnenswert die zwei genannten von R. Ste- phanus, dann Th. Bezas, H. Stephanus (1676), Elzevir (1624, 1633, 1641, 1666 u. s. w.), Curcelles, Fell, Mill, Bengel, Griesbach, Scholz, Lachmann, Tregelles, Tischendorf bis auf Westcott-Hort 1881. Diese Vergleichung betrifft natürlich das Neue Testament; aber außer- dem ließen sich noch manche Differenzen beim Alten Testamente zwischen den verschiedenen lateinischen Ausgaben und deutschen Übersetzungen nachweisen, so dass die Clem. Vulgata nicht ganz genau die Stephanische Vers -Eintheilung repräsentiert.') Das Ergebnis aus dem bisher Gesagten ist, dass Stephans Arbeit nicht consequent, nicht überall sofort aufgenommen wurde und nicht überall gleichmäßig, sondern mit vielen Verschieden- heiten im einzelnen in die Ausgaben eindrang; ob die Aufnahme derselben bloß Sache der Herausgeber und Drucker der Ausgaben war, oder ob, wie es in manchen Fällen wenigstens gewesen zu sein scheint, auch theologische Bedenken und Ansichten dabei maßgebend waren, vermögen wir nicht vollständig zu bestimmen. Ferners ist noch zu bemerken, dass die Vers-Zahlen in verschie- dener Weise angebracht wurden und werden können: 1. am Rande, und zwar so, dass das Ende eines Verses und der Beginn eines 1) So liat Gen. c. 5 nach R. Stephanus (15551 32, nach Vulg Clem 31 Verse; c. 49 hat 33, resp. 32 Verse ; c. 50 hat 26, resp. 25 Verse. Die Verse R. Stephanus stimmen mehr, wenn auch nicht immer (z. B. Gen. c. 48) mit der Eintheilung des hebräischen Textes. Digitized by Google — 113 — neuen im Texte durch einen Punkt oder durch einen großen An- fangs-Buchstaben oder durch eine neue Zeile (Alinea) kenntlich gemacht ist; diese Methode haben viele ältere und neuere Aus- gaben; oder 2. dass die Vers-Zahlen im Texte selbst den zuge- hörigen Versen vorgesetzt sind ; in der ersten Ausgabe (15B1) mit den neuen Versen sind die Vers-Zahlen am Rande, in der Aus- gabe 155B sind dieselben im Texte, in nachfolgenden griechischen Ausgaben vielfach wieder am Rande; so hat Tischendorfs achte größere Edition dieselben im Texte, Westcott-Hort am Rande; die letztere Methode gewährt eine bessere Übersicht, sie kann aber zu Miss Verständnissen führen, wenn nicht auch im Texte eine genaue Andeutung des Beginnes eines neuen Verses enthalten ist ; wenn nämlich innerhalb derselben Zeile ein (kleiner) Satz zweimal beginnt, so kann es zweifelhaft sein, wohin die am Rande stehendo Vers-Zahl zu beziehen ist. Was den Wert der Verse-Ei ntheilung, wie sie R. Stephanus eingeführt hat, betrifft, so ist bekannt, dass dieselbe an nicht wenigen Stellen ihre Mängel hat; dass manchmal Zusammengehöriges ge- trennt, ja selbst kleine Sätze förmlich zerschnitten oder zerrissen sind; wir wollen einige solcher Beispiele in extenso anführen: Gen. 14, 1: Factum est autem in illo tempore, ut Amraphel rex Sennaar ... et Thadal rex gentium; v. 2: inirent bellum u.s. w. Gen. 27, 25 u. 26; v. 26 At ille . . .; quo hausto. v. 26: dixit ad eum u. s. w. Vgl. auch Gen. 31, 51. 52. Übrigens ist hier zu bemerken, dass man die Stephanische Vers-Eintheilung durchaus nicht immer nach unserer Vulgata be- urtheilen muss, indem letztere mehreremal von der ersteren ab- weicht und R. Stephanus oft eine naturgemäßere Eintheilnng hat; so lautet z. B. Gen. 27, 39 nach R. Stephanus folgendermaßen: motus Isaac dixit ad eum; in pinguedine terrae et in rore coeli desuper erit benedictio tua; die Clem. Vulgata trennt die Worte erit benedictio tua von v. 39 ab und zieht sie zu v. 40; so lauten dann v. 39: motus ... in rore coeli desuper, und v. 40: erit bene- dictio tua u. s. w. Ebenso Gen. 30, 4. 5 hat R. Stephanus folgende Abtheilung: V. 4: Deditque illi Balam in conjugium: quae ingresso ad se viro ; V. 6: concepit et peperit filium. Die jetzige Vulgata theilt in nachfolgender Weise ab: V. 4: Deditque illi Balam in conjugium; quae; v. 5: ingresso ad se viro, . . . peperit filium. Dies erklärt sich wohl daraus, dass weder R. Stephanus noch 8 Digitized by Google — 114 — auch die Vulgata die Verse bloß nach dem Sinne begrenzen, son- dern auch eine Art Gleichmäßigkeit des Umfanges erlangen wollte ; außerdem hat bei Gen. 14, 1 schon der hebräische Text dieselbe Ein- theilung, welche R. Stephanus nur nachgeahmt hat; bei Gen. 27,25 ist die hebräische Abtheilung logischer, indem das dem quo hausto in V. 26 der Vulgata entsprechende F\'Ül\ richtig zu v. 25 gezogen ist. Das Urtheil Ed. Reuß, des hochverdienten Bibelforschers (gest. 1891), über das Werk des R. Stephanus dünkt uns viel zu hart; er sagt in seiner Bibliotheca Novi Testamenti Graeci, Bruns- vigae 1872, p. 58, wo er die griechische Ausgabe R. Stephanus von 1551, die zuerst die Verse enthält, bespricht : haec ultima R. St. editio a prioribus diflfert non solum . . . sed et versiculorum distinc- tione quam has prima vice textui graeco editor noster obtrusit, triste lumen nee posthac exstinguendum. An manchen Anfängen der Capitel hängt die Vers-Zählung mit der Capitel- Abtheilung selbst zusammen; so finden sich die Worte Marc. 8, 89 (nach der Zählung der Vulgata) in den alten griechischen Handschriften als Beginn des 87. Eusebianischen Ca- pitels, in vielen lateinischen Handschriften vom 13. Jahrhundert an (nach Langton war dieser Vers 39 zu c. 8 gerechnet und c. 9 begann so wie heutzutage in der Vulgata), ebenso in den meisten latei- nischen Ausgaben des 16. und noch des 16. Jahrhunderts als Beginn des 9. Capitels, und so ist der Vers in den griechischen Ausgaben Tischendorfs (8.) und Westcott-Horts als cap. 9, 1 bezeichnet, und c. 9 beginnt mit v. 1 (nach der Vulgata), er wird aber als v. 2 bezeichnet. Eine eigenthümliche Eintheilung der Heiligen Schrift findet sich in der deutschen Übersetzung derselben durch Luther (1522 bis 1534), welche Eintheilung selbst längere Zeit, nachdem die Vers -Abtheilung R. Stephanus schon in viele Ausgaben über- gegangen war, noch beibehalten wurde; es ist dies die Eintheilung der einzelnen Capitel in größere und kleinere Abschnitte nach der logischen Zusammengehörigkeit in einzelne Theile;^) in manchen 1) Nach Luthers Übersetzung hatte das 1. Paralip. 30 Capitel (Vulgata 29) er theilte nämlich das 4. Capitel jenes Buches in zwei Theile; außerdem beginnt in sehr vielen protestantischen Bibel- Übersetzungen das Capitel 39 in Job mit: Kannst du der Löwin u. s. w., d. i. Job 38, 39, und sind noch einige andere kleine Unterschiede in der Capitel-Eintheilung. In viele Druck -Ausgaben der Vulgata schon am Ende des 15. Jahrhunderts und auch im 16. Jahrhundert, namentlich aber in die deutschen protestantischen Bibel-Übersetzungen, wurden zu jedem Capitel Summarien, kurze Inhalts -Angaben, die oft auch länger und in Nummern getheilt waren, gegeben. Bei den alten Druck -Ausgaben sind die Digitized by Google — IIB — Ausgaben sind diese Abschnitte auch Paragraphen genannt; z.B. in der Ausgabe zu Wittenberg 1B75 durch Joh. Schwertel, Fol. Eine neue Verse-Eintheilung nahm Papst Sixtus V. (1585 - 1590) in seine Ausgabe der Vulgata auf, die er dem Befehle des Triden- tinums, sess. IV., gemäß, und nach den Arbeiten unter seinen Vor- gängern im Pontificate, Pius IV., Pius V. und Gregor XIII. zu ver- bessern suchte, und die 1590 unter seinen Auspicien in folgender Ausgabe erschien: Biblia sacra Vulgatae editionis tribus tomis distincta Romae ex typographia Apostolica Vaticana. MDXC, Fol. Die darin vorkommende, von der Stephanischen ganz abweichende Eintheilung und Zählung der Verse rührt, wie nach der Darstellung Ungarellis in Vercellone Variae Lect. I, Romae 1860, p. XXXTXsqq. hervorgeht, nicht von den Mitgliedern jener Commission her, die von Papst Sixtus V. berufen waren, die Arbeiten der Emendation der Vulgata wieder aufzunehmen und abzuschließen, den soge- nannten Correctores Sixtini (Card. Ant. Carafa, Lälius, Fulv. Ur- sinus, Ant. Agellius, R. Bellarmin, Petr.Morin und Guilelm. Alanus); es scheint vielmehr, dass der energische und selbständige Sixtus V., der auch sonst die Arbeiten der genannten Commission vielfach nicht acceptierte, aus eigenem Antriebe und mit eigener Hand, oder doch aus eigener Auffassung die Verse abtheilte und zählte. "Wir geben an ein paar Beispielen aus dem Alten und Neuen Testa- mente zunächst den Unterschied der Vers-Zahlen einzelner Capitel nach der Zählung Sixtus V. und jener der jetzigen Vulgata: Sixtus V. Clem. Vulgata Ecclesiastes c. 1 zählt 15 18 2 19 26 3 28 22 4 14 17 B 17 . . 19 6 9 11 7 26 30 Summarien meist den alten Handschriften entnommen, nur der modernen Capitel-Eintheilung angepasst. In Ausgaben der Vulgata z. B. von Joh. Bene- dictus sind sie von einzelnen Theologen gearbeitet; sie wurden aber oft bean- ständet und die Ursache des Verbotes der betreffenden Ausgaben. In den pro- testantischen deutschen Bibel -Übersetzungen sind häufig solche Summarien, wie von Petrus Patiens u. a., vorhanden. Lateinische Bibeln, welche solche Summarien enthalten, nannte man bereits am Ende des 15. Jahrhunderts Biblia summata. Im 16. Jahrhundert kommen häufig am Rande Parallelstellen, citiert mit Capiteln und den Concordanz-Buchstaben vor ; diese Citate hieß man Mar- ginal- Concordanzen im Gegensatze zu den eigentlichen großen Concordanzen. 8* Digitized by Google — 116 - Sixtus V. dem. VulgatÄ Ecclesiastes c. 8 zählt 15 17 9 16 18 10 18 20 11 10 10 12 9 14 Matthäus c. 1 zählt 46 25 2 17 23 3 15 17 4 17 25 5 37 48 6 33 34 Manche Verse sind nach der Abtheilung in der Sixtinischen Ausgabe sehr lang; so entspricht z. B. Eömer, Capitel 1, Vers 1, unseren jetzigen ersten sieben Versen dieses Capitels; Römer 16, letzter Vers (28), umfasst die gegenwärtigen Verse 25—27; 2. Co- rinther 7, 11 ist gleich 2. Corinther 7, 12 — 15. Epheser c. 1 hat bloß sechs Verse; Vers 4 entspricht unseren Versen 7 — 14; Vers 5 unseren Versen 15 — 21. Immerhin ist aber die Eintheilung, wenn auch die Verse meistens größer sind als die Verse der jetzi- gen Vulgata, größentheils logisch und sinngemäß. Allein diese Eintheilung wurde, als nach dem Tode Sixtns V. neuerdings zur Verbesserung der Vulgata geschritten imd die Sixtinische Ausgabe zurückgezogen wurde, von der unter Papst Gregor XIV. und Clemens VIEL, mit jener Aufgabe betrauten Commission (Correctores Gregoriani) wieder aufgegeben und die frühere Eintheilung wieder zur Geltung gebracht; die genannten Correctores hatten sich gewisse Grundsätze für die Emendierung der Sixtinischen Ausgabe festgesetzt; der vierte lautete nach Un- garelli bei Vercellone, 1. c, p. LI, dahin : ut punctationes perpen- derentur; imter diesen punctationes ist aber, wie Ungarelli aus- führt, die Vers -Eintheilung zu verstehen. So kam mit manchen Änderungen die alte Eintheilung wieder in ihren Besitz und er- hielt durch ihre Aufnahme in die officielle Vulgata -Ausgabe 1592, 1593 und deren Abschluss im Jahre 1598 eine bindende Kraft; wie Vercellone richtig bemerkt, ist die Behauptung Bukentops in Lux de luce, Bruxellis 1710, p. 476, die Vers-Eintheilung sei „arbitraria", unrichtig; vor allem erstreckt sich die Verpflichtung fiir Katho- liken, an der bestehenden Vers-Eintheilung nichts eigenmächtig zu ändern, darauf, dass in Vulgata-Ausgaben, die ohnehin nach Digitized by Google — 117 — der officiellen Ausgabe von 1592 sich zu richten haben, die Vers- Eintheilung dieselbe sein muss, wie sie sich in der genannten offi- ciellen Ausgabe^) findet; ob auch in Übersetzungen der Vulgata in andere Sprachen eine Vers-Eintheilung angebracht werden muss, wagen wir nicht zu entscheiden; wenn aber eine solche ange- wendet wird, so ist wohl jene der officiellen Ausgabe zu nehmen; in Citaten in Predigten, wissenschaftlichen Werken hat man sich wohl auch nach der officiellen Ausgabe der Vulgata zu richten ; bei Citaten aus der Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche wäre sich an die einzige vom päpstlichen Stuhle approbieite, näm- lich an Allioli's Übersetzung zu halten ; übrigens ist es an und fiir sich schon sehr wünschenswert, dass eine möglichst einheitliche EintheiluDg der Verse herrsche. Es ist aber allgemein bekannt, dass der Exeget in wissenschaftlichen mündlichen und schriftlichen Erörterungen die gebräuchliche Capitel- und Vers-Abtheilung häufig nicht zu beachten brauche, ja oft wegen der Aufzeigung der Ge- danken-Abfolge den Text in andere logische größere und kleinere Abtheilungen zerlegen könne. *) Die Ausgaben von 1592 und 1593 zeigen einige kleine Differenzen in der Vers-Abtheilung. Bei diesem Anlasse bemerken wir, dass eine der ersten oder die erste Yulgata- Ausgabe, in welcher neben dem Namen Papst Sixtus V. auch der des Papstes Clemens VIII. gedruckt erscheint, die nachfolgende ist: Biblia S. vulgatae editionis Sixti V. Pont. Max. jussu recognita et Clem. VIII. auctoritate edita. Moguntiae apud Jo. Albinum 1609 in Quart, nicht aber wurde der Name P. Clem. VIII. erst 1G75, wie Ungarelli 1. c. p. LXXIl oder 1647, wie Verccllone in der Note zu p. LXXII behaupten, hinzugesetzt. Digitized by Google Ergänzungen und Berichtigungen. S. 6, Note 1, Z. 2 lies: 1888, 1884. S. 9, Z. 5 V. u. lies: nicht noth wendig zusammenfallen. S. 11, Z. 15 V. u. ist nach Antiochus IV. das Komma zu tilgen. S. 11, Z. 4 V. u. statt 1882 lies: 1883. S. 12, Z. 8 V. u. statt 156 lies : 154. Die Gesammtzahl der Sedarim nach den angeführten einzelnen Zahlen ist nur 446 ; wahrscheinlich zählen Cant. Cor., Buth und Threni noch zwei Sedarim, oder was wahrscheinlicher ist, es ist nach anderen der Pentateuch in 156 Sedarim getheilt, wodurch dann die Gesammtsumme 446 sich ergibt. Die Bücher des Alten Testamentes sind nach der Ordnung des hebräischen Canons aufgeführt. S. 18, Z. 2 V. o. lies : Nehemias. S. 18, Z. 4 V. o. lies: 1521 u. 1526. S. 18, Z. 12 V. o. ist bei : Außer ... ein neuer Absatz zu beginnen. S. 14, Z. 4 V. o : Die Summe der Lebenstage ist im M. Jalkut nicht ganz genau, sondern um 6 zu hoch angegeben. Da der Verfasser dieser Abhand- lung an einem anderen Orte eine Studie über die hebräischen Verse (die Sittim), sowie über die griechischen, die Stichoraetrie des Eutha- lius und des Patr. Nicephorus v. Const., ferner über die lateinischen Vers-Zählungen und ihr gegenseitiges Verhältnis veröffentlichen will, so ist hier über die Verse nur das Allemöthigste gesagt In sehr vielen griechischen Handschriften sind die stichometrischen Angaben des Nicephorus befolgt. S. 14, Z. 4 v.u. lies: Kaulen, Einleitung in die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes. 8. Aufl. Freiburg i. Br. 1890. Vgl. auch Comely's ausgezeichnetes Werk : Hist. et Grit. Introd. in U. T. Libr. S. Vol. I. Introd. gen. Paris 1885. S. 15, Z. 18 V. o. lies statt: Väter, richtiger: einige unserer Vorgänger. S 15, Text: Damit diese Abhandlung nicht die einer Festschrift gezogenen Grenzen überschreite, ist auch auf die kirchlichen Lectionen, die avaptoa^ia-a und TcspixoTuoi nicht eingegangen. Eines der ältesten Zeug- nisse für die Lesung der Heiligen Schrift in der Kirche ist die be- kannte Stelle bei Justin M. Apol. I, c. 67. Die bei Clem. von Alex. (Strom. Vn, 14) genannte TOpixojcTJ ist wohl nicht von einem kirch- lichen Vorlesestücke zu verstehen. S. 17, Z. 18 V. o. lies: 1881, S. 3. 809. S. 21, Z. 10 V. u. : Heinsius, gegen den Croius theilweise schrieb, ist Daniel H. gest. 1655. Digitized by Google — 119 — S. 21, Note 1: Suidas, 1. c. II, col. 376, gibt eine gute Definition von xwXov; er sagt: xwXov (ist) (xöpiov X^you h oüo i\ xa\ jcXeidvrov juptov auviT:a{jL£vov, xa? ouXXaßa; yatp t^javou-ji xol Ta xtoXa twv vor^uanov, xroXov ouv 6 a:njp"n{(jL£vrjV swotav ey wv Tdyo^. S.23, Note 1, Z. 8 v. u. lies: Zürich. S. 24, Note 1, Z. 4 v. u. : Diese Ev.-Harmonie ist die von Osiander 1537 heraus- gegebene. S. 26: Die Schreibweise Tommasi bezieht sich auf die italienische, Thomasius auf die lateinische Sprache. S.26, Note 2: Vgl. Wordsworth: Nov. Test. Domini N. J. Chr. latine. Partis Prioris fasc. 1. Evang. sec. Matth. Oxon. 1889. S. 36, Z. 16 V. o. : Die Worte des heil. Hieronymus de Script eccl. 97 über For- tunatian lauten: F., natione afer . . . titulis ordinatis brevi et rustico sermone scripsit commentarios. S. 36, Z. 13 V. u. : Das wahrscheinliche Todesjahr Priscillians ist 385. 5.44, Note 1, Z. 4 v. u. lies: im sogenannten, d. i. unechten. S. 45, Note 1, Z. 7 V. u. ist nach Amiat ein Punkt zu setzen. 5.45, Note 1, Z,l v. u. lies: 1887. S. 46, Z. 12 V. o. lies : Cassiodorius. S. 49, Z 18 V. u. lies: Dieser Petrus Capuanus war Cardinal-Diacon de S.Maria in Via Lata, päpstl. Legat, und starb zu Rom nach 1214; er ist zu unterscheiden von einem um dieselbe Zeit lebenden Petrus Capuanus, Patriarch von Antiochien. S. 49, Z. 14 V. u : Guilelm. Leicest. starb 1213. S. 50: Zu den Vers - Zählungen in den lateinischen Handschriften vor dem 13. Jahrhundert ist zu bemerken, dass u. a. im echten Speculum s. Augustini (Ausgabe desselben vonWeihrich im 12. Band des Corpus Script, eccl. Lat., Vindob. 1887, häufig Verse der Heil. Schrift als solche erwähnt werden, so pag. 12, post 1 versum ; pag. 36, post 1 versum ; p. 37, post 3 versus; ob dies kolo- oder stichometrische Verse, lässt sich nicht bestimmt sagen; vielleicht ist das erstere wahrscheinh'ch. Zu den alten lateinischen Capiteln vergleiche noch Rieh. Simon, Hist. crit. du Vieux Test , Rotterd 1685, 1. I, c. 28, und du Nouveau Test., cap. ult; über die alte Stichometrie vergleiche noch Ceriani, Monu- menta sacra et profana, Mediol. 1861 — 1863, prolegom. Der heil. Hieronymus spricht von der Schreibweise per cola et com. noch in der praef. zu Josue, wo er sagt: Monemus lectorem, ut silvam Hebraicorum nominum et distinctiones per membra divisas, diligens scriptor conservet; ebenso in der praef. zu den Paralip.: et quod nunc Verba dierum interpretatus sum, idcirco feci, ut . . . silvam nominum ... et per versuum cola digererem . . . S. 52 : Das Verzeichnis der Bücher der Heiligen Schrift sammtdenstichometrischen Angaben, das Mommsen zu St. Gallen fand, geht auf dieselbe Quelle zurück, wie das Cheltenham -Verzeichnis, nur dass ersteres richtigere Zahlen in den stichometrischen Angaben aufweist. S. 53, Z. 18 V. o.: Manclie wollen die geringeren Abweichungen auch durch die verschiedene Feinheit oder Größe der Buchstaben erklären. S. 59 : Die genaue Inhaltsangabe des Ms. lat. 14.417 nach Ch\ud. Grandrue lautet : Expositio magri hugonis de s. iacobo parisiensi super Genes, initia Digitized by Google — 120 — Capitulorum omnium siiiguloioim librorum biblie. f. 127. ubi habentur epistole et evangelia missarum totius anni tum de tempore quam de sanctis. f. 129. Glose cantuar. arcbiep. super bystor. scolasticam. Cujus genesis 129. item expositio simboli quod edidit athanasius. 138. Item glose super Ysaiam. Danielem. 210. super propbetas, 216. super partem psalterii. 308. Item tres primi libri exceptionum m. hug. de s. Victore. 309. Item tractatus docens modum et artem letellendi cauülationes beretici manifesti et insidias hostis domestici fidei. 311. Questiones de ecclesiast. officiis intitul : Quare. Cod. S. Vict. 42 (nach einer an- deren Signierung). Es ist daher das Capitel Verzeichnis eigentlich nicht, wie es im Texte S. 58 heißt, zwischen Hugo a s. C. und St. Langton, sondern zwischen Hugo a s. C. und einem Evangelien- und Epistel -Verzeichnisse. Die Capitelzahlen des Verzeichnisses sind im Original mit römischen Ziffern geschrieben. Bei den unaufgelöst ge- lassenen Worten wäre überall das allgemeine Kürzungszeichen zu setzen. S. 59, Z. 6 V. o.: Das Wort bibliotheca zur Bezeichnung der Heiligen Schritt wurde Jahrhimderte lang angewendet, vom heil. Hieronymus an bis ins 15. Jahrhundert. S. 63, Z. 5 V. o. : Es steht im Original Deuteronomius, ebenso Johannis T, IF III\ S. 91, Note 46 lies : Joachim. S. 91, Note 64 lies: viginti. S. 91, Note 85 lies: manu. S. 92, Z. 6 V. o. lies : coepit. S. 92, Note 1, Z. 7 v. u. lies : bezeichnet. S. 92, Note 177 lies: Lystram. S. 94, Z.4 v. o.: Robertus de Cour^on starb 1218. S. 97, Note 1 : St. L. war in früherer Zeit Canonicus ad B. M. V. (Notre-Dame) zu Paris; seiner gedenkt auch das Necrologium der Domkirche zu Paris ad Non. Jul. : eodem die debet celebrari anniversar. Stephan! bone memorie Cantuar. archiep. Vgl. Collection de Documents in^d. sur l'hist. de France. Collection des Chartulaires de France. Tome VII. (Cartul. de l'^glise Notre-Dame de Paris par Gu^rard Tome IV, Paris 1850, p. 105.) Nach Visch, Biblioth. scriptorum sacri ord. Ciss. II. edit. Col. Agripp. 1656, p. 302-304, hätte St. L. dem Cist.-Orden angehört, doch verwirft Visch, p. 304, selbst diese Ansicht; nach anderen wäre er Dominicaner gewesen, was auch nicht richtig ist Zu S. 104: Die ersteren deutschen Bibel -Ausgaben, auch der Codex Teplensis, enthaltend „die Schrift des newen Gezeuges", herausgegeben München 1881, enthalten fast die ganz gleichen Capitel- Anfänge und fast alle den Judas brief in 2 Capitel getheilt. In manchen alten lateinischen Bibel- Ausgaben, wie in der soge- nannten Hugo Menard'schen Bibel von 1475, ist Proverb. Capitel 25, mit welchem die Parabolae Salomonis beginnen, neu numeriert, und so zählen die Proverb. 24 und dann 7 Capitel. Zu S. 105: Zur Einführung der neuen Capitel in die griechischen Handschriften vergleiche auch bei Gregory, I.e. p. 451— 686 die umfassende Auf- zählung von codd. minusculi ; bei jenen, welche die sogenannten cap latina enthalten, ist dies sorgfältig angemerkt. Digitized by Google Digitized by Google Digitized by Google Digitized by Google Digitized by Google f J Digitized by Google Digitized by Google